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Aktuelle Artikel und Nachrichten rund um die technische Dokumentation finden Sie im Nachfolgemagazin der doculine news, den transline tecNews
Mit
scharfem Blick Hinweise zur Auswahl von Online-Dienstleistern
Artikel
erschienen in
Ausgabe Mai 1997
Von
Alexander von Obert
Als Mailboxen
noch in Mode waren, waren die Partner klar: Meist über das
Telefonnetz baute man eine Verbindung zum Kommunikationspartner
auf. Der bot dann alles, was man haben wollte oder konnte. Im
Vergleich dazu ist die heutige Technik ausgesprochen unübersichtlich:
- Per
Modem oder sonstige Datenleitung baut man eine Verbindung zu
einem Dienstleister auf.
- Dieser
Dienstleister verbindet den Nutzer mit den Rechnern, die die
gewünschten Dienste anbieten.
- Wer
bei einem Rechner nicht das Gewünschte findet, surft durch
das Internet, bis er im großen Chaos fündig wird.
- Als
Informationsanbieter muß man sich der Frage stellen, wie
man sein Anliegen möglichst preiswert, schnell und komfortabel
an den Mann/die Frau bringt.
Der normale
Anwender hat nur Einfluß auf seinen Zugang zur elektronischen
Welt. Meist wird er sich dabei auf Kriterien wie Zugang im Telefon-Nahbereich
oder spezielle Eigenschaften und Angebote konzentrieren.
Völlig
anders sieht der Markt für diejenigen aus, die auch als Informationsanbieter
auftreten wollen. Ausgesprochen einfach ist es noch, Kommunikationsmedien
wie Mailinglisten anzubieten, wie das die Mailbox TechWriters
Home praktiziert. Einige wenige Anrufe am Tag beim Online-Dienstleister
und etwas Shareware wie z.B. GIGO
sind alles.
Wesentlich
komplizierter wird es, wenn man selbst als Anbieter im WWW auftreten
will, denn dann müssen zumindest einige Dateien mit Zugriffszeiten
im Sekundenbereich zugänglich sein. Normale Modemverbindungen
sind da sicher nicht möglich.
Eine weiterere
Frage ist, wie man mit dem eigenen Namen" im Internet
erreichbar sein kann. Es ist ja so bequem und prestigeträchtig,
die eigene Webseite unter http://www.meinname.de" anbieten
zu können. Aber die eigene Domain hat einige eindeutige Vorteile:
http://www." vor den Namen und .de" dahinter
baut so mancher WWW-Kundige schon ganz reflexartig, wenn er bestimmte
Informationen sucht.
Zugang zur elektronischen Welt
Es
sind wohl vier Kriterien, nach denen sich der normale Benutzer
seinen Dienstleister aussucht:
- Zugang
im Telefon-Nahbereich: In den meisten Fällen wird das ein
ganz entscheidendes Kriterium sein, denn eine Stunde Verbindungszeit
ist nicht viel. Nicht umsonst bieten viele Dienstleister beim
billigsten Tarif gleich fünf Stunden Online-Zeit im Monat
pauschal an.
- Inhalte:
Die großen Anbieter versuchen, sich durch unterschiedliche
eigene Inhalte von der Konkurrenz abzuheben. AOL
versucht, das Geschäft mit dem Privatmann zu machen.Compuserve
hat viele kommerzielle Nutzer, vorzugsweise aus dem Computerbereich.
- Spezielle
Eigenschaften: Wer viel unterwegs ist, wird viele lokale Einwählknoten
zu schätzen wissen. Von Hotels aus kann es auch sinnvoll
sein, für die Benutzung einer gebührenfreien Zugangsnummer
direkt an den Dienstleister zu zahlen.T-Online
hat bislang das besondere Merkmal, das gesamte Übertragungsnetz
selbst unter Kontrolle zu haben. Das ist bis endlich
genormte, einheitliche Verschlüsselungsverfahren üblich
werden die Grundlage für die Übertragung kritischer
Daten wie beim Homebanking.
- Direkter
Internet-Zugang: Wer auf die speziellen Angebote der Dienstleister
verzichten kann, kann sich unmittelbar mit den Internet-Protokollen
ins Netz der Netze einklinken.
Alle Anbieter
können mittlerweile nicht anders, als nach der Formel Internet
+ X" zu handeln. D.h., sie bieten neben den eigenen Inhalten
einen mehr oder weniger direkten Zugang zum Internet. Das wiederum
übt enormen Druck auf die Dienstleister mit eigenen technischen
Verfahren aus, die Internet-Protokolle zu übernehmen. Die
eigene Technik läßt oft keinen sauberen Übergang
ins Internet zu. Das beginnt bei Spezialversionen von Winsock-Treibern
und endet bei den Problemen, einem Compuserve-Benutzer eine Binärdatei
zukommen zu lassen.
Die Zugangskosten
sind ein komplexes Thema, denn es gibt bedeutend mehr Tarife als
Anbieter. Manche Dienstleister bieten mehrere Tarife (z.B. niedrige
Grundgebühr plus Zeit- oder Volumengebühren) sowie einen
Pauschaltarif. Geschäftskunden können ihren Bedarf aus
einem ganzen Baukasten zusammenstellen.
Eine Liste
von circa 1200 direkten Internet-Zugängen in Deutschland
pflegt die Redaktion der Zeitschrift
PC online*.
Recht aufschlußreich
sind auch Erfahrungsberichte, die man über Newsgroups oder
Mailinglisten recht einfach erhalten kann. So klagte in der Mailingliste
t-allgem ein Teilnehmer,
er könne bestimmte angebotene Dateien über seinen Dienstleister
T-Online kaum holen nach 6 bis 10 Minuten breche ihm meist
die Verbindung zusammen. Ein anderer Teilnehmer konnte diese Probleme
nicht nachvollziehen, denn er brauchte für die Übertragung
deutlich weniger als eine Minute. Er benutzte aber einen der nicht
ganz billigen direkten Internet-Zugänge.
Das eigene Bild im Netz
Wer
selbst der Internet-Gemeinde Informationen anbieten will, hat
vielfältige Möglichkeiten:
- Die meisten
Online-Dienstleister bieten wenigstens für den privaten
Gebrauch Platz auf ihren Servern an. Dies ist aber nur
vordergründig ein Auswahlkriterium für den Dienstleister,
denn bei einem Pauschaltarif entstehen keine Mehrkosten für
den Zugang zu anderen WWW-Servern. Meist stehen zwischen 1 und
10 MB Speicherplatz zur Verfügung. Manche Dienstleister
machen die Auflage, die Adresse dieser WWW-Seiten nicht in Massenmedien
zu veröffentlichen.
- Dienstleister
wie Geocities
bieten jedermann kostenlosen Platz auf ihren Servern an. Was
auf den ersten Blick nach Menschenfreundlichkeit aussieht, ist
eine clevere Geschäftsidee: Jeder Besitzer einer Homepage
muß sich verpflichten, Werbung des Dienstleisters in seine
Seiten einzubauen.
- Diverse
Dienstleister bieten Full-Service" an: Gegen entsprechende
Bezahlung übernehmen sie alle Arbeiten, die rund um die
eigene Web-Repräsentanz anfallen. Dieser Weg ist allen
zu empfehlen, die keine Unix-Infrastruktur im Haus haben und
auch mit der Technik eines Webservers nichts zu tun haben wollen.
- Wer unbedingt
einen eigenen Server betreiben will, wird den oft nicht in den
eigenen Geschäftsräumen aufstellen: Ein weitgehend
beliebiger (meist UNIX- oder Windows NT-) Rechner wird in den
Räumen des Dienstleisters aufgestellt. Die Schnittstelle
ist ausgesprochen einfach: Ethernet und TCP/IP. Der Dienstleister
schiebt die TCP/IP-Pakete für diesen einen Server durch
und sorgt vielleicht noch für die Routinearbeiten wie das
Auswechseln der Sicherungsbänder oder notfalls einen Reset.
Die Wartung geschieht z.B. über eine Telefonleitung, der
Server hat unmittelbar Zugang zu den schnellen Leitungen des
Dienstleisters.
- Manchmal
will man den WWW-Server aber doch lieber im Firmen-Rechenzentrum
stehen haben. Typische Gründe dafür sind der Zugriff
des eigenen Außendienstes auf firmeninterne Datenbanken
oder die Zugriffsmöglichkeit über das interne Netz
der Firma. Bei geringem Datenaufkommen wird man mit dem Dienstleister
vereinbaren, daß er bei Bedarf den Server per ISDN anruft.
Größere Firmen speziell solche mit eigener
Infrastruktur für elektronische Kommunikation werden
sich eine Standleitung zum Dienstleister einrichten lassen.
Hinweise
für die Auswahl eines solchen Dienstleisters hat z.B. Wolfram
W. Pichler* verfaßt. Auch in der Mailingliste t-telcom
diskutierten wir über das Thema. Eine Teilnehmerin verfaßte
sogar eine Checkliste.
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Checkliste
zur Dienstleister-Auswahl
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Die folgende Checkliste aus der Mailingliste t-telcom, die
Suzanne Townsend zusammengestellt hat, ist ein schönes
Beispiel für internationale Zusamenarbeit im Internet.
Die gesamte Diskussion ist in der Mailbox TechWriters
Home zugänglich (Tel. 0911/403905).
Shortlist
Qs For Web Host Procurement
- Please
provide me with a complete list of all options and costs
for each of your plans, and a list of your Internet marketing/presence
services and costs.
- For
each plan, is there a limit on the MG of Web/FTP included?
Is there a limit on the number of MB of data that can
be transferred per day, week, or month? What are the charges
when this limit is exceeded? What are the charging increments?
Is there a limit on the number/size of upgrades to our
web site content within each plan? What are the charges
when this limit is exceeded, and what are the charging
increments?
- Are
your back-ups kept offsite? Do you provide backups directly
to us?
- How
many dialup numbers are available? What is your maximum
user-to- modem ratio? How many modems at each dialup number?
- What
are your redundancy arrangements, in case of a system
failure, to keep mail flowing and sites running?
- Do
you provide a private, password-protected FTP dropbox
for our internal file transfer needs?
- Do
you have any specific calls to action regarding "can't
find server" problems, "can't load page"
problems, and server disconnection problems? If this is
the ISP's bailiwick, can you get this information from
them for me? What is their 1-800 number for tech support/cust
service?
- Do
you have T3 or faster connections to the Internet's main
lines/backbones? How many other companies are already
using the POP that we will be using? How fast is the POP's
connection to the I'net? (Again, all probably the ISP's
bailiwick.)
- Who
is my tech support contact? Does s/he have a direct e-mail
address I could use? How much does s/he mind "stupid"
questions?
- Will
you contact me when our domain name is registered, or
should I be checking this myself?
- Exactly
what will we be able to do with our domain "site"
prior to having web content? For example, will we be able
to set up e-mail addresses for our staff? Will these communicate
with any other e-mail address? Will we be able to use
it for file transfer? What else?
- If
we make your ISP our ISP, but retain you for web design
etc., do you have a deal with them so that they don't
charge us another ~$100 to host their site?
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Der eigene Name als Adresse
Server-Adressen
(im Gegensatz zu E-mail-Adressen) werden meist in URL"-Form
angegeben:
<Dienst>://<Server-Adresse>/<Dateiname>
also
z.B.: http://www.doculine.com/index.htm
...
oder sehen Sie mal nach, was Ihr Browser gerade über dieser
Seite anzeigt!
Der
Dienst http (hypertext transfer protocol) ist das primäre
Übertragungsprotokoll im WWW. Viel benutzt wird auch ftp
(file transfer protocol) für die Dateiübertragung. Die
Server-Adresse in dieser Form kennzeichnet eigentlich keinen Rechner,
sondern nur einen Eintrag in einer Liste. Um welche Liste es sich
handelt, zeigt der letzte Teil des Namens, in diesem Fall also
.com". Diese Listen werden von network information
centers" (NIC) geführt. Das deutsche DE-NIC
verwaltet die .de-Liste oder Domain de".
Die
Listen der einzelnen Domains enthalten eine Zuordnung zwischen
Namen und Rechner-Nummern. Nur die Rechner-Nummern sind analytisch".
D.h., der erste Teil gibt ähnlich wie die Vorwahl
eines Telefonanschlusses das entsprechende Netz an. Der
Netzverwalter vergibt dann Rechnernummern, ganz wie die Telekom
in den Ortsvermittlungen. Dadurch kann man aus der Domain nicht
schließen, wo sich der einzelne Server befindet. Ein Rechner
der Domain .com kann in Deutschland stehen wie etwa der,
von dem Sie Doculine beziehen. Umgekehrt kann man mit einer .de-Adresse
auch einen Server in den USA benutzen etwa weil Serverkapazität
dort billiger ist.
Die
Registrierkosten für die einzelnen Domains sind unterschiedlich:
.com-Adressen sind billiger als .de-Adressen. Meist wird man seinen
Online-Dienstleister beauftragen, die Domain zu beantragen. Dabei
ist wichtig, daß man das Eigentum an der Domain selbst erwirbt
und sich nicht etwa der Dienstleister als Eigentümer eintragen
läßt.
Falls
man den Dienstleister wechselt, kann man so seine Adresse mitnehmen.
Es kann nur ein paar Tage dauern, bis der neue Tabelleneintrag
in allen DNS (domain name server) geändert ist. Der normale
Benutzer merkt nichts davon, daß er sich die Daten z.B.
nicht mehr in den USA, sondern in Australien holt.
Direkt oder auf Umwegen?
Alle
größeren Online-Dienstleister bieten mittlerweile Internet-Zugang
an. Ein gerade für Anfänger unschätzbarer Vorteil
von AOL, Compuserve & Co. ist, daß sie komfortable,
fertig eingerichtete Zugangssoftware anbieten. Durch ihre eigene
Technik haben sie aber meist ein Problem: So ganz unsichtbar bleiben
sie auch dann nicht, wenn der Benutzer über sie ins Internet
will. Kleine Reibungsverluste und Inkompatibilitäten sind
nicht zu vermeiden. Außerdem kann die zentrale Infrastruktur
dieser Dienstleister die Übertragungsgeschwindigkeit massiv
ausbremsen typischer Fall T-Online oder Compuserve, wenn
in einem Siedlungsschwerpunkt der USA gerade Dienstschluß
war.
Die
Alternative sind ISP (Internet service provider), die wenig mehr
als den Zugang ins Internet anbieten und dazu ausschließlich
die Internet-Protokolle selbst nutzen. Damit vermeidet man einen
elektronischen Medienbruch und gewinnt diverse Freiheiten, kann
aber kaum noch mit einfach von CD-ROMs installierter Software
arbeiten.
Mehrere
Firmen betreiben in Deutschland entsprechende Netze, die Sie über
POPs (points of presence) erreichen können. Diese POPs werden
oft von kleinen Firmen im Franchise-System betrieben. D.h., viele
POPs bieten praktisch identische Tarife an. Benutzen Sie wenn
irgend möglich einen POP in Ihrem Telefon-Nahbereich (City-Tarif),
sonst zahlen Sie an die Telekom garantiert mehr als an den POP.
In der POP-Liste* der
Zeitschrift PC online sollten Sie aber fast immer fündig
werden.
Der Reiz des Eigenbaus
Das
Internet lebt zu wesentlichen Teilen davon, daß Technikbegeisterte
Programme mit Standardschnittstellen schreiben. Die Internet-Protokolle
bieten solche Standardschnittstellen zuhauf an, entsprechend groß
ist das weitgehend kostenlose Software-Angebot.
Auch
einige kommerzielle Programmpakete ermöglichen den vergleichsweise
einfachen Internet-Einstieg ohne Medienbruch. Aber so einfach
wie die Zugangssoftware der großen Online-Dienstleister
sind auch die kaum zu installieren und zu bedienen.
Eingefleischte
Internet-Benutzer werden es aber häufig als speziellen Reiz
begreifen, wenn man einfach mal einen Fischzug bei ein paar FTP-Servern
wie dem an der Uni
Paderborn machen kann, wenn man eine speziellere Funktion
verwirklichen möchte.
Auch
Aktivitäten wie private Mailinglist-Server des TechWriters
Home sind wohl nur über den direkten Internet-Zugang
denkbar. 
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