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DIN
Pilotprojekt: SGML eine für alle
Artikel
erschienen in
Ausgabe Juni 1997
SGML (Standard Generalized Markup Language) ist eine Metasprache,
mit der die Struktur von Dokumenten aller Art beschrieben werden
kann. Die bekannteste Anwendung ist HTML, die der Erstellung von
den im Internet verwendeten Hypertext-Dokumenten zugrundeliegt.
Im
Auftrag des DIN Deutsches Institut für Normung e. V. einschließlich
20 der Deutschen Elektrotechnischen Kommission im DIN und VDE
(DKE) ist zwischen Oktober 1994 und Dezember 1996 ein Pilotprojekt
über die Anwendung eines Austausch- und Bearbeitungsformats
in SGML für Normdokumente durchgeführt worden. Betreut
wurde das Projekt von der DIN-Verlagstochter, Beuth Verlag, seit
August 1995 unter direkter Teilnahme des VDE-Verlages.
Hauptziel des Projektes war die Erprobung der Praxistauglichkeit
eines offenen, SGML-basierten Dokumentations- und Publikationssystems
für Normen und technische Regeln. Dabei wurden über
1.000 Dokumenten in zentrale, bei beiden Verlagen gleich strukturierte
Datenpools umgesetzt, von denen aus Normen auf Papier, als elektronische
Produkte sowie auch über Netzwerke (Online) bereitgestellt
werden können.
Das
Projekt hat erwiesen, daß bei einer SGML-basierten Verwaltung
und Produktion ein- und dieselben Quelldaten für verschiedene
konventionelle und elektronische Zielformen genutzt werden können.
Darüber hinaus wurde gezeigt, daß die SGML-basierte
Produktion für verschiedene Zielmedien heute auch betriebswirtschaftlich
vertretbar ist. Die für beide Verlage angestrebte Gleichheit
der Informationsstruktur (DTD) konnte erreicht und beibehalten
werden.
Das
Pilotprojekt zeigte nicht nur die Machbarkeit des SGML-Ansatzes,
sondern auch Richtungen für künftige Produkte und Dienste:
Durch eine zweckmäßige Anwendung von SGML wurde es
möglich, Informationen und Produkte weitgehend voneinander
zu trennen. Da in SGML Strukturen (z. B. Absatz), Bedeutungen
(z. B. Benennung, Definition), Formen (z. B. Formeln, Bilder und
Tabellen) und Funktionen (z. B. Verweisungen) gespeichert werden,
sind
Produktionen
in verschiedene Richtungen und Produkte mit individuellen Ausprägungen
möglich.
Beispiele
hierfür:
- Satztechnisch aufbereitete und gedruckte Normen wie bisher
- Ausgabe dieser gesetzten Daten in PostScript (PS) und Umsetzung
in das Portable Data Format (PDF)
- CD-ROM-Publikationen (zur Zeit mit drei elektronischen Produkten
realisiert: Qualitätsmanagement und Statistik , Leitfaden
für Maschinensicherheit in Europa , Elektromagnetische
Verträglichkeit
- Online-Verfügbarkeit, für produktionsbegleitende
Arbeiten innerhalb der Verlage, künftig in deren Intranets
oder auch in geschlossenen Teilen des Internets
Mit
dem Projekt haben die beteiligten Verlage innovative Konzepte
zu einer offenen, stärker am Kunden orientierten Informationsverarbeitung
umgesetzt.
Weitere
Informationen sind erhältlich bei:
Deutsches
Institut für Normung e.V. (DIN)
Herr Wernicke
Tel.: 030/2601-2801

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