|
%-Anteil
der Firmen einer
Branche, die im Internet
vertreten sind:
|
10%
|
11
- 20%
|
21
- 30%
|
31
- 40%
|
|
Banken
und Sparkassen
|
|
|
x
|
|
|
Reiseveranstalter
|
x
|
|
|
|
|
Versicherungen
|
|
|
|
x
|
|
Getränke
|
x
|
|
|
|
|
Nahrungsmittel
|
x
|
|
|
|
|
Pharma
|
x
|
|
|
|
|
Automobile
|
|
|
|
x
|
|
Unterhaltungselektronik
|
|
|
|
x
|
|
Haushaltsgeräte
|
|
x
|
|
|
Folgende
Organisationen sind im Web vertreten:
|
Art
der Organisation
|
Kennung
des Domain-Namen
|
Verteilung
|
|
Kommerzielle
Organisationen
|
com
|
49,2%
|
|
Ausbildungseinichtungen
(z. B. Universitäten, Schulen)
|
edu
|
23,7%
|
|
Regierungsbehörde
und
Einrichtungen des Staates
(nicht militärisch)
|
gov
|
5,6%
|
|
Militär
(Heer, Marine, etc.)
|
mil
|
0,1%
|
|
Non-Governmental
Organisations
(z. B. Greenpeace)
|
org
|
3,3%
|
|
Private
Personen
|
|
18,1%
|
| Quelle:
Lampe (1996), S.173
|
Werbung
Die Aufgaben
der Werbung bestehen nach Grünewald
(1985) darin,
- Aufmerksamkeit
zu erregen
- zu informieren
- zum
Kauf zu motivieren
- zu erinnern
Laut Roll
(1996) hat die Werbung im Web zwei Funktionen:
- den
Informationsteil herauszustellen
- den
emotionalen Aspekt zu betonen
(In diesem Fall bewegt die Stimmung, die die Web-Seiten vermitteln,
den Besucher dazu wiederzukommen.)
Bei den
herkömmlichen Werbemaßnahmen werden die Verkaufspreise
z. B. einer Zeitschrift über die Werbung gesenkt. Im Web
werden die Preise wegen der Werbung dagegen erhöht: Eine
große Datei braucht mehr Zeit, um geladen zu werden. Der
Besucher muß dadurch höhere Telefon- und Provider-Gebühren
bezahlen.
Es gibt
drei klassische Formen von Werbung innerhalb einer Online-Präsentation:
- Das
Banner (d.h. ein kleines Bild, nur teilweise anklickbar) mit
dem Logo des werbenden Unternehmens.
- Das
Werbeinserat, das anklickbar ist: Der Besucher springt auf
weitere Werbeseiten.
- Das
Werbeinserat mit einer Verzweigung auf die Online-Präsentation
der werbenden Firma.
Die Größe
dieser Flächen bzw. Graphiken beträgt in der Regel
2 bis 6 cm (60 - 170 Pixel) in der Höhe und 6 bis 25 cm
(170 - 700 Pixel) in der Breite. Größere Werbeflächen
würden auf der Web-Seite als störend empfunden.
Eine neue
Form von Werbung - die Internet-Soap oder Cyber-Opera - ist
noch im Experimentierstadium. Darunter versteht man interaktive
Fortsetzungsgeschichten, bei denen die einzelnen Net-Surfer
am weiteren Verlauf mitwirken können. Unter
http://www.vpm.de/PerryRhodan* können Sie sich beispielsweise
für eine galaktische Kreuzfahrt registrieren lassen und
über das Schicksal der Passagiere des Raumschiffes mitentscheiden
(Sturm 1997a).
Die Kosten
für eine Werbeanzeige können sehr unterschiedlich
sein (Lampe 1996):
- Bei
der Online-Zeitschrift "HotWired" (ca. 220.000 registrierte
Leser und 35.000 bis 45.000 Besucher pro Woche) kostete 1995
ein Banner z. B. 15.000 US$.
- Beim
Online-Playboy (1.8 Mio. Besucher pro Woche und bis zu 800.000
Besucher täglich) kostete die gleiche Anzeige dagegen
30.000 US$.
- Topverdiener
beim Verkauf von Online-Anzeigen sind jedoch die Suchdienste,
die auf ihren Web-Seiten eine Vielzahl von ständig wechselnden
Anzeigen veröffentlichen (Siegele
1997).
Der Umsatz
für Online-Werbung wird für 1996 auf 312 Mio. US$
geschätzt. Angesichts von 173 Mrd. US$, die 1996 für
Anzeigen in den USA ausgegeben wurden, ist das sehr wenig (Siegele
1997).
Nach Kayser
(in Pispers & Riehl 1997a)
beträgt die durchschnittliche Verweildauer in einer Online-Präsentation
sieben Minuten, was für die Werbebranche als absolut traumhaft
gilt.
Die Online-Werbung
scheint sehr erfolgreich zu sein, wie das Beispiel des Autoherstellers
Chrysler belegt: Das Logo der Firma wurde in einer Wetterseite
angebracht. 60.000 Anfragen erreichten daraufhin Chrysler. Eine
herkömmliche Werbekampagne mit gebührenfreier Telefonnummer
brachte dagegen nur 35.000 Kontakte (Pitzer
1996).
Werbende
Firmen können bei POI-Systemen (z. B. Stadtinformationssysteme)
ihre Inserate (z. B. Werbung für ein Hotel) selbst plazieren.
Werbung
im Web bietet nach Huly &
Raake (1995) folgende Vorteile:
- Der
Werbespot kann beliebig lang sein.
- Bestimmte
Informationen können angeboten werden, die in einem Prospekt
nicht darstellbar sind.
- Die
Werbung ist hochaktuell.
- Der
Werbespot ist ständig verfügbar.
- Über
Protokollierungsfunktionen kann man - unter Berücksichtigung
des Datenschutzes - registrieren, welche Seiten von einem
Kunden abgerufen werden.
Lampe
(1996) nennt folgende Nachteile:
- Die
Erfahrungen aus der Print- und Fernsehwerbung sind nicht ohne
weiteres auf die Online-Werbung übertragbar.
- Die
Marktgröße ist (noch) gering.
- Eine
Werbefeindlichkeit bestimmter Benutzergruppen ist vorhanden.
Die Werbefeindlichkeit
bzw. -freundlichkeit wird - je nach Untersuchung - unterschiedlich
bewertet: Nach einer Umfrage der Fachzeitschrift "Online
direkt" (1996) empfanden 35% der Web-Benutzer Werbung als
nicht störend, 30% fanden das Web für Werbung geeignet
und 67% unterstützten das Web-Site-Sponsoring. Gemäß
einer anderen Untersuchung (zit. nach Duhm
1996a) stehen 37 % der Anwender Werbung im Web ablehnend
gegenüber. Und laut einer Befragung des Heise-Verlags sind
85% der Antwortenden für Online-Werbung (Quelle: http://heise.de/kiosk/mediadaten/umfrage/*).
|
Werbevergleich:
|
Klassische
Medien
|
Neue
Medien
|
|
|
TV
|
Print
|
CD
|
Internet
|
|
Individuelle
Selektion
|
x
|
x
|
xxx
|
xxx
|
|
Intensität
des Werbekontaktes
|
xx
|
x
|
xxx
|
xxx
|
|
Marketing-Informationen
Möglichkeit zur Aktualisierung
|
xx
|
x
|
x
|
xxx
|
|
Permanete
Verfügbarkeit von
Marketing-Informationen
|
xx
|
x
|
x
|
xxx
|
|
GlobaleVerfügbarkeit
|
xx
|
x
|
xx
|
xxx
|
|
Geringe
Kostenintensität
|
xx
|
x
|
x
|
xxx
|
|
Direkte
Kontrollmöglichkeiten
|
xx
|
x
|
x
|
xxx
|
|
Unaufwendige
Optimierung
|
x
|
x
|
x
|
xxx
|
|
Reichweite
|
xxx
|
xx
|
x
|
x
|
|
(xxx
= sehr gut, xx = gut, x = zufriedenstellend)
Quelle: Horizont
MediaFacts (1997)
|
Verkaufsförderung
"Verkaufsförderungen
sind zeitlich begrenzte Maßnahmen, die über zusätzliche
Kaufanreize zu einer Erhöhung des Absatzes führen
sollen." (Roll 1996 S.
75)
Die Maßnahmen
im Web ähneln den "klassischen" Verkaufsförderungs-Maßnahmen:
- Preisausschreiben
- Gewinnspiele
- kleine
Preise
Die Beteiligung
an Gewinnspielen ist relativ hoch: 2.300 Teilnehmer nahmen an
einem Spiel der Zeitschriften "Stern" und "Horizont"
teil (o. V. 1997a).
Eine besondere
Form der Verkaufsförderung bot die Firma DEC an. Sie ermöglichte
über das Web einen Zugang zu einem neu entwickelten Rechner,
damit Interessenten kostenlos dessen Leistungsfähigkeit
testen konnten (Lampe 1996).
Messen
Im
Web werden auch Messeaktivitäten bekanntgegeben. Aktuelle
Berichte auf einer Web-Site informieren jene Leute, die nicht
auf der Messe sein können. Ein Unternehmen kann auch in
der virtuellen Internet World Exposition (http://www.park.org*)
ausstellen.
Ein
Anreiz, den Messestand zu besuchen, besteht nach Roll
(1996) darin, ein Gutschein anzubieten, den sich die Kunden
ausdrucken können. Gegen Vorlage dieses Gutscheines erhalten
die Kunden dann einen kleinen Preis.
Event-Marketing
Ziel
des Event-Marketing ist es, "durch die Schaffung von Ereignissen
die allgemeine Medienmüdigkeit zu umgehen und gleichzeitig
eine emotionale Spannung zu erzeugen" (Roll
1996). Im Web werden die Events angekündigt. Das Live
Tracking der Veranstaltung gibt den Besuchern einer Web-Site
das Gefühl, nichts zu verpassen und "live" dabei
zu sein.
Ein
Beispiel hierfür ist das Event-Marketing von Fiat (http://www.fiat.de/).
Direktmarketing
Im Web
können E-Mails verwendet werden, um Stammkunden und potentielle
Neukunden kostengünstig, schnell und direkt anzusprechen.
E-Mails sollten aber nur an Personen verschickt werden, die
ihr Interesse bekundet haben.
Massen-E-Mails
(oder Bulk-E-Mails) sollten aus folgenden Gründen nicht
verschickt werden (Roll 1996):
- Verstoß
gegen die Netiquette, d. h. die Höflichkeitsregel des
Netzes.
- Verschlechterung
des Firmenimages: Unternehmen, die Massen-E-Mails verschicken,
werden in sogenannte Blacklists aufgenommen.
- Die
"Opfer" von Massen-E-Mails schicken massenweise
E-Mails zurück, was dazu führen kann, daß
der Mail-Server lahmliegt.
Bedenken
sollte man auch, daß immer mehr Anwender Filterprogramme
wie z. B. Internet Fast Forward benutzen, mit denen sich solche
E-Mails abfangen lassen. Dieses Programm können Sie unter
http://www.privnet.com/iff.html*
herunterladen.
Trotz dieser
Argumente gibt es amerikanische Unternehmen (z. B. Cyber Promotions
unter http://www.cyberpromo.com*),
die sich auf die Massenversendung von Werbe-E-Mails spezialisiert
haben. 
Online-Marktforschung
Unter Marktforschung
versteht man "alle Aktivitäten zur Sammlung und Auswertung
von Informationen für Marketingentscheidungen" (Pispers
& Riehl 1997b S.19). Die Online-Marktforschung ermöglicht
mit einem sehr geringen Budget eine hohe Kontaktierung. Dieckhoff
(1996) betont, daß der direkte Kontakt zum Kunden
"die Zeit und den Aufwand für Trend- und Marktforschung
fast auf Null" reduziert.
Bestandteile
der Online-Marktforschung:
Durch
Online-Fragebögen und Diskussionsforen kann man gezielt
Informationen über den Kunden erhalten. Weiterhin lassen
sich unterschiedliche Besucherstatistiken auswerten. Die Erstellung
solcher Nutzerprofile wird noch heftig diskutiert. Beispiele
für Online-Fragebögen finden Sie unter http://www.stern.de.
E-Mail-Umfragen
lassen sich schnell und kostengünstig durchführen.
Die Rücklaufquote beträgt 10 bis 20 % (Lampe
1996). Um beispielsweise die Online-Zeitschrift "HotWired"
(http://hotwired.lycos.com/)
zu lesen, muß man zuerst eine elektronische Registrierung
ausfüllen. Damit erhält man nicht nur eine Leseradresse,
sondern auch zusätzliche Informationen.
Seit
einigen Jahren bietet Lewis in einigen US-Läden die Möglichkeit,
eine maßgefertigte Jeans zu bestellen: Die Kunden geben
ihre Maße und ggf. Sonderwünsche an und erhalten
per Post ihre individuelle Jeans. Dadurch erhält das Unternehmen
kostenlos wichtige Kundeninformationen, die es in seine Produktpolitik
einfließen lassen kann.
Protokollierungsfunktionen,
z. B. bei POS-Systemen, geben Aufschluß darüber,
welche Informationen die Besucher suchen.
Beim
Besuch bestimmter Web-Sites oder beim Empfangen von E-Mails
können auf dem Rechner des Benutzers sogenannte Cookies
abgelegt werden. Laut der Netcsape-Cookie-Spezifikation muß
das Cookie seine Herkunft anzeigen und ein Ablaufdatum haben.
Dieser Registrierschlüssel kann alle Aktivitäten des
Benutzers protokollieren und bei einem Folgebesuch vom Server
abgefragt werden. Der Benutzer hat die Möglichkeit, seinen
Browser so einzustellen, daß eine Warnung erscheint, wenn
der Server versucht, ein Cookie zu setzen (Kling
1996).
Erfolgsmessung
bei einer Online-Präsentation
Nach Roll
(1996) werden zur Erfolgsmessung die folgenden Methoden
verwendet:
Hits
Hierbei
wird gemessen, "wie oft eine Seite während einer bestimmten
Periode von den Betrachtern aufgerufen wird" (Roll
1996 S. 96).
Nachteilig
bei dieser Methode ist: Die Anzahl der Hits wird durch die Anzahl
der Graphiken und die Benutzung von Frames oder Skripts stark
beeinflußt und verfälscht. Beispielsweise erzeugt
jede Graphik, die auf einer Seite geladen wird, einen Hit.
Die Hits
geben keine Auskünfte über den jeweiligen Benutzer.
Unique-IP-Adresse
Bei dieser
Methode wird mit Hilfe automatischer Statistikprogramme ausgewertet,
wie oft und von welchem Besucher eine Seite auf dem Server aufgerufen
wurde.
Es wird
unter Umständen nicht die eigentliche Adresse des Besuchers
registriert, sondern nur der Name bzw. die Netzadresse des Servers,
über den der Benutzer ins Internet gelangt (z.B. gehen
alle Benutzer von CompuServe über ein bestimmtes Gateway
ins Internet).
Gästebücher
In den
Gästebüchern können sich Interessenten mit Namen
und zusätzlichen Informationen eintragen. Kleine Gewinnspiele
erhöhen die Bereitschaft, sich einzutragen.
Content Page and Visits
Nach langen
Verhandlungen haben sich die Online-Anbieter auf eine einheitliche
Zählmöglichkeit bei Online-Angeboten geeinigt (o.
J. 1997c):
- Content
Page Views: Anzahl der Zugriffe auf eine bestimmte Online-Seite
- Visits:
Anzahl der Besuche
Der Vorteil
dieser neuen Meßverfahren ist, daß es keine Verzerrungen
mehr gibt (Sturm 1997b).
Uneinig
ist man sich noch über folgende Punkte (o.
J. 1997c):
- Viewtime:
Verweildauer auf einer Online-Seite
- AdClicks:
Nachweis der Mausklicks auf einen Verweis
Von der
Werbebranche werden zusätzlich zu diesen quantitativen
Daten noch Messungen über die "Effizienz der Online-Werbung"
gewünscht (o. J. 1997c
und o. J. 1997e).
Die IVW
(Informationsgemeinschaft zur Festlegung der Verbreitung von
Werbeträgern) plant die Einführung weiterer Kriterien
und Meßeinheiten für die Analyse von Online-Angeboten
(Sturm 1997b).
Besucher im Web
Bei einer
Befragung von 14- bis 64jährigen Deutschen fand die Zeitschrift
"Stern" heraus, daß sieben Prozent (d. h. 3,3
Mio. Personen) im Web einkaufen wollen (zit. nach der Fachzeitschrift
"Global Online"
1996).
Nach einer
Untersuchung in der Schweiz (o.
V. 1996) wollen ca. 24 % der schweizerischen Internet-Surfer
die Shopping-Angebote nutzen.
Überblick
über Benutzerbefragungen:
|
|
GVU'Survey
|
Yahoo/Jupiter
|
W3B
|
|
Gebiet
|
global/USA
|
global/USA
|
deutschprachig
|
|
Teilnehmerzahl
|
23.000
|
60.000
|
1.880
|
|
Datum
|
Okt.
- Nov. 1995
|
Sept.
95
|
Okt.
- Nov. 95
|
|
Medium
|
WWW-
Fragebögen
|
WWW-
Fragebögen
|
WWW-
Fragebögen
|
|
Alter
|
global:
32,7 Jahre
|
25
- 34 Jahre
|
29
Jahre
|
|
USA:
29,7 Jahre
|
|
Geschecht
(m:w)
|
global:
70,7:29,3
|
keine
Angabe
|
93,8:6,2
|
|
USA:
67,5:32,5
|
|
Berufe
(%)
|
30,9
in Ausbildung
|
keine
Angabe
|
48,2
Studierende
|
|
29,1
Computer-Branche
|
32,6
Angestellte
|
|
10,2
Management
|
8,7
Sebstständige
|
|
29,7
andere
|
|
|
Bildung
|
keine
Angaben
|
mehrheitlich
College
degree oder höher
|
62%
Uni-Abschluß
|
|
16%
FH-Abschlußß
|
|
16%
Abitur
|
|
Einkommen
|
USA:
64.700 US$
|
35.000
- 49.999 US$
|
keine
Angaben
|
|
Europa:
56.000 US$
|
|
Nutzung
|
78,4%
sind täglich im Web
|
20
Std/Woche
|
24,4%
im Web an
5 Tagen/Woche
|
|
Bezahlen
für WWW-Seiten?
|
31,8%
nicht bereit
|
66%
nicht bereit
|
74,8%
weniger Nutzung
bei Preissteigerung
|
|
Sonderer-
gebnisse
|
Nutzung
in %
Browsing: 79%
Unterhalt: 63,6%
Arbeit: 51,8 %
Einkauf: 11,1%
sonstige: 10,8
|
61%
sehen weniger fern
55% gehen zu Hause ins Netz
|
63,8%
wollen die Lieblings-
zeitung nicht nur Online lesen.
36,8% nutzen ein 14.4er-Modem.
|
|
(Quelle:
Lampe 1996, S. 175)
|
In der
letzten Mediaforschung (veröffentlicht in Horizont
MediaFacts 1997) sind die folgenden Daten von Interesse:
- Online-Dienste
im Werbeträger-Wettbewerb:
Die erste Werbeträgermatrix TV, Zeitung, Online-Dienste
wurde jetzt vorgelegt. Nach dieser Untersuchung sind "Online-Dienste
trotz aller Unterschiede am ehesten der Tageszeitung ähnlich".
- Motive
für die Nutzung von Online-Netzen:
"Nutzwert und Wissen, Neugier und das Gefühl dabei
zu sein sind die wesentlichen Motive für die Online-Nutzung".
- Nutzungs-Interesse
an Online-Angeboten (Ausschnitt):
|
Welche
Nutzungsmöglichkeiten wären für Sie
interessant?
|
Gesamt
|
West
|
Ost
|
|
%
100
|
Mio.
50,8
|
%
100
|
Mio.
40,2
|
%
100
|
Mio.
10,6
|
|
Reisebuchungen
& Reisereservierungen
|
22
|
11,3
|
24
|
9,5
|
17
|
1,8
|
|
Kartenreservierung
f. Konzerte u.ä.
|
23
|
11,5
|
24
|
9,6
|
18
|
1,9
|
|
Homebanking
& Geldgeschäfte
|
26
|
13,3
|
27
|
11,03
|
22
|
2,2
|
|
Teleshopping,
Einkaufen & Waren
bestellen
|
18
|
9,1
|
18
|
7,2
|
18
|
1,8
|
|
Werbe-Informationen
|
5
|
2,5
|
6
|
2,2
|
3
|
0,3
|
|
Unterhaltende
Werbung
|
4
|
2,2
|
5
|
1,8
|
4
|
0,39
|
|
Datenbank-Recherche
|
8
|
4,2
|
9
|
3,4
|
7
|
0,7
|
|
(Deutsche
14 bis 64 Jahre, Fallzahl 10.033 im Frühjahr
1996)
|
- Nutzungsart
von Online-Diensten:
|
nach
Häufigkeit
|
Gesamt
in %
|
|
Informieren
|
74,4
|
|
Downloads
|
48,1
|
|
Zahlungsverkehr
|
42,8
|
|
Foren
|
31,2
|
|
Shoppen
|
24,4
|
|
Anbieterkatalog
|
17,8
|
|
Spiele
|
15,1
|
|
Sonstige
|
6,1
|
|
(Basis:
1.063 Online-Nutzer, Mehrfachnennungen möglich)
|
Inhaltliche
Gestaltung einer Online-Präsentation
Typologie
der Online-Präsentationen
Man unterscheidet
fünf Formen von Online-Präsentationen:
Elektronische Visitenkarte
Eine elektronische
Visitenkarte enthält Informationen zu einem Unternehmen
und seinen Produkten/Dienstleistungen. Diese Form der Online-Präsentation
wird von Neueinsteigern im Web verwendet. Sie ist in der Regel
anspruchslos und enthält wenige Interaktionsmöglichkeiten.
Normalerweise besuchen die Interessenten nur einmal eine solche
elektronische Visitenkarte.
Advertainment
Diese Form
elektronischer Präsentation ist eine Mischform aus Werbung
und Unterhaltung, mit der ein Unternehmen auffallen will. Da
die Präsentationen oft mit Graphiken überladen sind,
sind die Ladezeiten sehr lang. Mit dem Advertainment kann man
sehr schnell im Web bekannt werden. Die Wirkung flaut jedoch
ab, wenn es nicht regelmäßig aktualisiert wird.
Elektronischer Prospekt
In einem
elektronischen Prospekt werden knappe Produktinformationen ohne
Bestellmöglichkeiten angeboten. Der elektronische Prospekt
wird zur Imagepflege verwendet.
Elektronischer Katalog
Im Gegensatz
zu einem elektronischen Prospekt werden in einem elektronischen
Katalog weitaus ausführlichere Produktinformationen angeboten.
Unter Umständen hat der elektronische Katalog eine höhere
Aktualität als sein gedrucktes Gegenstück.
Web-Services/Web-Shops
In dieser
Form der Online-Präsentation werden Dienstleistungen oder
Online-Bestellmöglichkeiten angeboten. Ein Zusammenschluß
mehrerer Web-Shops bildet ein virtuelles Einkaufszentrum (Shopping
Mall) mit einem breit gefächerten Angebot an Produkten.
In den USA sind virtuelle Einkaufszentren weit verbreitet. Das
bekannteste ist das Internet Shopping Network (http://www.internet.net*).
In Deutschland gibt es z. B. das Electronic Mall für den
Bodenseeraum (http://www.bodan.net*).
Das Einkaufszentrum bietet zusätzlich zu den Einkaufsmöglichkeiten
Informationen zur Bodenseeregion (Kultur, Tourismus etc.).
Bausteine einer Online-Präsentation
Die wesentlichen
Bausteine einer Online-Präsentation gliedern sich folgendermaßen
auf:
Informationskomponenten
Jede Online-Präsentation
sollte nützliche Informationen für die jeweilige Zielgruppe
anbieten:
Produktinformationen
Zielgruppe
der Produktinformationen sind sowohl Kunden als auch Interessenten.
Umfang und Gestaltung sind von folgenden Faktoren abhängig
(Hansen 1996):
- den
Zielen und dem finanziellen Engagement des Unternehmens
- den
Informationsansprüchen und -anforderungen der Zielgruppe
- der
Menge der angebotenen Produkte/Dienstleistungen
- dem
Erklärungsbedarf der Produkte/Dienstleistungen
Bei den
Produktinformationen unterscheidet Kayser (in Pispers
& Riehl 1997a) zwischen Low-Interest-Produkten (z. B.
Ketchup) und High-Interest-Produkten (z. B. Autos). Für
High-Interest-Produkte suchen Interessenten von sich aus Informationen
im Web. Bei den Low-Interest-Produkten muß die Online-Präsentation
Zusatznutzen (z. B. im Fall von Ketchup vielleicht Kochrezepte
oder die Behandlung von Ketchup-Flecken u. ä.) anbieten,
damit Interessenten danach suchen. 
Unternehmensinformationen
Diese Informationen
sind Bestandteil der Public Relations-Aktivitäten eines
Unternehmens. Wie in den Printmedien enthalten die Unternehmensinformationen
Erläuterungen zu den Unternehmensaktivitäten und -kennzahlen
sowie eine Darstellung der Unternehmensphilosophie oder der
Mitarbeiter.
Durch aktuelle
Informationen (z. B. Pressemeldungen) erhöht sich die Attraktivität
der Unternehmensinformationen.
Zusätzliche
Informationen
Darunter
versteht Hansen Verzweigungen zu anderen Online-Präsentationen,
die inhaltlich mit dem eigenen Angebot harmonieren oder zusätzliche
Informationen anbieten, die für die Zielgruppe relevant
sind.
Verkaufskomponente
Die Verkaufsfkomponente
kann folgendermaßen aussehen:
- Bereitstellen
von Bestellinformationen:
Darunter versteht Hansen Angaben über Bestell- und Lieferbedingungen,
Bestellformulare etc.
- Online-Bestellmöglichkeit:
Der Kunde kann direkt online Waren bestellen.
Der Einkauf
muß für den Kunden so einfach wie möglich sein:
Er übernimmt z. B. direkt das gewählte Produkt in
seinen Einkaufskorb, das System berechnet den Endpreis der Bestellung
und prüft ggf. bei technischen Produkten, ob die einzelnen
bestellten Teile zusammenpassen. Vor dem eigentlichen Bestellen
listet das System nochmals die gewählten Waren aus dem
Einkaufskorb auf.
Die Kombination
aus Online-Bestellmöglichkeit und einem CD-ROM-Katalog
für die Produktpräsentation verbreitet sich immer
mehr, z. B. im Versandhandel (Otto, Quelle).
Unterhaltungskomponente
Unterhaltungselemente
wie z. B. Preisausschreiben mit interessanten Gewinnen, graphische
Leckerbissen etc. erhöhen die Attraktivität einer
Online-Präsentation. Eine Online-Präsentation muß
die richtige Mischung aus Information, Werbung und Unterhaltung
enthalten.Wichtig ist dabei aber, daß die Unterhaltungselemente
mit den angebotenen Produkten übereinstimmen.
Informationserwartungen bei Online-Seiten
|
|
Auto-
mobile
|
Haus-
geräte
|
Unterhaltungs-
elektronik
|
Mode/
Kosmetik
|
|
Produktberatung
|
30
|
30
|
30
|
30
|
|
Spezielle
Informationen
|
-
|
-
|
-
|
23
|
|
Interaktiver
Service
|
28
|
24
|
24
|
-
|
|
Spezieller
Nutzen
|
22
|
25
|
25
|
23
|
|
Unterhaltung
|
20
|
20
|
20
|
25
|
|
(Angaben
in Prozent); Quelle: Horizont
MediaFacts (1997)
|
|
|
Getränke
|
Nahrungs-
mittel
|
Pharma
|
Banken
|
Versicher-
ungen
|
|
Produktberatung
|
30
|
30
|
30
|
27
|
30
|
|
Spezielle
Informationen
|
19
|
20
|
24
|
-
|
-
|
|
Interaktiver
Service
|
-
|
-
|
-
|
29
|
26
|
|
Spezieller
Nutzen
|
24
|
28
|
27
|
25
|
22
|
|
Unterhaltung
|
27
|
22
|
19
|
19
|
21
|
|
(Angaben
in Prozent); Quelle: Horizont
MediaFacts (1997)
|
Prinzipien für die Gestaltung von Web-Seiten
Höflichkeitsregeln
im Web
- Begrüßen
Sie die Besucher ihrer Web-Seiten.
- Geben
Sie dem Besucher einen kurzen Überblick über Neuigkeiten
und Ihr Angebot.
- Stellen
Sie sich selbst vor.
- Informieren
Sie Ihre Besucher über die "Größe"
von zusätzlichen Dateien Ihrer Online-Präsentation,
bevor ein Besucher etwas downloadet.
- Geben
Sie den Dateien vernünftige Dateinamen, unter denen Ihr
Besucher die Dateien speichern und später wieder auffinden
kann. (Also z.B. nicht "0056G34.gif", sondern "DGB_logo.gif)
Präsentieren
Sie nur fertige Web-Seiten
Halbfertige
Web-Seiten oder Web-Seiten "in Arbeit" (Under construction!)
schrecken die Besucher ab, die vielleicht deshalb nicht mehr
wiederkommen werden.
Die
Web-Seiten sind übersichtlich gegliedert
Die Besucher
möchten schnell die gewünschten Informationen finden.
Eine übersichtliche Gliederung bedeutet, daß
- der
Besucher die wichtigsten Informationen am Anfang einer Web-Seite
findet. (Die wenigsten Besucher scrollen, um Informationen
zu erreichen, die nicht sofort sichtbar sind.)
- die
gesamten Informationen in kleinen Abschnitten angeboten werden.
- es ein
klar gegliedertes Inhaltsverzeichnis gibt.
- es eine
Orientierungsseite (Site-Map) gibt.
- es (verständliche)
Orientierungsgraphiken gibt.
- es ein
"ausgewogenes" Verhältnis zwischen Text und
"white space" gibt.
Die
Web-Seiten bieten verständliche Navigationshilfen
Dies bedeutet
z. B.:
- einen
beschreibenden Titel für jede Seite ( <TITLE>Produktkatalog
Ersatzteile für VW Polo Bj. 83-89 </TITLE>
)
- von
jedem Abschnitt einen Verweis auf das Inhaltsverzeichnis und/oder
auf die Orientierungsseite (Homepage)
- Indizes
bei komplexen oder mehrschichtigen Web-Seiten
- verständliche
Ikonen, die mit einem Text belegt sind
- Graphiken,
die wie Ikonen aussehen, sollten auch Ikonen sein.
Die
Web-Seiten enthalten viele qualitativ hochwertige Informationen
Die Produktinformationen
müssen ausführlich sein - am besten in einer "ungewöhnlichen,
erlebnisträchtigen Umgebung". Wenn Sie dagegen viel
Werbung und wenig Information anbieten, werden die Kunden Ihre
Web-Site möglicherweise nur einmal besuchen. Denn wenn
ein potentieller Kunde Ihre Web-Seiten lädt, kostet es
schließlich sein Geld (z. B. Telefon- und Provider-Gebühr).
Auf
den Web-Seiten gibt es ein Aktualisierungsdatum
Konsequenterweise
müssen Sie dann Ihre Web-Seiten regelmäßig aktualisieren
und überarbeiten. Wichtige Seiten sollten einen Zeitstempel
tragen (z. B. "last modified: 03/12/97"). Dies kann
mit Hilfe des Servers oder mit JavaScript automatisch erstellt
werden.
Die
Web-Seiten bieten den Benutzern einen Zusatznutzen
Der Zusatznutzen
ermutigt die Besucher, ihre Web-Seiten immer wieder anzuklicken.
Beispielsweise könnte eine Gärtnerei Pflegeanleitungen
für ihre Pflanzen oder Tips zur Schädlingsbekämpfung,
die auf die jeweilige Jahreszeit und das Wetter abgestimmt sind,
als Zusatznutzen auf ihrer Web-Site anbieten. Quizfragen mit
tollen Gewinnen sind auch ein beliebter Zusatznutzen.
Sie
haben für ihre Web-Site einen E-Mail-Anschluß
Über
den E-Mail-Anschluß können die Besucher mit Ihnen
kommunizieren. Konsequenterweise müssen Sie die eingehenden
Mails schnell beantworten. Dies gilt auch für die Beantwortung
von Anfragen und Formularen.
Der
Titel Ihrer Online-Präsentation ist griffig und sprechend
Suchmaschinen
indizieren Ihre Dokumente. Sie arbeiten so, daß der Text,
den man in den Tags <head> und </head> bzw. <title>
und </title> angibt, in der Ergebnisliste angezeigt wird.
Es kommt zu Verwirrungen, wenn z. B. 20 Dokumente zum Thema
"Zimmerpflanzen" gefunden wurden, die alle den Titel
"Produktübersicht" haben.
Wer Allerwelts-Titel
wie "Sport" oder "WWW" angibt, riskiert,
daß er in einer Unmenge von Einträgen untergeht:
Es gibt z. Zt. 20 Mio. Einträge für "WWW"
und 400.000 für "Sport" (Boutin
1997e).
Die
Web-Seiten werden in den Sprachen der Zielgruppen angeboten
Mit speziellen
Übersetzungsprogrammen wie z. B. dem Web Translator 1.0
können Sie beliebige Web-Seiten aus dem Englischen ins
Deutsche, Spanische oder Französische übersetzen.
Die vorhandenen Bilder oder Graphiken werden sekundenschnell
wieder in die übersetzten Seiten eingebaut.
Sie
haben die Navigation innerhalb der Web-Site sorgfältig
geplant
- Interessenten
steigen bei Ihrer Web-Site über die Homepage ein.
- Sie
haben Verweise auf besonders interessante Seiten, die inhaltlich
zu den eigenen Web-Seiten passen oder diese ergänzen.
Mit Hilfe von Frames können Sie dafür sorgen, daß
der Benutzer zwar andere Sites angezeigt bekommt, aber Ihre
Web-Site nicht verläßt.
- Besonders
wichtig ist der klare Aufbau der Seiten untereinander.
- Die
Besucher müssen immer wissen, wo sie sich gerade befinden.
- Die
Besucher können besonders wichtige Seiten leicht aufrufen
(z. B. Lieferbedingungen, Bestellformulare).
- Von
jeder Seite gibt es eine Rücksprungmöglichkeit auf
die Homepage.
Sie
haben die Web-Seiten vor der Veröffentlichung ausführlich
geprüft
Diese Prüfung
besteht aus zwei Komponenten: dem technischen Test und dem inhaltlichen
Test.
Bestandteile
des technischen Tests:
- Alle
Verweise funktionieren. Die Verwendung eines Link Checkers
erleichtert die Arbeit: Sinnvoll ist z. B. der MOMspider (http://www.ics.uci.edu/pub/websoft/MOMspider).
- Alle
Verweise führen zu den gewünschten Inhalten.
- Alle
HTML-Regeln müssen beachtet werden.
Dazu eignet sich besonders ein HTML-Validator, der HTML auf
seine syntaktische Korrektheit
überprüft. Unter http://www.halsoft.com/html-val-svc/*
finden Sie einen solchen HTML-Validator. Das Programm Weblint
prüft ebenfalls die Syntax von HTML (ftp://ftpunipress.com/pub/contrib/weblint-1.005.tar.gz*).
- Die
Formatierungen stimmen.
- Die
Graphiken lassen sich laden.
- Alle
interaktiven Programme laufen.
- Der
Empfang von E-Mails funktioniert.
- Besonders
wichtig ist es, alle Seiten unter den verschiedenen Browsern
(ggf. unter verschiedenen Releases) zu testen, weil die Browser
unterschiedliche Funktionen unterstützen. Die gängigsten
Browser sind Netscape, Internet Explorer, Mosaic. Beachten
Sie auch die UNIX-Versionen. Darüber hinaus kann es sinnvoll
sein, textbasierte Browser wie z. B. Lynx zu testen.
Beim inhaltlichen
Test prüfen Versuchspersonen den Inhalt Ihrer Online-Präsentation:
Finden z. B. die Versuchspersonen alle gewünschten Informationen?
Sind die interaktiven Formulare klar verständlich? 
Sie
sehen sich regelmäßig die Online-Präsentationen
der Konkurrenz an
Möglicherweise
hat ein Unternehmen, das mit Ihnen in Konkurrenz steht, eine
bessere Präsentation im Web. So lassen sich sehr leicht
Vergleiche ziehen!
Auch prämierte
Online-Präsentationen können interessante Anregungen
geben: Die Internet-Zeitung "Salon" wurde zur Web
Site of the Year 1996 gekürt. Die Home-Page von Arcor (http://www.arcor.net)
erhielt Gold beim 2. Internet Advertising Award in der Kategorie
Unternehmensdarstellung. Silber erhielten für die Kategorie
Werbung Dr. Oetker (http://www.oetker.de)
und VW-Passat (http://www.passat.de).
Es wurde kein Gold vergeben.
Unter http://www.pointcom.com*
findet man prämierte Seiten nach Themen sortiert. Und unter
http://botw.org/
können Sie in der Hitliste "Best of the Web"
Ihre Stimme abgeben.
Zudem werden
in vielen Fachzeitschriften Web-Seiten getestet.
Sie haben
Ihre Web-Site bekannt gemacht
Die wenigsten
Besucher treffen zufällig auf ihre Web-Site. Vielmehr suchen
die Leser in der Regel gezielt danach. Daher müssen Sie
Ihre URL (= Uniform Resource Locator, die Adresse ihres Web-Servers
im Internet) bekannt geben.
So machen
Sie ihre URL bekannt:
- Ihre
Briefbögen, Prospekte, Visitenkarten etc. enthalten die
URL.
- Marketingunterlagen
wie z. B. Produktbeschreibungen, Infobriefe, Firmen- und Kundenzeitungen
enthalten ebenfalls die URL.
- Bei
den herkömmlichen Werbemaßnahmen (Fernsehen, Radio,
Printmedien) wird auf die URL hingewiesen.
- Sie
haben den Suchdiensten die Existenz Ihrer Web-Seiten mitgeteilt.
Suchdienste sind die "Gelben Seiten" des Internets
und des Webs. Für den deutschsprachigen Raum sind z.
B. folgende Suchdienste wichtig: Aladin (http://www.aladin.de),
Crawler (http://www.crawler.de),
Kolibri (http://www.kolibri.de)
oder Web (http://web.de).
Pflegen Sie sorgfältig die Stichwörter und Kategorien
in den Formularen der Suchdienste. Die Qualität Ihrer
Eingaben ermöglicht Interessenten, Ihre Online-Präsentation
zu finden.
- Sie
haben Ihre URL in Adreßlisten aufnehmen lassen. Eine
solche Liste finden Sie unter http://www.farside.net/outerspace*.
Hier können Sie sich direkt anmelden.
- Machen
Sie Ihre Kompetenz (und damit Ihre Online-Präsentation)
in Foren, Newsgroups etc. bekannt. Größere Unternehmen
(z. B. Microsoft oder IBM) bieten eigene Foren an. Auch hier
müssen die Informationen immer aktuell sein. Zur Zeit
gibt es weltweit ca. 28.000 Newsgroups, darunter mehr als
500 deutschsprachige.
- Je nach
Produkt und Dienstleistung kann es sinnvoll sein, das Angebot
in einem virtuellen Einkaufszentrum (Shopping Mall) aufnehmen
zu lassen.
Phasen des Projekts
Machbarkeitsstudie
Bevor Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen
online anbieten, müssen Sie prüfen, ob sie dafür
geeignet sind:
- Nicht geeignet sind z. B. erklärungsbedürftige
Produkte bzw. Produkte, die eine sehr individuelle Beratung
erfordern, verderbliche Waren (Hoffacker
et al. 1996) und Produkte
wie z.B. Alkohol oder Tabak, die rechtlichen Einschränkungen
unterworfen sind (Roll
1996).
- Ideal sind alle Waren, die schon
im Versandhandel angeboten werden.
- Unternehmen mit hohem Marketing-
und Vertriebsaufwand, großer Kundenbasis, guten Exportchancen,
hoher Kundenfluktuation und hoher Kundenbindung profitieren
am meisten von einem Angebot im Web (Müller
1996).
Prüfen Sie auch Ihre Zielgruppen
genau: Surfen Ihre potentiellen Kunden im Internet?
Am erfolgreichsten sind die Reiseanbieter
im Internet: 71% aller Reiseunternehmer mit einer Online-Präsentation
konnten im Referenzmonat über das Internet verkaufen. Flugtickets
machen 50% der Online-Umsätze aus, danach kommen Pornovideos,
Compact Disks und Computer (Siegele
1997).
Konzeption
Die Konzeptionsphase besteht aus
dem Grob- und Feinkonzept:
Das Grobkonzept
enthält u. a. folgende
Informationen:
- Festlegung der Marketing-Ziele,
die mit der der Online-Präsentation verknüpft werden
(z. B. informieren, werben, verkaufen etc.).
- Festlegung der Bereiche des
Marketing- und Kommunikations-Mix, die Sie in Ihrer Online-Präsentation
berücksichtigen wollen.
- grundlegende Entscheidungen
wie z. B. Wahl des Providers, Hardware, Software, ob die Online-Präsentation
im Web und/oder in einem der großen Online-Dienst (z.B.
CompuServe, T-Online) gleich oder verändert angeboten
wird oder ob die Web-Seiten selbst oder fremderstellt werden
- Zielgruppen
- Sicherheitskonzept
- Konzept für den Zahlungsverkehr
(falls im Web verkauft wird)
- Zeitplan mit den wichtigen Eckdaten
- Schätzung des Aufwands
(Zeit und Budget)
- Exposé mit den - groben
- Inhalten der Online-Präsentation
Das Feinkonzept ist die Basis für
die Realisierung und enthält daher alle relevanten Informationen.
Dazu gehören z. B.:
- Standards für die Online-Präsentation
- konkrete Inhalte der Online-Präsentation
- Textgestaltung
- Bildschirmgestaltung bzw. Benutzeroberfläche
- Multimedia-Merkmale
- Verzweigungen
- ein genauer Produktionsplan
für jedes Produktionsteil
Realisierung
nach dem Meilenstein-Konzept
Dazu gehören:
- Audio-, Video- und Graphikbearbeitung
- Konvertierung bereits existierender
Dokumente in das HTML-Format.
Dafür existieren inzwischen viele Werkzeuge, wie z. B.
das Freeware-Programm RTFtoHTML (http://www.logictran.net/products),
die die Konvertierung erleichtern.
- Programmierung
- Die Abläufe, die sich aus
der Online-Präsentation ergeben, müssen im Unternehmen
integriert werden: Dazu gehören z. B. die Auftragsabwicklung,
die Online-Bezahlung etc.
- Redigieren der Texte
- Testen
- Korrekturphase
- Abnahme
Betrieb und Wartung
- Server in Betrieb nehmen.
- Online-Präsentation bekannt
machen.
- In dieser Phase planen Sie auch,
wie der Online-Handel organisatorisch funktionieren soll und
wie Sie auf die Rückmeldungen Ihrer Besucher reagieren
sollen (z. B. Beantwortung von E-Mails, Verschicken der Waren).
- Wartung bedeutet z. B., die
Leitungskapazität regelmäßig zu prüfen
und die Inhalte zu aktualisieren. Die Wartung muß organisatorisch
geplant werden.
Evaluation
- Sie müssen die Inhalte
der Präsentation ständig evaluieren: Werden Sie
angenommen? Sind die im Grobkonzept vorgesehenen Ziele erreicht
worden?
- Zu der Evaluation zählt
auch die Auswertung der Kontaktzahlen: Von woher kommt der
Besucher, wie lang bleibt er, auf welcher Seite etc.
- Im Web ändert sich alles
sehr schnell: Eine Online-Präsentation muß immer
"hip" sein. Kritiken Ihrer Besucher können
dabei helfen, die Trends zu kennen. Die Kritiken sind daher
immer sehr ernst zu nehmen. Vielleicht kennen Ihre Besucher
mehr Online-Präsentationen als Sie!
- Ein Ziel der Evaluation ist
die Verbesserung Ihrer Online-Präsentation.
Technische
Realisierung einer Online-Präsentation
Web-Seiten
erstellen
Grundsätzliche
Hinweise
Folgende
Probleme gibt es zur Zeit bei HTML: Die HTML-Tags (oder Befehle)
bestimmen grundsätzlich das Aussehen einer Web-Seite.
Bei neueren
Formatierungsmöglickeiten unterstützen die Web-Browser
auf unterschiedliche Art und Weise die HTML-Tags. Je nach Browser
sieht dann eine Web-Seite entsprechend anders aus. Die wichtigsten
"problematischen" Neuerungen sind z. B.:
- Tabellen:
Nur die neueren Internet Browser sind in der Lage, farbige
Tabellenfelder und -linien darstellen zu können.
- mehrspaltige
Texte:
Netscape unterstützt dafür mehrspaltige Textformatierungen.
- Frames:
Die Benutzung von Frames ist eine Layout-Möglichkeit,
bei der die Web-Seite in mehrere Teildokumente (Frames genannt)
aufgeteilt wird. In diesen einzelnen Abschnitten werden unterschiedliche
HTML-Dateien geladen. Je nachdem, welche Verweise die Benutzer
anklicken, ändert sich der Inhalt der anderen Frames.
- multimediale
Inhalte:
Microsoft Internet Explorer kann Hintergrundmusik, Videofilme
(AVI-Dateien) oder PowerPoint-Präsentationen in seinem
Fenster abspielen lassen.
Bei der
Gestaltung von HTML-Seiten dürfen Sie nicht vergessen,
daß der Leser das Dokument in der Regel am Bildschirm
betrachtet:
- Entwerfen
Sie Ihre Seiten für die Bildschirmauflösung 640x480.
Dies bedeutet unter anderem: Schränken Sie die Laufweite
(Länge der Zeile) durch eine Tabelle mit der Breite 600
ein. Die restlichen 40 Pixel sind für die Scrolling-Bar
reserviert. Weiterhin sollten Sie Ihren Text zentrieren.
- Wählen
Sie Schriftfamilien und Schriftgröße, die online
gut lesbar sind. Empfehlenswert sind Schriften wie Arial,
Courier oder Times New Roman. Mindestgröße ist
<BASEFONT SIZE=3>. Beachten Sie: Manche Schriften gibt
es unter UNIX und OS/2 nicht.
- Bei
der Wahl der Schriftfamilie sollten Sie beachten, daß
die Benutzer diese Schrift auf ihrem Rechner installiert haben
müssen, damit die von Ihnen gewählte Schrift angezeigt
wird. Ansonsten benutzt der Browser des Anwenders seine Default-Einstellung.
Berücksichtigen
Sie dennoch, daß Benutzer die Dateien auch auf Papier
ausdrucken. Beachten Sie, daß folgende HTML-Tags auf Papier
nicht ausgedruckt werden:
- farbiger
Text und Tabellenfelder, auch bei Farbdruckern
- Frames
- Hintergrundbilder
- Text,
der auf einer Graphik liegt, ist bei Schwarz-Weiß-Ausdrucken
schwer leserlich.
Größe
der HTML-Seiten
Damit die
Web-Seiten sich in einer angemessenen Zeit laden lassen, sollte
eine HTML-Seite weniger als 50 Kbyte (einschließlich Graphiken)
groß sein. Dies bedeutet, daß Sie auf viele und
vor allem aufwendige Graphiken verzichten sollten.
Graphiken im Web
Grundsätzlich
gibt es zwei Graphikformate im Web: GIF und JPEG. Bei der Wahl
des Graphikformats müssen Sie einen Kompromiß zwischen
guter Darstellung und Dateigröße bzw. Ladezeit finden.
Die Web-Site muß auch im Textmodus lesbar und navigierbar
sein.
Es empfiehlt
sich, GIF-Bilder im Format GIF89a aus folgenden Gründen
zu verwenden:
- stufenweiser
Aufbau (interlaced)
- Animationen
- kleine
Dateigröße
Bei der
Wahl der 256 Farben sollten Sie die Farbpallete für die
Browser Netscape Navigator und Internet Explorer benutzen.
JPEG-Bilder
verwenden Sie dann, wenn Sie hochauflösende Graphiken benutzen
wollen. Sie können dabei unterschiedliche Qualitätstufen
wählen.
Erstellung
von Tabellen
Tabellen
lassen sich - im Gegensatz zu Frames - leicht mit HTML erstellen.
Tabellen bieten viele Darstellungsmöglichkeiten, mit denen
Sie Ihre Textinformation übersichtlich gliedern und den
Fließtext "auflockern" können. Mit Hilfe
von Tabellen können Sie zusätzlich Elemente wie z.
B. Graphiken, Text und Eingabefelder exakt auf dem Bildschirm
positionieren.
Textorientierte
Browser sowie einige wenige ältere Versionen von gängigen
Browsern können allerdings keine Tabellen anzeigen.
Der Tabellen-Tag
enthält eine Vielzahl von Optionen, die jedoch nicht von
allen Browsern gleich dargestellt werden können.
Erstellung von Frames
Frames
ermöglichen die dynamische Erzeugung von Web-Seiten, die
sehr benutzerfreundlich und ansprechend sind. Empfehlenswert
ist es z.B., einen Frame zu bestimmen, dessen Inhalt sich nicht
verändern kann und der somit für die Navigation vorgesehen
ist.
Je nach
Browser können Sie festlegen, welcher Frame ausgedruckt
werden kann. In allen Fällen kann der Benutzer jedoch immer
nur den Inhalt eines einzelnen Frames ausdrucken. Mit Zusatzprogrammen
ist es möglich, das ganze Frameset (Kombination aus Navigations-Frame
und mehreren Ziel-Frames auf einer einzigen Bildschirmseite)
auszudrucken.
Das Laden
eines Framesets bedeutet, daß die Benutzer mehrere HTML-Dateien
laden müssen, was unter Umständen eine längere
Ladezeit mit sich bringen kann.
Es gibt
mehrere Browser (z. B. Lynx, Mosaic, Pointcast oder Netscape
2.0), die entweder gar keine Frames oder nicht alle möglichen
Optionen des Frame-Tags anzeigen können.
Bei den
Verweisen aus dem Navigations-Frame müssen Sie immer den
Ziel-Frame im "Anchor-Tag" angeben. Sie müssen
weiterhin beachten, daß keine Verschachtelung von Framesets
entsteht.
Viele Suchmaschinen
können nur einzelne Frames indizieren und referenzieren
daher in ihrem Suchergebnis nur auf den einen Frame und nicht
auf das ganze Frameset.
Feedback-Formular
Mit einem
Feedbackformular können die Besucher Ihrer Online-Präsentation
Daten in ein Formular eingeben (z. B. Gästebuch) und an
Ihren Webserver zurückschicken. Ein Feedbackformular läßt
sich mit folgenden Techniken realisieren:
- CGI:
bedeutet Common Gateway Interface. Diese Schnittstelle beschreibt,
wie Server und Web-Browser miteinander kommunizieren sollen.
CGI-Skripts sind Programme, die getrennt von der HTML-Seite
auf Ihrem Web-Server abgelegt sind und vom Web-Server basierend
auf den Angaben aus der HTLM-Seite ausgeführt werden.
Die Skripts werden häufig in Perl programmiert. Perl
ist eine komplexe und sehr leistungsfähige Programmiersprache,
die C++ ähnelt.
- VisualBasicScript:
wurde von Microsoft entwickelt, basiert auf Visual Basic und
läuft nur mit dem Browser Internet Explorer.
- JavaScript:
ist eine Untermenge von Java, aber dennoch eine eigenständige
Skriptsprache. JavaScript wurde von Netscape entwickelt.
Skriptsprachen werden im Gegensatz zu Programmiersprachen
nicht kompiliert, sondern von einem Interpreter übersetzt.
Das Skript wird direkt in die HTML-Datei geschrieben, und
die Web-Browser (nur die neueren Versionen) interpretieren
das Skript automatisch.
- WEBBOT:
ist ein Bestandteil von Microsoft Frontpage 97, mit dem man
interaktive Formulare erstellen kann.
Manche
Techniken zur Realisierung eines Formulars werden von bestimmten
Browsern nicht unterstützt. Es empfiehlt sich die Verwendung
von CGI-Programmen, da diese von einem Großteil der Web-Server
und Web-Browser unterstützt werden.
Beachten
Sie bei allen interaktiven Formularen den Sicherheitsaspekt:
Durch das Einschleusen von versteckten Befehlen auf der Betriebssystemebene
kann z. B. Ihr Web-Server beschädigt werden.
Kundenbestellformular
Ein Kundenbestellformular
kann mit denselben Techniken wie ein Feedbackformular erstellt
werden. Da ein Bestellformular sensible Daten (z. B. Kundendaten
oder Kreditkartennummern) enthalten kann, sollte die Client-Server-Verbindung
"secure" sein. Das bedeutet, daß die Daten,
die zwischen dem Browser des Benutzers und dem Server gesendet
werden, verschlüsselt sind und von dritten Personen nicht
"abgehört" werden können.
Eine Technik
dazu wäre z. B. das Einrichten eines SSL-Schlüssels
(Secure Socket Layer) auf Ihrem Web-Server. Mit diesem Schlüssel
werden Daten, die zwischen dem Server und dem Client ausgetauscht
werden, automatisch codiert. Die Benutzer bekommen in ihrem
Browser angezeigt, wenn die Client-Server-Verbindung "secure"
ist.
Ein Kundenbestellformular
darf keine Fehlfunktionen enthalten und muß ständig
auf dem neuesten Stand sein (Produkte, Preise, Menge etc.).
Dynamische Produktinformationen
Eine dynamische
Produktübersicht basiert nicht auf statischen HTML-Seiten,
sondern greift auf eine Datenbank zu. Da der Kunde die Informationen
direkt aus der Datenbank erhält, müssen Sie dafür
sorgen, daß die Daten sorgfältig gepflegt und immer
aktuell sind.
In der
Regel haben nur registrierte Benutzer (z. B. Kunden) Zugriff
auf die Produktinformationen. Dafür müssen Sie eine
Benutzerautorisierung realisieren. D.h., die Benutzer müssen
sich nach ihrer Registrierung mit Namen und Paßwort auf
dem Web-Server anmelden.
Mail-Anschluß
realisieren
In der
Regel bieten die Provider einen E-Mail Account (Adresse für
elektronisches Postfach) für Ihre Online-Präsentation
an. Empfehlenswert ist eine E-Mail Adresse mit folgendem Aufbau:
webmaster@servername.länderkennzeichen.
Wollen
Sie selber einen Mail-Server einrichten, empfiehlt es sich,
einen Freeware POP3 Mail-Server zu verwenden.
Neue Web-Techniken
Die folgenden
Techniken bergen ein hohes Sicherheitsrisiko für den Web-Benutzer,
weil mit ihnen ohne Wissen des Benutzers Programme eingeschleust
werden können, die möglicherweise den Client schädigen.
Beispielsweise könnten unbemerkt Informationen vom Rechner
des Benutzers zum Server übertragen werden, oder es könnten
ohne sein Wissen Geldüberweisungen vom Konto vorgenommen
werden.
- Java:
ist eine objektorientierte Programmiersprache von Sun Microsystems
und stellt eine Weiterentwicklung von C++ dar. Mit Java lassen
sich komplexe Animationen und Interaktionen oder externe Anwendungen
in HTML-Seiten einbinden.
Es werden zunehmend mehr und mehr Java-Programme (auch Java-Applets
oder Applets genannt) für die Nutzung im Internet geschrieben
(z. B. ein Programm zur Berechnung einer Bestellung). Das
Problem ist nach wie vor, daß die Kompilierung der Java-Applets
sehr langsam ist, was die Performance dementsprechend verschlechtert.
- Active-X:
ist eine neue Technik von Microsoft, die Mitte `96 vorgestellt
wurde. Mit dieser Technik können Sie mit Hilfe von VisualBasic
5.0 oder Visual C++ 5.0 Programme für das Internet entwickeln.
Die Anwendungen sind ähnlich wie bei Java-Programmen.
Active-X ist im Moment nur unter Windows und Internet Explorer
lauffähig.
- Active
Server Pages:
ist ein neue Skriptsprache von Microsoft, die Anfang `97 auf
den Markt gekommen ist. Mit den ASP können Sie "voll"
dynamische Web-Seiten erstellen. D.h., daß die AS-Seiten
vom Server interpretiert werden und dieser dem Client eine
auf ihn abgestimmte HTML-Seite übermittelt (z. B. individuelle
Bildschirmauflösung, benutzerabhängige Auswahl von
Information usw.).
Web-Platz mieten
Provider
wie CompuServe oder AOL bieten die Möglichkeit, eine eigene
Home-Page unterzubringen. Der Vorteil ist: Die Kosten dafür
sind mit dem monatlichen Mitgliedsbeitrag bereits abgegolten.
Nachteile:
- Die
meisten Provider erlauben dies nur für private Zwecke.
Nur CompuServe gestattet eine kostenlose Home-Page für
kommerzielle Zwecke.
- Das
Datenvolumen ist auf etwa 2 MB begrenzt.
- Das
Transfervolumen für Daten ist meist ungeregelt.
- Die
Benutzer haben keine eigene URL, sondern benutzen die ihrer
Provider: "xxxx.compuserve.com".
- Sie
können nur begrenzt interaktive Web-Seiten realisieren.
Webspace-Vermieter
haben unterschiedliche Konditionen. Man unterscheidet zwischen
Plattenvolumen (Speicherplatz auf dem Server für die Online-Präsentation)
und Transfervolumen (übertragene Datenmenge). Sie müssen
individuell entscheiden, welches Angebot für Ihre Ansprüche
am günstigsten ist. Rechnen Sie mit 300 MB Plattenplatz
für eine Online-Präsentation mit einfacher Interaktion
und einem Transfervolumen zwischen 80 und 200 MB im Monat.
Bei Webspace-Vermietern
haben Sie einen eigenen Domain-Namen, was folgende Vorteile
hat:
- Sie
können den Domain-Namen von Ihrem Firmennamen ableiten,
so daß Interessenten und Kunden Sie schnell im Web finden.,
z. B. http://www.intel.com.
- Bei
einem Providerwechsel dürfen Sie Ihren Domain-Namen mit
übernehmen, was für Ihre Kunden sehr wichtig ist.
Bezeichnung registrieren lassen
Die
Domain-Namen werden im Web nach dem Prinzip "wer zuerst
kommt, mahlt zuerst" vergeben. Unter http://www.springer.de
findet man z. B. nicht etwa den bekannten Zeitungsverlag Axel-Springer,
sondern den möglicherweise weniger bekannten Wissenschaftsverlag
Springer in Heidelberg. Den Axel-Springer Verlag findet man
hingegen unter der weniger sprechenden URL http://www.asv.de.
Clevere
Geschäftsleute lassen sich eine URL für einen bekannten
Firmennamen eintragen und bieten diese dann den Firmen zum Verkauf
an. So soll es dem Musiksender MTV und der Fast-Food-Kette McDonalds
ergangen sein (Schotthöfer
1997). Mit Hilfe des Landgerichtes Frankfurt bekam Anfang
dieses Jahres der Automobilhersteller Citroën den Domain-Namen
citroen.de zurück, den ein Firmenfremder reserviert hatte.
Sie
können einen Antrag direkt an das De-Nic (Deutsches Network
Information) unter http://www.denic.de
schicken, oder die Registrierung findet über Ihren Provider
statt. Unter der DE-Nic-Adresse kann man auch selbst nachsehen,
welche Bezeichnungen schon registriert bzw. reserviert sind.
Seit
kurzem verlangt das De-Nic eine Erklärung vom Anmelder,
daß keine Rechte Dritter verletzt werden. 
Kennung com oder de wählen
Sie
müssen sich entweder für die internationale kommerzielle
Kennung com oder den nationalen Zusatz entscheiden: z. B. de
für Deutschland.
Für
die com-Bezeichnung ist das NIC (National Internet Coun
cil)
zuständig, für die de-Bezeichnung das De-Nic (Deutsches
Network Information).
Zusammenarbeit mit einer externen Online-Agentur
Kriterien
für die Zusammenarbeit mit einer Online-Agentur
Hooffacker
et al. (1996, S. 121)
empfehlen, die Agentur nach folgenden Kriterien zu prüfen:
- "Ist
die Agentur und insbesondere ihr Online-Angebot bekannt?
- Kann
sie mindestens zwei Referenzkunden vorweisen, deren Produkte
oder Services mit den Ihren vergleichbar ist?
- Wie
sehen die Erfolgszahlen der Referenzkunden aus? Wie oft wird
die Seite täglich aufgerufen? Und wie hoch ist der Umsatz,
der online erzielt wird, absolut und prozentual am Gesamtumsatz?
- Was
ist in der monatlichen Grundgebühr an Leistungen enthalten,
wofür muß extra bezahlt werden?...
- Sind
in den Preisen für die Gestaltung regelmäßige
Aktualisierungen Ihres Angebots enthalten? Falls nicht: Was
kostet das Bearbeiten einer Seite?"
Für
Roll (1996) ist es besonders
wichtig, daß die Agentur eine Strategie vorlegt, die alle
Bereiche des Marketing berücksichtigt (anstatt nur Teilbereiche
wie Öffentlichkeitsarbeit).
Empfehlenswert
ist auf jeden Fall, die Online-Präsentationen der in Frage
kommenden Online-Agenturen zu testen.
Wo finden Sie eine Online-Agentur?
Adressen
von Online-Agenturen finden Sie in der Fachpresse (z. B. Screen
Multimedia) oder im Buch von Hoffacker
et. al. (1996). Unter http://www.tippecanoe.com/actserch.html*
gibt es eine Übersicht über Online-Agenturen.
Vertragsgestaltung
Für
die Projekt-Phasen Grobkonzept und Feinkonzept eignet sich ein
Dienstvertrag, für die Realisierung dagegen ein Werkvertrag
(Schramm 1996). Bei einem
Dienstvertrag können sich die Parteien noch voneinander
trennen.
Der Vertrag
sollte u. a. folgende Punkte regeln (Schramm
1996):
- Änderungswünsche
seitens der Auftraggeber
- Verzug,
Nicht-Erfüllung
- Fehler
bzw. Mängel und ihre Beseitigung
- Vergütung
und die Fälligkeit der Vergütung
- Nutzungsrechte
- Rechte
Dritter
- Haftungsbeschränkung
- Gerichtsstand
Rechtsprobleme und Rechtsvorschriften
Die Akzeptanz
des Web wird durch Rechtsunsicherheiten beeinträchtigt.
Hier werden nur die Rechtsprobleme und die Rechtsvorschriften
beschrieben, die für eine Online-Präsentation relevant
sind.
Namensrecht beim Domain-Namen
Das
Landgericht Mannheim hat sich als erstes in Deutschland mit
dem Namensrecht im Web auseinandergesetzt. Ein privates Unternehmen
war unter heidelberg.de eingetragen. Die Stadt Heidelberg klagte
dagegen und bekam "wegen Verletzung des Namensrechtes"
recht.
Die
Anwendung des Namensrechtes bedeutet, "daß der Berechtigte
sich dagegen wenden kann, wenn durch die unbefugte Verwendung
durch Nichtberechtigte der unzutreffende Eindruck einer Verbindung
mit dem Nichtberechtigten entsteht". Nach der Rechtsprechung
genügt es, wenn 15 % der Personen aus
einer gesicherten Stichprobe die falsche Vorstellung gewonnen
haben (Schotthöffer 1997).
Anwendbare Rechtsordnung
Kuner
(1996)
stellte folgende Kriterien auf, wonach beurteilt wird, welches
Recht auf eine Handlung im Web anzuwenden ist:
- Deutsches
Recht ist immer auf Web-Tätigkeiten eines deutschen Providers
anzuwenden.
- Anzuwenden
ist auch das Recht des Landes, welches als Ziel für eine
Web-Tätigkeit gewählt wurde. Ein Indiz dafür
ist die Sprache des Angebots.
Das internationale
Recht kann man aber nicht ohne weiteres außer acht lassen.
Nach Hansen (1996) sind
folgende Rechtsvorschriften relevant:
- Internationales
Privatrecht:
Bei Unstimmigkeiten in der Abwicklung eines internationalen
Web-Geschäftes muß das Gericht nach den Regeln
des internationalen Privatrechts ermitteln, welches nationale
Recht anzuwenden ist.
- Das
UN-Kaufrechtsabkommen (1980):
Dieses Abkommen wurde bereits 1980 verabschiedet, um Verträge
über den internationalen Warenkauf zu erleichtern. Bis
jetzt haben es 44 Länder (darunter die meisten EU-Länder)
unterzeichnet. Bei einigen Ländern (wie z. B. den USA,
Kanada oder China) ist es nur eingeschränkt anwendbar,
weil sie Vorbehalte angemeldet haben (Helfrich
1996). Das UN-Kaufrechtsabkommen gilt nur, wenn alle Parteien
des Web-Geschäftes in Ländern ansässig sind,
die dem Abkommen beigetreten sind.
- Privatrechtliche
Selbstbestimmung:
Weder das internationale Privatrecht noch das UN-Kaufrechtsabkommen
sind zwingend. Die Geschäftspartner können die Rechtsordnung
selbst bestimmen, die für ihr Geschäft gelten soll.
Gültigkeit der Rechtsgeschäfte im
Web
In Deutschland
gilt die Formfreiheit für Rechtsgeschäfte. Nur wenige
Rechtsgeschäfte wie z. B. Bürgschaften erfordern die
Schriftform. Aus diesem Grund sind prinzipiell alle Rechtsgeschäfte
gültig, die über das Web abgewickelt werden (Schneider
1996/97).
Folgende
Probleme können aber entstehen:
- Bei
Online-Rechtsgeschäften ist es schwierig, die Geschäftsfähigkeit
des Erklärenden zu prüfen. Im Web gibt es keine
Möglichkeit, das Alter und die Identität einwandfrei
zu prüfen. Gummig (1996)
empfiehlt, diesbezüglich einen Warnhinweis anzubringen.
- Wie
kann man beweisen, daß ein bindender Vertrag zustande
gekommen ist? Ein Vertrag ist auf jeden Fall zustande gekommen,
wenn die Bestellung bestätigt ist oder die Leistung erbracht
wurde (Schneider 1996/97).
Eine Digitalunterschrift
identifiziert elektronische Dokumente eindeutig. Sie soll in
das Informations- und Kommunikationsgesetz, das dieses Jahr
vom Bundestag/Bundesrat verabschiedet wird, aufgenommen werden.
Ziel des Gesetzes ist es, die Digitalunterschrift eindeutig
einer Person zuordnen zu können und die Unterschrift fälschungssicher
zu machen (Schulski-Haddouti
1996a). Digitalunterschriften werden z. Zt. auch in einem
Sachverständigenausschuß der internationalen Handelskammer
(ICC) besprochen (Kuner 1996).
Zu empfehlen
ist zudem ein Verweis auf die AGB. Oder der Kunde muß
zuerst die AGB bestätigen, bevor er eine Bestellung vornehmen
kann (Schneider 1996/97).
Probleme gibt es, wenn die AGB nur beiläufig oder unter
erheblichem Zeitaufwand abrufbar sind bzw. nur in englischer
Sprache vorliegen (Helferich
1996).
Markenrecht
Wenn
eine Marke eingetragen ist, darf sie nicht von Unbefugten benutzt
werden (Schotthöfer 1996).
Um internationale Kollisionen zwischen Markennamen zu vermeiden,
gibt es Abkommen wie die "Pariser Verbandsübereinkunft
zum Schutz des gewerblichen Eigentums" oder das "Madrider
Abkommen".
Die
Verwendung anderer Markennamen in Online-Präsentationen
ohne Erlaubnis der Rechtsinhaber ist verboten.
Datenschutz
Die
"Electronic Communication Privacy Act" von 1986 legt
in den USA fest, daß die elektronische Kommunikation (einschließlich
E-Mails) vor Übergriffen Dritter zu schützen ist (Kronenberg
1995). In Europa gibt es seit 1995 eine EU-Datenschutzrichtlinie
zum "Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung
personenbezogener Daten" (Hoeren
1996).
In
einigen Ländern (wie z. B. Frankreich) sind Verschlüsselungsprogramme,
mit denen sich u.a. E-Mails codieren lassen, verboten, wenn
der Staat keinen Zugriff auf die Schlüssel hat.
Durch
das Protokollieren der Abrufe von Dateien wird das Online-Verhalten
eines Benutzers registriert und gespeichert. Dadurch läßt
sich leicht ein Nutzerprofil erstellen. Das Datenschutzgesetz
für Teledienste soll verhindern, daß solche Daten
von eifrigen Marktforschern gesammelt werden. Das Gesetz untersagt
z. B. die Erstellung von Nutzerprofilen (Schulski-Haddouti
1997).
E-Mails
Das
Bundesgericht von Pennsylvania entschied im Oktober 1996, daß
Online-Dienste (in diesem Fall AOL) die Weiterleitung von unaufgeforderten
Werbe-E-Mails verweigern können (Duhm
1996b).
Der
BGH entschied bereits 1988, daß "elektronische Wurfsendungen"
nicht erlaubt sind, solange der Empfänger sie nicht kostenlos
empfangen kann bzw. ungelesen löschen kann (Schneider
1996/97).
Die
Firma Volvo bot schon 1994 ihren Homepage-Besuchern die Möglichkeit,
E-Mails an Volvo zu schicken. Übersehen wurde dabei jedoch,
daß nach amerikanischem Recht ein Hersteller auf Mängelrügen
reagieren und Abhilfe anbieten muß, sonst besteht eine
Rückkaufverpflichtung des Herstellers. Volvo gab daher
diesen E-Mail-Service für seine Kunden sehr schnell wieder
auf (Gummig 1996).
Online-Spiele
Rechtliche
Probleme entstehen bei Online-Spielen wegen der möglichen
internationalen Beteiligung, denn je nach Land gibt es unterschiedliche
Regelungen. In den USA dürfen sich daher nur US-Bürger
an diesen Online-Spielen beteiligen (Roll
1996).
Preisangabeverordnung
Diese Verordnung
hat folgende Vorschriften (Schotthöfer
1996):
- Es müssen
die Endpreise (d. h. der Preis einschließlich Umsatzsteuer
und sonstigen Sonderposten) angegeben werden.
- Die
Angaben in Fremdwährung oder die Verwendung ausländischer
Maßeinheiten ist verboten.
Online-Werbung
Die deutschen
Rechtsvorschriften schreiben eine Trennung von Werbung und redaktionellen
Inhalten sowie eine explizite Kennzeichnung vor (Gummig
1996). In Online-Präsentationen sieht man immer öfter
das Wort "Anzeige" über einem Banner (siehe z.
B. http://www.stern.de).
Die Vorgabe, eine Werbung nur in Verbindung mit einem bestimmten
redaktionellen Beitrag zu plazieren, ist nicht erlaubt (Gummig
1996).
Online-Werbung
(nach Schotthöfer 1996)
- ist
sittenwidrig, wenn sie für ein sittenwidriges Produkt
wirbt, auch wenn die Werbung selbst nicht anstößig
ist.
- darf
nicht gegen die "guten Sitten" verstoßen.
Das ist der Fall, wenn vergleichende Werbung angeboten wird
oder wenn Werbung von Verbrauchern als solche nicht klar erkennbar
ist. Es ist noch unklar, ob Werbung hinter einem Verweis in
einem redaktionellen Beitrag gegen diesen Grundsatz verstößt.
- darf
nicht irreführend sein.
Das Oberlandesgericht Frankfurt befand es beispielsweise als
irreführend, daß die Betreiber eines Sex-Dialog-Systems
(Chat-Forum) anstelle von Teilnehmern eigene Mitarbeiter für
die Dialoge einsetzten.
Wenn eine
Online-Werbung in Deutschland ausgestrahlt wird, gelten die
deutschen Vorschriften. Eine Werbung kann also verboten werden,
auch wenn der Inhalt (z. B. vergleichende Werbung) in dem Land,
von dem sie ausgeht, erlaubt ist (Schotthöfer
1996).
In der
EU gibt es die sog. "Irreführungsrichtlinie",
mit der die Vorschriften zur Bekämpfung der Irreführung
in der EU harmonisiert werden soll.
Verbraucherschutz
Die
Verbraucherschutzbestimmungen sind noch nicht an die neuen Vertriebsformen
angepaßt. Die EU-Richtlinie für den Verbraucherschutz
bei Vertragsabschlüssen im Fernabsatz (Juni 1995) will
die rechtlichen Grundlagen für Online-Shopping innerhalb
der EU harmonisieren. Damit die Regelungen dieser EU-Richtlinie
rechtskräftig werden, müssen sie noch in das Nationalrecht
der EU-Länder umgesetzt werden.
Urheberrecht
Ein geschütztes
Werk darf nur vom Urheber verbreitet werden. Durch das Urheberrecht
wird ein Werk geschützt, wenn folgende Kriterien erfüllt
sind (Bergmann 1996 S. 114):
- "Das
Werk ist ein Original.
- Das
Werk wurde persönlich geschaffen.
- Das
Werk ist nicht trivial.
- Das
Werk hat einen gewissen Umfang."
Eine einfache
Homepage wird nach Bergmann nur bedingt als Werk angesehen.
Die Nutzung
für neue Medien (wie das Web) muß ausdrücklich
vorgesehen sein: Formulierungen wie z. B. "Übertragung
des Rechts zur unbeschränkten Nutzung" oder "Übertragung
auch für neue, noch nicht bekannte Nutzungsarten"
reichen nicht aus. Die Anwender müssen nachträglich
das Einverständnis des Rechtsinhabers einholen. Erst 70
Jahre nach dem Tod des Rechtsinhabers (Schotthöfer
1996) ist die Nutzung frei.
Das "Downloaden"
ist als Vervielfältigung anzusehen und bedarf der Zustimmung
der Rechtsinhaber. Nur einzelne Vervielfältigungen zum
privaten Gebrauch sind erlaubt (Schotthöfer
1996). In den USA wird jedoch gefordert, daß das Vielfältigen
von Daten aus dem Web grundsätzlich als Verletzung des
Urheberrechts angesehen wird (Duhm
1997).
Das Verändern
eines geschützten Werkes ist ebenfalls verboten. Eine Ausnahme
liegt nur vor, wenn aus der Bearbeitung ein neues Werk entstanden
ist. Dies ist allerdings sehr selten der Fall (Schotthöfer
1996).
Fotos von
Personen dürfen nur mit Erlaubnis der jeweiligen Person
im Web angeboten werden. Das Recht des Abgebildeten endet 10
Jahre nach seinem Tod (Schotthöfer
1996).
Im Dezember
1996 fand die Genfer Copyright-Konferenz statt, die von der
World Intellectual Property Organization (WIPO) organisiert
wurde. Nach deren Vorstellungen sollen die Provider und Online-Dienste
für Copyright-Verletzungen in ihren Netzen haften (Duhm
1997).
Die Harmonisierung
der Vorschriften ist schwierig, weil das Urheberrecht durch
das Berner Abkommen geregelt ist, welches wiederum nur einstimmig
verändert werden kann (Vahrenwald
1996).
Strafbare Handlungen
Im Web
sind - wie auch in anderen Publikationsformen - die Verbreitung
pornographischer Schriften, Volksverhetzung und Gewaltdarstellungen
verboten. Es ist unklar, ob der Verweis zu Web-Seiten mit verbotenem
Inhalt (z. B. vergleichende Werbung) als Beihilfe zu einer Straftat
angesehen werden darf (Schulski-Haddoutii
1996c).
Eine Arbeitsgruppe
der Kriminalpolizei München hat Mailboxen und Datendienste
überprüft (Pitzer
1996):
- In 51
Fällen hat sie pornographische Bilder und Texte bzw.
verbotene Computerspiele gefunden.
- 13mal
ist sie auf verfassungs- und fremdenfeindliches Material gestoßen.
- In 9
Fällen hat es Verdacht auf Wirtschaftskriminalität
gegeben.
Wettbewerbsrecht
Schneider
(1996/97) weist darauf
hin, daß viele Online-Angebote Informationen enthalten,
die nach deutschem Recht wettbewerbswidrig sind. Ein Verstoß
gegen das Wettbewerbsrecht liegt nach Gummig
(1996) vor, wenn ein
Verbraucher dadurch getäuscht wird, daß die Werbung
einen redaktionellen Anschein hat. Dies kann der Fall sein,
wenn man aus dem redaktionellen Teil der Online-Präsentation
in einen Werbeteil verweist, ohne daß die Benutzer darauf
aufmerksam gemacht worden sind. Daher muß geklärt
werden, ob eine Online-Präsentation, zu der verzweigt wird,
"als Werbung oder als redaktionell geprägtes Angebot"
zu betrachten ist.
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Legal Issues - Rechtsaspekte bei On- und Offline-Produktion.
Tagungsband des dmw-Forum in Berlin 1996.
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