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tekom-Herbsttagung 1997: Teilnehmer-Rekord dank neuer Konzeption
Artikel
erschienen in
Ausgabe Dezember 1997
Von
Ulrich Thiele
Inhaltsübersicht:
Die behutsam
eingeführten Änderungen des Tagungskonzeptes beginnen
nun Früchte zu tragen: Eine Rekordzahl von 700 Teilnehmern
hatte sich im Mannheimer Congress Centrum zum dreitägigen
Fortbildungsangebot der tekom eingefunden.
"Come
together!"
Laut
tekom-Geschäftsführer Michael Fritz zielt die Neuorientierung
des Tagungskonzeptes auf die veränderten Anforderungen an
den Beruf des Technischen Redakteurs ab: Nicht mehr die pure Informationsvermittlung
solle hier im Vordergrund stehen, denn alle wichtigen Fachinformationen
könne sich jeder Redakteur im Zeitalter der elektronischen
Kommunikation auch außerhalb einer Tagung beschaffen.
Stattdessen
sollten sich die Schwerpunkte künftiger tekom-Tagungen hin
zur Kommunikation der Technischen Redakteure untereinander verschieben,
hin zum Erfahrungsaustausch, zur Präsentation praxisbezogener
Lösungswege. Michael Fritz sieht die künftigen Aufgaben
der tekom im Rahmen der Tagung eher auf der Ebene der Kommunikation
denn bei der Wissensvermittlung.

In diese
Richtung geht das Konzept des Erfahrungsaustausches für Führungskräfte
und für Selbständige genauso wie das der sogenannten
Expertentische: Diese 54 Tische standen im großen Saal des
Congress Centrums, jeweils besetzt mit einem Referenten oder Fachvertreter,
der den Besuchern zu einem speziellen Thema Rede und Antwort stand.
Eindreiviertel Stunden lang wurde an den Tischen mehr oder weniger
ausgiebig diskutiert. Eine Auswertung der besonders frequentierten
Experten könnte einen guten Überblick über die
wirklichen Interessen der Tagungsteilnehmer verschaffen!
Die eigenständige
tekom-Messe
Ebenfalls
im Sinne einer vertieften Kommunikation des Verbandes mit dem
Umfeld kann die gewachsene Bedeutung der traditionellen Dienstleisterausstellung
gewertet werden: Nunmehr als tekom-Messe bezeichnet boten die
Aussteller nicht mehr nur ein Forum für die Tagungsteilnehmer
wie in der Vergangenheit; diesmal gab es auch für Interessenten
aus Presse und Wirtschaft eine willkommene und vielfach genutzte
Gelegenheit, sich mit neuen Angeboten auf allen Gebieten der Technischen
Dokumentation vertraut zu machen.
Mehr noch:
Mit dieser Öffnung nach außen transportiert die tekom
das Thema Anwenderdokumentation wirkungsvoll in die Medien und
in das Bewußtsein einer breiteren Bevölkerungsbasis.
Also eine zusätzliche Werbung zum Nulltarif nicht
nur für die Dienstleister der Ausstellung, sondern auch für
die Sache des Verbandes.
Der Tutorialtag
Eine ebenfalls
neue Einrichtung ist der Tutorialtag vor der eigentlichen Tagung.
In halbtägigen Firmenworkshops erhalten die Teilnehmern ausführlich
Gelegenheit, ihr Fachwissen in speziellen Problembereichen zu
vertiefen. Auch dieses Debüt wurde insgesamt gut aufgenommen,
immerhin entschlossen sich trotz der Zusatzkosten etwa 60 Teilnehmer
für das neue Tagungsangebot.
Auf der anderen
Seite wäre es wünschenswert gewesen, wenn dem Ruf der
tekom auch einige Anbieter von Schlüsselprodukten für
die Technische Redaktion gefolgt wären; beispielsweise hätte
sich hier eine gute Gelegenheit für Adobe Systems geboten,
Problemlösungen und Workarounds mit praktischem Wert zur
aktuellen und künftigen FrameMaker-Version den darauf angewiesenen
Endbenutzern zu vermitteln. Leider beschränkte sich Adobe
mit einem Messestand auf die reine Präsentation neuer Produkte
und Strategien. Und dies alleine ist zuwenig vor dem Hintergrund
der Marktführerschaft von Adobe bei Produkten wie Acrobat
und FrameMaker, deren nahezu einzige Zielgruppe in Mannheim versammelt
war.
Ihre Chance
wußten dagegen kleinere Anbieter von Speziallösungen
gut zu nutzen, um so manchen Teilnehmer von den Möglichkeiten
ihres Unternehmens zu überzeugen.
Was noch auffiel
Die Tagung
ist vom Congress Centrum Mannheim in Zusammenarbeit mit der tekom
vorzüglich organisiert worden. Die Ausstattung der Vortragsräume
mit sogenannten Beamern zur Projektion von Computerpräsentationen
war vorbildlich, einmal davon abgesehen, daß die fehlerhafte
Einstellung von Grafikkarten der Referenten-Laptops den optischen
Genuß manchmal sichtbar trübten.
Was zu verbessern
wäre? Fragen und Anregungen zur Tagung wurden am Expertentisch
Nummer 51 diskutiert, wir werden die Ergebnisse im nächsten
Frühjahr sicher erleben... 
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