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Unternehmenskommunikation
im digitalen Zeitalter
Artikel
erschienen in
Ausgabe Februar 1998
Von
Annelyse Forst
Inhaltsübersicht:
In der
externen wie internen Unternehmenskommunikation tut sich ein weites
Betätigungsfeld auch für Technische Redakteure auf,
leider wird dieser Bereich aber zumeist von Marketing- und PR-Fachleuten
bestritten. Doch wer außer einem Technischen Redakteur ist
prädestiniert dafür, technische Unternehmensdaten und
Betriebsabläufe systematisch zu erfassen und verständlich
aufzubereiten?
Durch
den Wandel von der Produktions- zur Informationsgesellschaft nimmt
die Unternehmenskommunikation einen immer höheren Stellenwert
ein, wobei vermehrt digitale Medien zum Einsatz kommen.
Dieser
Beitrag gibt einen Überblick über die Aufgaben, Ziele
und Instrumente moderner Unternehmenskommunikation und zeigt die
Einsatzmöglichkeiten digitaler Online- und Offline-Anwendungen
auf. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Nutzung von Intranet
und Extranet.
Aufgaben,
Ziele und Instrumente der Unternehmenskommunikation
Unternehmenskommunikation
ist "die strategisch orientierte Kommunikation nach innen
und nach außen, mit dem Ziel, die Einstellungen der Öffentlichkeit
und der Mitarbeiter gegenüber der Organisation zu beeinflussen
oder zu verändern" [1]
.
Information
und Kommunikation entwickeln sich immer mehr zu einem noch oft
unterschätzten Wettbewerbsvorteil und somit zu einem wichtigen
Erfolgsfaktor in globalisierten Märkten. Informationen sind
der wichtigste Produktionsfaktor, weil sie alle anderen Produktionsfaktoren
steuern. Aktuelle und fehlerfreie Informationen zum richtigen
Zeitpunkt bilden also die Grundlage für sämtliche Unternehmensentscheidungen.
Daher werden insbesondere jene Unternehmen erfolgreich, die "Informationen
effektiv managen und für eine schnelle Nutzung bereithalten".
[2]
Produkte
und Dienstleistungen ähneln sich in ihrem Inhalt und ihrem
Preis immer mehr; nur über unterschiedliche Kommunikationsstrategien
lassen sie sich noch unterscheiden. Dadurch löst der Kommunikationswettbewerb
zunehmend den Produktwettbewerb ab. Nach einer Untersuchung über
Konsumverhalten sind 78% der Verbraucher Marken-Bewußte
oder gar Marken-Enthusiasten [3]
.
Die Ziele
der Unternehmenskommunikation sind:
- der optimale
Informationsfluß zwischen allen Unternehmensbereichen
und
- die reibungslose
Kommunikation zwischen dem Unternehmen und seinen Geschäftspartnern
(Kunden, aber auch Lieferanten) bzw. der Öffentlichkeit
|
Ziele
der Unternehmenskommunikation
|
%-Anteil
der Befragten, die
die Behauptung bejahen
|
|
Steigerung
des Bekanntheitsgrades
|
80,4%
|
|
Imageprofilierung
|
68,5%
|
|
Vermarktung
von Dienstleistungen und Produkten
|
65,2%
|
|
Kommunikation
mit den Kunden
|
46,7%
|
|
Dialog
mit den Mitarbeitern
|
28,
3%
|
|
Tab.
1: Ziele der Unternehmenskommunikation; Datenbasis: 500
Hamburger Firmen und Verbände [4]
|
Träger
der internen und externen Unternehmenskommunikation ist die Abteilung
für Öffentlichkeitsarbeit bzw. Public Relations (PR).
PR umfassen "das Management von Kommunikation von Organisationen
mit deren Bezugsgruppen" [4]
. Dabei sind PR keine neutrale Kommunikation, sondern Auftragskommunikation,
die dazu beiträgt, daß die Unternehmensziele erreicht
werden. Dies umfaßt ökonomische Ziele (z.B. Steigerung
von Marktanteilen) und außerökonomische Ziele (z.B.
Verbesserung des Unternehmensimage oder der Einstellungen der
Öffentlichkeit) [5]
. Werbliche Nebenwirkungen haben die PR nur über den Umweg
der Steigerung des positiven Unternehmensimage [6]
.
Interne
Unternehmenskommunikation
In jedem
Unternehmen findet Mitarbeiterkommunikation statt: entweder über
einen formellen Weg oder über informelle Kanäle (z.B.
Gespräche unter Mitarbeitern, Gerüchteküche).
Wissenschaftliche
Untersuchungen und Mitarbeiterbefragungen spiegeln die Bedeutung
der internen Unternehmenskommunikation:
- Mitarbeiter,
die mit der internen Unternehmenskommunikation unzufrieden sind,
sind auch unzufrieden mit ihrem Arbeitsplatz bzw. ihrem Arbeitgeber
und umgekehrt.
- Informationsniveau
und Betriebsklima hängen stark zusammen: Gut oder sehr
gut informierte Mitarbeiter beurteilen das Betriebsklima als
gut oder sehr gut und umgekehrt.
- Ca. 40
bis 50% der Beschäftigten beurteilen die interne Unternehmenskommunikation
mit der Schulnote 3 und schlechter.
Tabelle 2
listet die wichtigsten Mittel der internen Unternehmenskommunikation
und die Häufigkeit ihres Einsatzes auf:
|
Mittel
der internen
Unternehmenskommunikation
|
Häufigkeit
des Einsatzes [4]
|
|
Schwarzes
Brett
|
97,4%
|
|
Betriebsversammlung
|
93,6%
|
|
Mitarbeiterzeitungen
und -zeitschriften
|
72,
9%
|
|
Gespräche
zwischen Geschäftsführung und Mitarbeiter(-gruppen)
|
54,1%
|
|
regelmäßige
Mitarbeiterbesprechungen
|
53,1%
|
|
Einführungsschritte
für Mitarbeiter
|
45,4%
|
|
aktuelle
schriftliche Informationen
|
44,3%
|
|
Informationsdienste
für bestimmte Mitarbeitergruppen
|
43,0%
|
|
Führungsrichtlinien
|
41,9%
|
|
Tab.
2: Mittel der internen Unternehmenskommunikation und ihre
Einsatzhäufigkeit
|

Externe
Unternehmenskommunikation
Ziel
der externen Unternehmenskommunikation ist es, das Unternehmen
als kompetent, kunden- und umweltfreundlich etc. zu präsentieren
und damit einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.
Die externe
Unternehmenskommunikation hat drei wichtige Zielgruppen:
- die Kunden
- die Medien
(als Vermittler zwischen dem Unternehmen und der Öffentlichkeit)
- die Nachbarschaft
Die Kunden
sind die wichtigste Bezugsgruppe eines Unternehmens, denn sie
bestimmen den Unternehmenserfolg. Unzufriedene Kunden schaden
einem Unternehmen sehr: Ein unzufriedener Kunde berichtet durchschnittlich
fünfzehn weiteren (potentiellen) Kunden von seinen schlechten
Erfahrungen, ein zufriedener Kunde teilt seine positiven Erfahrungen
dagegen nur dreimal mit. [4]
Die wichtigsten
Instrumente der Kunden-Kommunikation sind:
- direkte
Kundenkontakte
- Kundenzeitungen
und -zeitschriften
- Informationsdienste
oder -briefe
- Unternehmensdarstellung/Imagebroschüre/Backgrounder
- Fachartikel/Bücherrezensionen/Tagungsbeiträge
Die Kommunikation
mit den Medien steht an erster Stelle bei den Unternehmen: Für
über 90% ist diese Form der externen Unternehmenskommunikation
das wichtigste Instrument der Öffentlichkeitsarbeit [4;
7] .
Die Berichterstattung
in den Medien wird nicht etwa wegen des Eigenwertes eines Ereignisses
ausgelöst, sondern ist überwiegend auf die Pressearbeit
von Unternehmen und Organisationen zurückzuführen: Zwei
Drittel bis drei Viertel aller Presseartikel gehen auf Pressemeldungen
zurück, eigenrecherchierte Berichte machen nur noch ca. 10%
der Beiträge aus. Der Rest besteht aus Mischformen. [9]
Die wichtigsten
Instrumente der Kommunikation mit den Medien sind:
- direkter
Kontakt mit Journalisten
- Presseveranstaltungen
wie Pressekonferenzen und -gespräche
- Pressearbeit
bei Messen
- Presseverteiler
- Pressemitteilungen
- Pressemappen
- Geschäftsbericht
- Unternehmensdarstellung/Imagebroschüre/Backgrounder
Die Nachbarschafts-
oder Standort-PR ist vor allem für Unternehmen wichtig, die
mit ihrer Nachbarschaft in Konflikt geraten können (z.B.
chemische Industrie oder Atomkraftwerke). Instrumente der Nachbarschafts-PR
sind:
- Tag der
offenen Tür/Betriebsbesichtigungen
- Nachbarschaftszeitungen
- Kulturprogramm
- Kommunaltreffen
Exkurs: Was bietet
ein Intranet?
Der Begriff
Intranet umschreibt die Verwendung der Internet-Technik (z.B.
TCP/IP, HTML, Web-Browser) für firmeninterne Netze. Ein Intranet
wird Extranet genannt, wenn externe Mitarbeiter (z.B. Berater,
Teleworker), Geschäftspartner, Lieferanten etc. auf das Intranet
zugreifen können.
Intranets
sind mehr als nur ein "privates" Internet: Zusätzlich
zur Hard- und Software enthält ein Intranet diverse Konzepte,
um das Informationsmanagement zu verbessern.
Neben Netzwerkdiensten
bietet ein Intranet die folgenden Benutzerdienste [9]:
- unternehmensweiter
Informationsaustausch und Informationsmanagement
- Informationssuche
- Kommunikation
- Groupware-Anwendungen
- Datenbankzugriffe
- Zugriffe
auf unternehmensspezifische Anwendungen
- Multimedia-Erweiterungen
Im Vergleich
zu einem Internet-Server benötigt ein Intranet-Web-Server
einige zusätzliche Funktionen [10]
:
- Authentifizierung
der Benutzer mit Paßwort und Namen
- Datenbankabfrage-Möglichkeiten
- Möglichkeit
der Änderung von Intranet-Seiten auch durch die Benutzer
Da Suchmaschinen
nur HTML-Dokumente auffinden können, sind zudem spezielle
Retrieval-Lösungen für das Intranet erforderlich.
Mit Hilfe
von Groupware stehen zusätzlich zu den Informationen eines
Intranet sämtliche Daten aus den Unternehmensaktivitäten
(z.B. Briefvorlagen, Termine, Mitarbeiterzeitungen etc.) allen
berechtigten Mitarbeitern zur Verfügung. Alle Informationen
werden in Datenbanken abgelegt, in denen die Mitarbeiter nach
Dokumenten suchen können.
Burghardt
und Klein haben den Einsatz verschiedener Intranet-Anwendungen
in Unternehmen untersucht, das Ergebnis zeigt Tabelle 3:
|
Aktuelle
und geplante Anwendungen
|
Vorhandensein
|
|
Messaging
|
63%
|
|
Dokumenten-Management
|
57%
|
|
Datenbank-Anbindung
|
57%
|
|
File-Sharing
|
39%
|
|
Termin-Management
|
34%
|
|
Workflow
|
30%
|
|
Print-Sharing
|
27%
|
|
Electronic
Data Interchange
|
23%
|
|
Netzmanagement
|
17%
|
|
Systemmanagement
|
15%
|
|
Video-Conferencing
|
13%
|
|
Image-Management
|
12%
|
|
Sprachkommunikation
|
9%
|
|
andere
Anwendungen
|
2%
|
|
Tab.
3: Aktuelle und geplante Intranet-Anwendungen; Mehrfachnennung
möglich [11]
|

Unternehmenskommunikation
mit digitalen Mitteln
Internet
und Intranet verändern die Art, wie Menschen und Unternehmen
miteinander kommunizieren. Untersuchungen zufolge sind die folgenden
durch die digitale Kommunikation bedingten Veränderungen
festzustellen [9; 12]
:
- Schaffung
von Gesprächsmöglichkeiten auf Entfernung
- Verringerung
der traditionellen Kommunikation (z.B. mit Nachbarn)
- zurückgehende
Statuseinflüsse (der Einfluß von Mitgliedern mit
höherem Status, aber weniger Sachkenntnissen geht zurück)
- Äußerung
mehr extremer und spontaner Ideen
- hohe Zeitersparnisse
Es scheint
also, als ob die unpersönliche Form der elektronischen Kommunikation
Hemmungen beim Mitteilen abbauen würde.
Digitale
Unternehmenskommunikation eröffnet vielfältige Vorteile:
- breite
Akzeptanz bei den Zielgruppen
- Integration
und Optimierung aller internen und externen Informationsflüsse
- beliebiges
Vervielfältigen und Versenden der Informationen
- geringe
Archivierungskosten
- Reduzierung
der Papierberge
- Information
Pulling statt Information Pushing (Die Mitarbeiter können
sich die benötigten Informationen selbst aussuchen; bei
zentraler Verteilung besteht hingegen die Gefahr, davon überschüttet
zu werden.)
- Möglichkeit
individualisierter, nach bestimmten Interessen/Problemen zusammengestellter
Informationen
- besserer
Informationsstand bei geringeren Kosten
- Synergie-Effekte
durch vernetztes Wissen (Informationsflüsse beginnen oft
mit der Frage "Weiß jemand...")
- Vertraulichkeit
des Informationsaustausches (mit Hilfe der Virtual Secure Private
Networks-Technik)
Messaging
Messaging
bietet äußerst vorteilhafte Anwendungen:
- Das elektronische
Versenden von Informationen ist um 90% billiger als das Versenden
von papiergestützten Informationen und um 95% billiger
als Faxen. Elektronisches Versenden ist zudem schneller.
- E-Mails
sind effizienter als Telefongespräche: Durch die schriftliche
Mitteilung muß das Wesentliche in einer klaren Abfassung
formuliert werden.
- Über
Mailing-Listen können nützliche Newsgoups und Diskussionsforen
aufgebaut werden.
- Der Einsatz
von E-Mails steigert die Produktivität.
Demgegenüber
stehen allerdings auch einige Nachteile, die es zu überwinden
gilt:
- E-Mails
sind nicht in ein schlüssiges Informationsmanagement-System
integriert, so daß die Mitarbeiter möglicherweise
durch immer mehr Informationen überfordert werden.
- Bei komplexen
Kommunikationsformen (z.B. Gruppenkommunikation von N zu M)
stoßen E-Mail-basierte Systeme schnell an ihre technischen
Grenzen [13] .
- Sicherheitsprobleme
können auftreten: Verschlüsselungstechniken sind nicht
in allen Ländern erlaubt, und Router können zwar Datenpakete
blockieren, aber keine E-Mails.
- Die emotionalen
Aspekte von Kommunikation sind kaum möglich. Lediglich
mit Smileys wie z.B. J oder L wird versucht, Emotionen auszudrücken.
Für
die interne Unternehmenskommunikation bietet Messaging die folgenden
Einsatzmöglichkeiten:
- Einträge
in ein Schwarzes Brett oder einen elektronischen Wunschbriefkasten
- elektronische
Veranstaltungshinweise
- Teilnahme
an internen Newsgoups und Diskussionsforen
- Rundschreiben
an alle Mitarbeiter oder bestimmte Mitarbeitergruppen über
einen Offline-Reader
- Mitarbeiter-Umfragen
über E-Mails
- persönliche
Homepages für die Mitarbeiter
Und auch
der externen Unternehmenskommunikation eröffnet Messaging
vielfältige Einsatzgebiete:
- direkte
Kontakte zu Kunden, Journalisten etc.
- Teilnahme
an unternehmensübergreifenden Newsgoups und Diskussionsforen
- elektronische
Newsletter (Informationsdienste oder -briefe)
- ein News-Ticker,
der dringende und topaktuelle Informationen verbreitet
- elektronische
Pressemitteilungen und sonstige Presseunterlagen
- elektronische
Anfragen aus der Öffentlichkeit
- Kundenumfragen
per E-Mail
Dokumentenmanagement
Im
betrieblichen Alltag werden unterschiedliche Dokumente mehrmals
weitergegeben, kommentiert, korrigiert und zurückgeschickt,
was viel Zeit kostet und zudem fehleranfällig ist. Hier schaffen
Dokumentenmanagement-Funktionen Abhilfe: Sie ermöglichen
es, daß mehrere Mitarbeiter gemeinsam an Dokumenten arbeiten,
und steuern und optimieren den Arbeitsfluß [14].
Die Dokumente können zusätzlich mit Attributen wie Titel,
Erstellungsdatum, Version etc. versehen werden.
Datenbank-Anbindung
Die
wichtigsten Informationen eines Intranet werden auf Datenbanken
gespeichert, die innerhalb des Intranet verteilt sind. Die meisten
Datenbankabfrage-Werkzeuge sind jedoch nicht sehr benutzerfreundlich.
Anders
dagegen Web-to-Database Query Tools: Der Intranet-Benutzer gibt
seine Suchbegriffe einfach in ein HTML-Formular ein, das über
Common Gateway Interface (CGI) weitergeleitet wird.
Ein
hilfreiches Werkzeug für Marketing- und PR-Berater sind Marketing-Informationssysteme,
die alle notwendigen Informationen in einer Datenbank sammeln.
Darüber hinaus bieten sie statistische Verfahren, Modelle
und Analysemöglichkeiten.
Inwischen
werden auch PR-Expertensysteme für die Entwicklung vonKommunikationsstrategien
(z.B. ADCAD) oder für die Beurteilung von Anzeigenwerbung
(CASS)angeboten.
Dank
einer solchen Datenbank-Anbindung können die Adressaten der
Unternehmenskommunikation (Mitarbeiter, Journalisten, Kunden etc.)
selbst in Firmendatenbanken recherchieren. Die Voraussetzung dafür
ist selbstverständlich, daß entsprechende Zugriffsrechte
vergeben werden.
File-Sharing
Über
File-Sharing können sich Mitarbeiter, Kunden, Journalisten
etc. selbst Informationen aus einem Server abholen (Information
Pulling). Mit Whiteboard-Anwendungen lassen sich auch Online-Korrekturen
durchführen. Ein PR-Mitarbeiter könnte also z.B.seinen
Pressetext in der Fachabteilung online korrigieren, was viel kostbare
Zeit für Hin- und Herschicken einspart.
Video-Conferencing
und Sprachkommunikation
Videokonferenzsysteme
werden zwar nicht das persönliche Gespräch ersetzen,
erfüllen aber am ehesten die Anforderungen einer ganzheitlichen
Kommunikation, weil sie auch nonverbale Kommunikation ermöglichen.
Sie eignen sich besonders für den Austausch von Informationen
zwischen zwei bis maximal fünf Personen innerhalb und/oder
außerhalb des Unternehmens, die sich gegenseitig sehen und
hören können sollten.
Video-Conferencing
und Sprachkommunikation steigern die Effizienz von Besprechungen
und ermöglichen ein preiswertes Telefonieren über das
Internet, was zu einer spürbaren Reduzierung der Telefonkosten
führen kann. Die entsprechende Software ist bereits Bestandteil
aller führenden WWW-Clientsysteme.
Für
die Unternehmenskommunikation bieten Video-Conferencing und Sprachkommunikation
die folgenden Einsatzmöglichkeiten:
- Bei wichtigen
Ereignissen (z.B. Ansprachen, interne Krisen-PR) können
die Mitarbeiter per Live-Durchsage und Video informiert werden.
- Mit entfernt
ansässigen Kunden oder Journalisten ist eine "persönliche"
Kommunikation preisgünstig möglich.
- Pressegespräche
oder -konferenzen können online durchgeführt werden.
- Bei Tele-Tagungen
können Interessenten von ihrem Arbeitsplatz aus live die
Vorträge einer Tagung verfolgen, Fragen stellen und sich
an Diskussionen beteiligen.
WWW-Anschluß
Ein Anschluß
des Intranet zum World Wide Web ermöglicht es den Mitarbeitern,
auf die gesamten Informationen des WWW zuzugreifen. Erfahrungsgemäß
surfen die Mitarbeiter nur während der ersten Wochen oft
im Internet, nach drei Monaten sinkt die Nutzungshäufigkeit
schnell ab [3].
Ein WWW-Anschluß
stellt jedoch ein Sicherheitsrisiko für ein Unternehmen dar:
Bei nur 3% der Unternehmen ohne WWW-Anschluß, aber bei 24%
der Unternehmen mit WWW-Anschluß gab es 1995 Einbrüche
[9]. Unternehmen mit WWW-Anschluß
müssen daher der Sicherheitsarchitektur des Intranet eine
große Bedeutung beimessen.
Die Internet-Technik
läßt sich für vielzählige Aufgaben der externen
Unternehmenskommunikation nutzen:
- Pressemitteilungen
und Geschäftsbericht zum Downloaden im Internet
- elektronischer
Kundensupport
- multimediale
Produktkataloge und -präsentationen mit Verweisen auf zusätzliche
Informationen (wie z.B. Pressestimmen, Veranstaltungshinweise)
- elektronische
Ausschreibungen
- virtuelle
Messen
CD-ROM
Als Ergänzung
zu Intranet und Internet ist die CD-ROM das wichtigste Offline-Medium
für die Unternehmenskommunikation. Dabei bilden diese Online-
und Offline-Medien keine "getrennten Welten": Immer
häufiger werden CD-ROMs mit einer Online-Anbindung versehen,
z.B. zur firmeneigenen Web-Site im Internet. Die CD-ROM enthält
dann die speicherintensiven Informationen, während aktualitätsbezogene
Daten online angeboten werden.
Die folgenden
PR-Instrumente werden vorzugsweise auf CD-ROM angeboten:
- elektronische
Pressespiegel
- Geschäftsbericht/Imagebroschüre/Firmeninformationen
u.ä.
- interaktive
Pressekits
- interaktive
Kongreßdokumentation
- Produktinformationen
u.ä.
- Produkt-
und Event-Ankündigungen
- Presseverteiler
- Werbespiele
Literaturverzeichnis
[1]
Regenthal, Gerhard: Identität und Image. Köln 1992
[2]
Schätzer, Daniel/Fabian Eilingsfeld: Intranets. Heidelberg
1997.
[3]
Pradel, Marcus: Marketingkommunikation mit neuen Medien. München
1997.
[4]
Herbst, Dieter: Public Relations.Berlin 1997.
[5]
Behrens, Gerold: Werbewirkung der Public Relations. In: Pflaum,
Dieter/Wolfgang Pieper (Hrsg.): Lexikon der Public Relations.
Landsberg 1989.
[6]
Grünewald, Helmut: Marketing. Renningen 1985.
[7]
Pauli, Knut S.: Leitfaden für die Pressearbeit. München
1993.
[8]
Brauer, Gernot: 99 mal PR-Checklisten für die erfolgreiche
Öffentlichkeitsarbeit. Düsseldorf 1996.
[9]
Kyas, Othmar: Corporate Intranets. Bonn 1997.
[10]
Lackenbauer, Ingo: Web-Server im Intranet. In: ZD Internet Professionell
Heft 5 1997, S. 58-65.
[11]
Burghardt, Peter/Andreas W. Klein: CW-Studie: Intranet. München
1997.
[12]
Noam, Eli: Interview in der FR vom11. August 1995.
[13]
Dierker, Markus/Martin Sander: Lotus Notes 4.5 und Domino. Bonn
1997.
[14]
Gralla, Preston: So funktionieren Intranets. Haar 1997.
|