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Intelligente Viewer in der Unternehmens-EDV

 

Artikel erschienen in
Ausgabe April 1998

Von Dirk Leismann

Inhaltsübersicht:

Der Bedarf an Produktdokumentationen hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen; die technische Dokumentation stellt mittlerweile einen entscheidenden Teil der Produktentwicklung dar. Ebenso sind die Anforderungen aus Sicht des Endverbrauchers einem starken Wandel unterlegen: Die Qualität der technischen Dokumente in Form von Bedienungsanleitungen hat einen großen Einfluß auf die Kundenbindung und -zufriedenheit. Es wäre nicht das erste Mal, daß ein zuverlässiges Produkt beim Verbraucher durchfällt, weil die Bedienungsanleitung mangelhaft oder unvollständig ist.

Aus Sicht des Herstellers hat es in der Vergangenheit ebenfalls große Herausforderungen im Bereich der technischen Dokumentation gegeben. Hier sei nur an die Inkompatibilität der unterschiedlichen EDV-Systeme und der dazugehörigen Dateiformate erinnert, die den Datenaustausch und die Weiterverarbeitung der Dokumente zu einem Abenteuer werden ließen. Waren die Dokumente einmal erstellt, konnten diese in der Regel nur als Druckwerk an den Endverbraucher weitergeleitet werden.

Nachdem nun EDV-gestützte Methoden für die Erstellung von Online-Dokumenten zur Verfügung stehen, ergibt sich ein weiteres Problemumfeld: Die Illustrationen in technischen Dokumenten sind als Rastergrafiken nicht vergrößerbar, Hot Spots sind nicht objektorientiert und müssen daher zusätzlich bei jeder Änderung administriert werden. Hierdurch ergibt sich ein immenser Änderungsaufwand bei Dokumenten mit zahlreichen Illustrationen. Auch konnten bisher keine intelligenten Vektorgrafiken im Internet mit den dazugehörigen Hot Spots dargestellt werden.

Dem Internet kommt als Transportmedium für Dokumentation und den dazugehörigen Illustrationen eine immense Bedeutung zu. Denn welches Netzwerk ist für jeden – egal ob Privatperson oder kommerzielles Unternehmen – verfügbar außer dem Internet? Nur über das Internet können die Daten ständig aktualisiert werden, während ein gedruckter Katalog je nach Produktzyklus oft schon unmittelbar nach dem Druck nicht mehr aktuell ist.


Anforderungen an Viewer von technischen Dokumenten

Aus diesen Problembeschreibungen lassen sich einige wichtige Parameter ableiten, die Viewer von technischen Dokumenten erfüllen sollten:

  • Unterstützung von Raster- und Vektorgrafiken
  • Unterstützung von objektorientierten Hot Spots
  • Unterstützung aller relevanten internationalen und Industrie-Standards
  • Integrierbarkeit in Netzwerkumgebungen wie Internet und CD-ROM
  • Zusammenarbeit mit anderen Applikationen über Standardschnittstellen
  • Distribution zusammen mit elektronischen Katalogen bei geringer Lizenzgebühr



Raster- und Vektorgrafiken

In technischen Dokumenten kommen sowohl Rastergrafiken (z.B. gescannte Fotos) als auch Vektorgrafiken vor. Ein professionelles Illustrations-Programm, wie etwa IsoDraw von ITEDO, kann diese Daten auch gemischt weiterverarbeiten.

Wichtig ist dabei, daß die Raster- und Vektordaten in einer einzigen Datei gespeichert werden können. Werden beide Datenarten in einer Datei abgelegt, so spricht man auch von "Hybriddaten". Das Abspeichern aller Daten einer Illustration in einer hybriden Datei vereinfacht die Administration dieser Daten durch den Anwender wesentlich. Und auch der Datenaustausch z.B. zwischen Dienstleister und Endkunden gestaltet sich einfacher, weil sich eine bestimmte Illustration so immer nur aus einer Datei und nicht aus einer größeren Anzahl von Dateien zusammensetzt.


Objektorientierte Hot Spots

Üblicherweise werden Hot Spots in HTML-Dateien mit Hilfe eines Overlays erzeugt, wobei der Hot Spot über die Grafik gelegt wird. Ändert man die Illustration selbst oder aber die Plazierung der Grafik, so geht der Hot Spot verloren oder muß zusätzlich administriert werden. In technischen Dokumenten können leicht mehrere hundert Hot Spots auftreten, und es ist nachvollziehbar, daß die zusätzliche Administration sehr zeitraubend und damit kontraproduktiv ist.

Objektorientierte Hot Spots werden hingegen mit der Grafik logisch verküpft. Dabei spielt es dann keine Rolle mehr, an welchem Punkt im Dokument sich die Grafik befindet oder ob in Detailansichten gezoomt worden ist. Der Hot Spot bleibt unabhängig von der Plazierung im Dokument und der Darstellung erhalten.

Zudem sind diese objektorientierten Hot Spots die notwendige Grundlage, um mit einem intelligenten Viewer interaktive Dokumente ansehen zu können. Folgerichtig hat ITEDO diese Technik bei der Entwicklung des Viewers IsoView genutzt.


Unterstützung internationaler Standards

Mit Hilfe der Standards im Bereich der technischen Dokumentation gewinnt der Anwender Unabhängigkeit von Hard- und Softwareherstellern und hat gleichzeitig die Garantie, daß die Dokumente während des gesamten Produkt-Lebenszyklus zur Verfügung stehen und gegebenenfalls aktualisiert werden können.

Es exisitieren einige wichtige Standards und entsprechende Industrieprofile für Dokumente, die ein Viewer unterstützen sollte:

  • SGML (Standard Generalized Markup Language)
  • CGM (Computer Graphics Metafile)
  • CALS (Continuous Aquisition and Lifecycle Support; für die Verteidigungsindustrie)
  • ATA (Air Transport Association; für die Zivilluftfahrt) und
  • J2008 (für den Automobilbau)

Viele Hersteller von technischer Software (CAD, technische Illustration und Dokumentation) stellen die Unterstützung von CGM heraus. Wichtig hierbei ist jedoch auch die unterstützte Version von CGM: Die Versionen 1 und 2 unterstützen nur rudimentäre Elemente und sind für die technische Illustration nicht sinnvoll nutzbar; erst die Versionen 3 und 4 sind hinreichend weiterentwickelt und standardisiert worden. So unterstützt beispielsweise nur die CGM-Version 4 Hot Spots und damit interaktive Dokumente.

IsoDraw und IsoView unterstützen alle vier CGM-Versionen, und IsoDraw kann darüber hinaus auch im reinen CGM-Format arbeiten.


Netzwerkumgebungen: CD-ROM und Internet

Die Distribution von Dokumenten auf Papier wird nicht zuletzt durch die entstehenden Druckkosten und die mangelnde Aktualisierbarkeit zunehmend von elektronischen Medien verdrängt. Hierbei bieten sich Speichermedien wie CD-ROMs an, da diese über genügend Speicherplatz verfügen, oder aber ein direkter Zugriff auf Dokumente über das Internet.

Der Zugriff auf CD-ROM-basierende Dokumente erfolgt häufig über SGML-Browser. Bekannte SGML-Browser stehen z.B. von den Firmen Inso (Dynatext) oder Synex zur Verfügung. Zusätzlich zum SGML-Browser muß ein Modul zur Darstellung der Illustrationen geliefert werden. Dies kann zum Beispiel das IsoView Widget for Synex sein, das die Illustrationen innerhalb des Browsers darstellt.

Da ein solches Modul zusammen mit dem Browser auf jeder CD-ROM ausgeliefert werden muß, sollte man in jedem Fall die Lizensierungskosten vergleichen, da diese je nach Anzahl der verteilten CD-ROMs enorme Kosten verursachen können!

Speziell bei häufigen Aktualisierungen bietet sich das Internet an: Bei zentraler Datenhaltung können die Daten beliebig oft aktualisiert werden; der Benutzer hat sofort nach jeder Aktualisierung Zugriff auf die geänderten Daten. Falls die Daten dezentral gehalten werden, wie z.B. in Filialbetrieben, kann das Internet zum Downloaden der aktualisierten Daten genutzt werden.

Der Zugriff auf die Dokumente erfolgt mit Hilfe eines Internet-Browsers. Neben dem Browser wird eine weitere Komponente benötigt, welche die Illustrationen innerhalb der Browser-Oberfläche darstellt.

IsoView kann als eingebettete Komponente in die gängigen Browser Internet Explorer und Netscape Navigator integriert werden. Hierbei erfolgt der Zugriff auf die Dokumente und Illustrationen transparent. Das bedeutet, daß der Benutzer in seiner gewohnten Umgebung arbeiten kann und somit Traningsaufwand und Ausfallzeiten vermieden werden.

Bild 1: Die Architektur von IsoView: Über die einzelnen Komponenten werden alle relevanten Umgebungen wie SGML/XML und das Internet mit den gängigen Browsern unterstützt. Der modulare Aufbau erlaubt zudem eine einfache Erweiterung um zusätzliche Funktionalitäten für weitere Umgebungen.



Integration in die EDV-Infrastruktur

Wichtig für den Anwender ist auch die Integrierbarkeit in die bestehende EDV-Infrastruktur. Standardschnittstellen existieren z.B. in Form der ActiveX-Technologie von Microsoft. Mit Hilfe dieser Technologie kann IsoView in bestehende Applikationen integriert werden.

Ebenso spielt die Anbindung an Datenbanken eine wichtige Rolle, um neben Dokument und Illustration zusätzliche Informationen abrufen zu können. Dies können weitere Beschreibungen der dargestellten Teile sein, wie z.B. Bestellnummer, Lieferant, Versandgewicht etc. Auch eine direkte Verbindung zum PPS-System (Produktionsplanungssystem, z.B. SAP R/3) kann realisiert werden, um Lagerdaten oder Produktionspläne einsehen zu können.

Erst durch diese erweiterten Anwendungsmöglichkeiten erreicht der Benutzer eine vollständige Integration der technischen Dokumentation in die gesamte Unternehmens-EDV.

Bild 2: Integration von IsoView in die EDV-Infrastruktur eines Unternehmens: Der Datenzugriff erfolgt völlig transparent; außer dem Browser benötigt der Anwender weder spezielle Kenntnisse noch verschiedene Softwarepakete, um den Zugriff auf alle relevanten Daten zu realisieren. Der Zugriff auf Dokumente kann über CD-ROM oder über das Internet erfolgen. IsoView ist dabei auch mit Blick auf die Datensicherheit in die Browser integriert worden: Jeder Benutzer kann exakt nur auf die Daten zugreifen, die ihm auch tatsächlich zur Verfügung stehen sollen.



Distribution und Lizenzierungskosten

Die Distribution von IsoView erfolgt unabhängig von der Anzahl der Anwender: Ein Unternehmen, das Kataloge, Handbücher oder Bedienungsanleitungen herstellt, kann mit dem Erwerb des IsoView Distribution Kit beliebig viele Exemplare herstellen und diese anbeliebig viele Endanwender verteilen. Dadurch ist sichergestellt, daß der Anwender nicht mit erdrückenden Lizensierungskosten belastet wird, die den Einsatz von IsoView verhindern.


Fazit

Die technische Illustration und Dokumentation wird zukünftig vermehrt mit intelligenten Viewern über elektronische Medien wie CD-ROM und Netzwerke wie das Internet erfolgen. Hierdurch ergibt sich für die Unternehmen eine Kostenreduktion bei der Erstellung der Dokumente sowie eine erhöhte Flexibilität bei der Aktualisierung. Dabei wird die schnelle Verfügbarkeit von aktuellen Informationen auch die Kundenzufriedenheit erheblich erhöhen.

Weitere Informationen zu IsoView erhalten Sie bei:

ITEDO Software GmbH
Dirk Leismann
Markt 21
53721 Siegburg
Telefon (02241) 68841
Telefax (02241) 67955

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Letzte Änderung: 31.10.2005 | Presse-Service | Disclaimer
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