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Rezension: "Internet Publishing mit Adobe Acrobat 3.0" von Gordon Kent

 

Artikel erschienen in
Ausgabe Mai 1998

Von Wolfram W. Pichler

Gordon Kent hat dieses Kompendium in enger Zusammenarbeit mit dem Entwickler-Team von Adobe Acrobat geschrieben. Das Buch ist im Lisardo-Verlag unter der Flagge von Adobe Press erschienen. Also muß man es wohl als offiziöses Adobe-Handbuch ansehen.

Breiten Raum nimmt immer wieder der Vergleich zwischen HTML und PDF ein – nicht um daraus eine grundsätzliche Empfehlung für das eine oder für das andere Format abzuleiten, sondern um die Vor- und Nachteile im Detail auszuleuchten und so zu einer kombinierten Verwendung beider Formate unter Ausnutzung der jeweiligen Stärken zu kommen.

Da es hier um die Anwendung von Software geht, wäre manche Erläuterung auf Anhieb verständlicher, wenn für typische Problemfälle praktische Beispiele vorgeführt würden. Oft würden Bildschirmfotos die Orientierung fördern. Doch leider findet sich im ganzen Buch kein einziger Screenshot.

Am Anfang dachte ich: „Das Buch ist aber langweilig!" Bis ich die Systematik durchschaut hatte: Der erste Teil gibt Einsteigern einen globalen Überblick, aber von Kapitel zu Kapitel werden die Informationen konkreter und praktischer. Wenn man sich diese Logik erst einmal erschlossen hat, dann ist das Buch keineswegs mehr langweilig und selbst die sich überschneidenden Redundanzen erscheinen didaktisch gewollt. Das Werk entpuppt sich nämlich als Nachschlagewerk für abgestuft vorgebildete Adressatengruppen. Weniger geeignet dagegen ist es zum sequenziellen Duchlesen von Seite 1 bis 332.

Hilfreich wäre es gewesen, auf diese Systematik in einem globalen Leitfaden zum Buch aufmerksam zu machen. Dabei hat das Buch gerade in Sachen Leitfäden einiges zu bieten: Jedem Kapitel ist eine umfassende Übersicht vorangestellt, was man im einzelnen von der Lektüre zu erwarten hat. Die Möglichkeit, diese Leitfadenmethode konsequent in eigenen Handbüchern nachzuahmen, ist ein (beabsichtigter?) Nebenverdienst des Werkes.

Der Autor hätte mehr tun sollen, um Einsteigern das Verständnis zu erleichtern. Da werden zum Beispiel Fachbegriffe eingeführt wie „Byte-Serving", ohne daß sie bei der ersten Erwähnung erläutert wären. Auch im Glossar sucht man diesen Begriff vergeblich. Dazu paßt auch die streckenweise unklare, ungeklärte und unkonsistente Begrifflichkeit.

Ein heikles Acrobat-Thema ist u.a. die Ausgabequalität von Screenshots nach der Komprimierung durch Acrobat Distiller. Beide Begriffe tauchen jedoch im Index nicht auf, wohl aber in Tabelle 5-2-3 auf Seite 120. Also wird man sich den Index nach individuellem Bedarf ergänzen müssen.

Auf den ersten Blick findet man Layout und Typografie kunstvoll und ästhetisch angerichtet, aber für schnelles Lesen sind die Zeilen dann einfach zu lang. Die US-Originalversion (herunterladbar unter http://www.imagebiz.com/IPwA/IPwA.pdf*; Dateigröße: 900 KB) ist dagegen hinsichtlich der Erkenntnisse der Lesbarkeitsforschung professioneller gestaltet (aber: 409 Seiten statt 332 in der Übersetzung).

Eine der Stärken des Buches ist die umfangreiche Sammlung von Adressen aller Art, unter denen man weitere Informationen, Hilfen und Tips erhalten kann.


Fazit:

Das Werk bietet Einsteigern einen ersten Überblick und Programmierern die nötigen Anleitungen, um Acrobat für eigene Dressurstücke anzupassen, von denen Standardanwender nicht einmal träumen.


Allgemeine Informationen:

Gordon Kent: Internet Publishing mit Adobe Acrobat 3.0
332 Seiten; 23,5 x 17 cm; geb.; DM 79,80
Lisardo-Verlag 1997

 

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Letzte Änderung: 31.10.2005 | Presse-Service | Disclaimer
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