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Aktuelle Artikel und Nachrichten rund um die technische Dokumentation finden Sie im Nachfolgemagazin der doculine news, den transline tecNews
Modulare
technische Dokumentation:
Kosten sparen mit Textbausteinen
Artikel
erschienen in
Ausgabe Juni 1998
Von
Dieter Stötefalke
Inhaltsübersicht:
Mit der
Umsetzung der EG-Richtlinie Maschinen sind die Anforderungen an
die technische Dokumentation stark gestiegen. Insbesondere kleinere
Maschinenbau-Firmen, die sich mit Einzel- oder Kleinserienfertigung
ein Überleben durch Marktnischen sichern, spüren die
Personal- und Übersetzungskosten.
Vielfach
wird angesichts dieser wachsenden Kosten nach Alternativen gesucht.
Dienstleister gewährleisten im allgemeinen nicht die nötige
Flexibilität. Welche Möglichkeiten gibt es sonst, um
die Kosten gering zu halten und Dokumentationen trotzdem schnell,
juristisch einwandfrei, technisch vollständig und verständlich
zu erstellen?
Eine Sondermaschine aus der Sicht des Konstrukteurs
Ein
sogenannter Einzelfertiger im Maschinenbau produziert im
Gegensatz zu Serienherstellern Einzelstücke oder Unikate
nach genauen Kundenanforderungen. Um die hohen Lohnnebenkosten
zu decken, werden zukünftig immer mehr Unternehmen in Deutschland
Sondermaschinen herstellen und so quasi die Sonderwünsche
der Kunden zum Standard im eigenen Haus machen.
Damit
dies möglichst wirtschaftlich zu realisieren ist, unterteilt
man die Anlage oder Maschine in Fertigungs- bzw. Funktionsbaugruppen
und arbeitet hier mit Normung/Klassifikation und dem Einsatz von
Baukastensystemen.
Erhält
der Sondermaschinen-Konstrukteur einen Entwicklungsauftrag, ordnet
er jede Baugruppe in seiner Datenbank ähnlichen Baugruppen
zu und kann so von früheren Entwicklungsarbeiten profitieren.
Im besten Fall kann er nach Änderung weniger Parameter alle
relevanten Dokumente (Zeichnungen, Stücklisten etc.) unter
der neuen Auftragsnummer abspeichern, sie sofort weiterverwenden
und somit auf erneute zeitraubende Berechnungen verzichten.
...
und aus der Sicht des technischen Redakteurs
Um
den Aufwand in der technischen Redaktion und anschließend
auch beim Übersetzen möglichst gering zu halten, ist
die beschriebene Sichtweise identisch: Der technische Redakteur
arbeitet mit Textbausteinen, die sich auf die Fertigungs- oder
Funktionsbaugruppen beziehen.
Erhält
er einen internen Dokumentationsauftrag, geht er genauso vor wie
der Konstrukteur: Er prüft zunächst pro Baugruppe in
seiner Datenbank, welche früheren Aufträge dem jetzigen
am ehesten entsprechen. Diese editiert er passend zum aktuellen
Auftrag und speichert sie unter der neuen Auftragsnummer ab. 
Lebensabschnitte und Baugruppen
Wird
die technische Dokumentation in verschiedene Lebensabschnitte
der Anlage oder Maschine eingeteilt (Erst-Inbetriebnahme, Anschluß,
Betrieb, Rüsten, Störungen, Wartung etc.) und zu den
Baugruppen in Beziehung gesetzt, erhält man eine Matrix,
deren Felder die Textbausteine darstellen.
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Technische
Dokumentation:
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Datenblatt/
Aufbau-
zeichnung
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Allge-
meines
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Montage
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Erst-
In-betrieb-
nahme
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Instand-
haltung
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Maschine
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1
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2
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Baugruppe
1
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3
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8
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13
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18
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Baugruppe
2
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4
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9
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14
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19
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Baugruppe
3
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5
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10
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15
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20
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Baugruppe
4
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6
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11
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16
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21
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Baugruppe
5
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12
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17
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22
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Tab.
1: Matrix mit Baugruppen (vertikal) und Lebensabschnitten
der Maschine (horizontal); vereinfacht dargestellt
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Signatur für
Textbausteine
Zweckmäßigerweise
bietet sich jetzt zur Unterscheidung der Textbausteine eine sprechende
Nummer an, die neben der Baugruppenkennzahl auch den Maschinentyp,
eine laufende Nummer und das Sprachenkennzeichen nach DIN enthält.
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1-140-020-007-de
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0
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Standardtexte
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1
8
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Maschinentypen
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9
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Zulieferer-Dokumentationen
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Baugruppe,
z.B. Antrieb
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Textart,
z.B. Anschluß
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lfd.
Nummer
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Sprachenzeichen
nach DIN
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Tab.
2: Signatur-Schlüssel von Textbausteinen
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Werden
die Aufträge gezielt in Standardaufträge, die lediglich
in wenigen Details angepaßt werden müssen (z.B. Maschinenlackierung),
und in Sonderaufträge unterteilt, so bietet sich diese Einteilung
natürlich auch im Rahmen der Textbaustein-Signatur an.
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1-980-020-001-de
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0
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Standardtexte
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1
8
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Maschinentypen
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10
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Zulieferer-Dokumentationen
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8.
Baugruppe einer Sondermaschine
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Textart,
z.B. Anschluß
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lfd.
Nummer
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Sprachenzeichen
nach DIN
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Tab.
3: Signatur-Schlüssel von Sonder-Textbausteinen
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Vorteil:
Nach Beendigung des Auftrages können die Bausteine so geschlossen
gelöscht oder aber verschoben werden.
Zulieferer-Dokumentationen einbinden
Optimal
in diesem Zusammenhang ist es, wenn man die Zulieferer-Dokumentationen
auf Datenträger in einer konvertierbaren Standard-Form (z.B.
ASCII-Code oder WinWord) erhält. Dann kann der Text von Kapiteln
befreit werden, die möglicherweise für den Endkunden
nicht von Belang sind (z.B. Montage des Zulieferteils), und als
normaler Textbaustein abgespeichert werden.
Allerdings
haben sich schon einige Zulieferer gegen eine solche Datenweitergabe
gesperrt, da sie Textmanipulationen befürchten. Und manche
Firmen sind aus EDV-technischen Gründen nicht in der Lage,
Texte auf Datenträgern weiterzugeben. Da bleiben nur zwei
Alternativen zum Einbinden der Zulieferer-Dokumentation, die jedoch
mit erheblichen Nachteilen behaftet sind:
- Die Dokumentation
der Unterlieferanten wird weiterhin in Papierform beigelegt.
Nachteil: Der durch die Modularisierung der eigenen technischen
Dokumentation gewonnene Zeitvorteil wird durch diese Vorgehensweise
wieder verspielt.
- Die Dokumentation
der Unterlieferanten wird eingescannt und als Grafik zum Baustein
formatiert. Nachteil: Immense Datenmengen, die bei zahlreichen
Zulieferer-Dokumentationen ein schnelles Arbeiten mit der Textverarbeitung
verhindern.
Gliederung der Dokumentation
Eben
wurden die Textarten mit den Baugruppen kombiniert. Jetzt bestehen
zwei grundsätzliche Gliederungsalternativen, zwischen denen
man sich entscheiden muß:
- Sollen
in der ersten Ebene die Baugruppen und in der zweiten Ebene
die Textgruppen stehen, so werden die Baugruppen zu Kapiteln
zusammengefaßt, die wiederum in Textarten unterteilt werden.
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3
Baugruppe ABC
3.1 Allgemeines
3.2 Montage/Erst-Inbetriebnahme
usw.
4
Baugruppe XYZ
4.1 Allgemeines
4.2 Montage/Erst-Inbetriebnahme
usw.
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Vorteil:
Die spätere Komposition (Zusammenführen aller relevanten
Bausteine für einen bestimmten Auftrag) läßt
sich leichter durchführen, da man naturgemäß
erst eine Baugruppe abschließen möchte, bevor man
die nächste beginnt.
- Sollen
die Textgruppen in der ersten Ebene und die Baugruppen in der
zweiten Ebene abgelegt werden, so entstehen die Kapitel entsprechend
den Textarten und werden in Baugruppen unterteilt.
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3
Allgemeines
3.1 Baugruppe ABC
3.2 Baugruppe XYZ
usw.
4
Montage/Erst-Inbetriebnahme
4.1 Baugruppe ABC
4.2 Baugruppe XYZ
usw.
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Vorteil:
Eine so gegliederte Dokumentation ist für den Nutzer verständlicher
und leichter zu handhaben, da er in der Regel zunächst
die Textart sucht (er möchte z.B. Wartung durchführen)
und erst anschließend eine Baugruppe nach der anderen
durchgeht.
Wie sieht
der Tätigkeitsablauf aus?
Nach
Eingang eines Dokumentations-Auftrages prüft der Verantwortliche
der Abteilung, ob es bereits ähnliche Aufträge gegeben
hat und ob diese nach dem heutigen Standard bearbeitet wurden.
Er legt einen Ordner mit allen relevanten Unterlagen an (Auftragsbetätigung,
Zeichnungen, Stücklisten, Zulieferer-Dokumentationen etc.)
und beginnt, fehlende Textbausteine zu erstellen bzw. ähnliche
anzupassen.
Bei
einer fremdsprachigen Dokumentation prüft er, welche Bausteine
noch zu übersetzen sind, exportiert diese aus dem System
und sendet sie an den Übersetzer. Anschließend importiert
er die übersetzten Bausteine wieder in das System.
Nach
Abschluß dieser Tätigkeiten informiert er den zuständigen
Sachbearbeiter, daß die Textbausteine für diesen Auftrag
vollständig erstellt worden sind. Dieser holt sich die Auftragsordner
und komponiert aus den einzelnen Bausteinen die komplette Dokumentation,
vervollständigt diese durch die Zulieferer-Dokumentationen
und bringt die fertigen Exemplare zum Versand.
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