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Aktuelle Artikel und Nachrichten rund um die technische Dokumentation finden Sie im Nachfolgemagazin der doculine news, den transline tecNews
Qualitätsmanagement
und technische Dokumentation
Artikel
erschienen in
Ausgabe Juli/August
1998
Von
Peter Buck
Inhaltsübersicht:
Qualitätsmanagement
nach der Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff. war und ist in aller
Munde. Die technische Dokumentation erlebt seit dem Inkrafttreten
der EG-Maschinenrichtlinie einen noch nie dagewesenen Boom. Diese
beiden Gebiete, die auf den ersten Blick keine gemeinsamen Berührungspunkte
besitzen, sind sehr eng miteinander verschachtelt. Worin liegen
jedoch diese Berührungspunkte?
Gegenüberstellung
Qualitätsmanagement technische Dokumentation
Die
Normenreihe ISO 9000 ff. legt besonderen Wert auf die sorgfältige
und gewissenhafte Planung aller durchzuführenden Qualitätsmaßnahmen.
Zu diesen Qualitätsmaßnahmen gehören in erster
Linie periodische interne und externe Audits sowie die ebenfalls
regelmäßig durchzuführenden Management-Reviews.
Auch
in Ihrer Abteilung der technischen Redaktion sollten Sie die Arbeiten
planen. In der Praxis bedeutet das, die Arbeit in Projekte zu
gliedern und mit den notwendigen Verantwortlichkeiten und Terminen
zu versehen.
Die
technische Dokumentation orientiert ihre Forderungen und Ziele
zu einem Großteil an bestehenden Gesetzen, Richtlinien und
Gerichtsurteilen. Eine solche Forderung z.B. aus der EG-Maschinenrichtlinie
89/392/EWG ist, daß die technische Dokumentation in Form
einer Betriebsanleitung an den Verbraucher auszuhändigen
ist. Darüber hinaus soll sie inhaltlich und gestalterisch
ansprechend sein und zum Lesen animieren.
Bedeutung
der ISO 9000er-Reihe für die Benutzerdokumentation
Die ISO 9000er-Normen
haben für jedes Unternehmen, das sich nach einer dieser Normen
ein Qualitätsmanagement-System aufgebaut hat oder es zertifizieren
lassen möchte, erheblichen Einfluß auf die technische,
aber auch sonstige Dokumentation (z.B. interne Dokumentation von
Verfahren, Abläufen und Prozessen). Sollten Sie mit Ihrem
Unternehmen also eine solche Zertifizierung anstreben oder durch
den Markt zunehmenden Druck erfahren, sind Sie gut beraten, sich
bei den Dokumenten des Hauses an die Normenforderungen anzulehnen.
Aus den Normen
selbst (und auch aus dem gesunden Menschenverstand) lassen sich
Forderungen ableiten, denen die technische Dokumentation genügen
muß. Dies können z.B. sein:
- Wirtschaftlichkeit
- möglichst
wenig Bürokratie
- Sicherheit
- Verfügbarkeit
- Änderbarkeit/Aktualisierbarkeit
- Verfahren
zur Genehmigung und Herausgabe von Dokumenten etc.
Wesentliche Komponenten einer Dokumentation nach
ISO 9000 ff.
Die
in einem guten Qualitätsmanagement-System integrierten
Dokumente erheben den Anspruch, daß ein relativ unerfahrener
Mitarbeiter oder Kunde vom fachlichen Inhalt ähnlich gut
profitieren kann wie der Fachmann, der mit dieser Thematik schon
seit Jahren umgeht. Das bedeutet, daß eine Betriebsanleitung
immer die notwendigen fachlichen Informationen enthalten sollte,
damit der Verbraucher das Produkt versteht und benutzen kann.
Die
Dokumentation auf der Basis von Qualitätsmanagement-Systemen
nach den ISO 9000er-Normen neigt meistens zu einem formalistischen
Aufbau. Das ist nicht zu vermeiden und kann sinnvoll und
unbürokratisch angewandt sehr hilfreich für die
Einhaltung der angestrebten Qualität sein.
Diesen
formalistischen Aufbau können Sie sich auch zunutze machen:
Daraus läßt sich ein Raster ableiten, das auf alle
Dokumente im Unternehmen anwendbar ist. Natürlich dürfen
Sie dieses Raster dann nicht als Dogma ansehen, sondern vielmehr
als Hilfestellung, um den Dokumenten eines Unternehmens ein einheitliches
Erscheinungsbild zu geben. Damit unterstützen Sie auch das
Corporate Design bzw. die Corporate Identity des Unternehmens.
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Komponenten
einer Dokumentation
|
| 1.
Einführung |
- kurze
Zusammenfassung und Erläuterung der Thematik
- allgemein
verständliche Formulierungen
- keine
Vorkenntnisse erforderlich
- klare
und übersichtliche Gliederung
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| 2.
Sinn und Ziel |
- kurze
und präzise Darlegung
- Bezug
nehmen auf Risiken bei Nichteinhaltung oder Nichtbefolgung
der Dokumentation
|
| 3.
Geltungsbereich |
- Darstellen,
wofür und unter welchen Bedingungen die Dokumentation
zur Anwendung kommt
- eindeutige
Festlegung, um spätere gerichtliche Auseinandersetzungen,
z.B. im Rahmen der Produkthaftung, zu vermeiden
|
| 4.
Verantwortlichkeiten, Ansprechpartner |
- klare
Festlegung, damit Kunden mit Fragen und Verbesserungsvorschlägen
an den verantwortlichen Ansprechpartner herantreten können
|
| 5.
Referenzen |
- Bezug
auf andere relevante Dokumente
- benutzerfreundlich
und leicht erkennbar
|
| 6.
Definitionen |
- separates
Anführen nur sinnvoll bei ausgedehnten Dokumentationen
- sonst:
Erläuterungen im Text
|
| 7.
Illustrationen, Ablaufdiagramme |
- Hilfsmittel
zur Verdeutlichung von Abläufen
- Steigerung
der Aufmerksamkeit des Anwenders
|
|
Tab.
1: Beispiele für die Komponenten einer Dokumentation
und ihre Ausführung
|
Dieses Raster
gibt den formalen Aufbau einer Benutzerdokumentation vor. Daneben
sollten Sie sich als technischer Redakteur Leitsätze für
die eigene Arbeit setzen. Wie die Leitsätze auf Unternehmensebene,
so geben auch die Leitsätze der technischen Redaktion keine
konkreten Handlungsanweisungen für die Praxis. Sie legitimieren
Ihre Abteilung jedoch gegenüber den anderen Abteilungen,
bestimmen dieKommunikationsstruktur und motivieren die Mitarbeiter
in der Abteilung.
Für
die technische Dokumentation gelten zwei übergeordnete qualitative
Grundsätze:
- Der Kunde
setzt die Maßstäbe für Qualität.
- Aufgabe
der technischen Redaktion ist es, Formulierungshilfen zu leisten.
Es gilt nun,
aufbauend auf diesen Grundsätzen die Kundenerwartungenan
die technische Dokumentation zu erarbeiten und daraus die qualitativen
Leitsätze abzuleiten, die für die Arbeit der technischen
Redaktion maßgebend sein sollen.
| Übergeordnete
qualitative Grundsätze |
Kundenerwartungen |
Leitsätze
der technischen
Redaktion |
- Der
Kunde setzt die
- Maßstäbe
für Qualität.
- Aufgabe
der technischen Redaktion ist es, Formulier-
ungshilfen zu leisten.
|
- ansprechende
Gestaltung
- Navigations-
hilfen
- Gewährleistung
einer sicheren Produkthand-
habung
- Benutzer-
erwartungen berücksichtigen
- Vermittlung
von Strukturwissen und Handlungs-
kenntnissen
- schnelle
Arbeitserfolge
- Managen
von Bedienfehlern
- Qualifizierung
neuer Mitarbeiter
- gute
Lesbarkeit und dauerhafte Ausführung unter allen
Einsatzbedingungen
- Reduzierung
der Handhabungs-
komplexität
|
- Formulierung
der vorausgesetzten Eigenschaften und Entwicklung von
Qualitätszielen für alle Projekte
- Untersuchung
des Informations-
verhaltens und der Erwartungen der Benutzer
- Zusammen-
tragen aller Kenntnisse über Zielgruppen
- Schutz
der Gesundheit der Benutzer durch verantwortung--
volle Information
- Entwicklung
von marktreifen, kunden-
freundlichen Produkten
- Wissensbe-
reicherung und Erhöhung der Handlungsfreiheit
- Erreichen
des Gesamtqualitäts-
volumens durch gute Planung und Konzeption
- Qualitäts-
anforderungen von Benutzer-
informationen sind Richtziele der Arbeit
- Analysieren
und Abstellen von festgestellten Fehlern im Arbeitsprozeß
- Verschaffung
von zusätzlichem Nutzen
- Informationen
entsprechend dem Corporate Design des Unternehmens
|
| Tab.
2: Qualitative Kundenerwartungen begründen Redaktions-Leitsätze |
Die
Anbindung zwischen der technischen Dokumentation und dem Qualitätsmanagement
findet sich an einer solchen Stelle unter anderem in der geplanten,
strukturierten und dokumentierten Vorgehensweise.
Fazit
Qualitätsmanagement
und technische Dokumentation haben insbesondere bei der Steuerung
von Dokumenten und der Steuerung von Qualitätsaufzeichnungen
keine Berührungs-, sondern regelrechte Verzahnungspunkte.
Das Qualitätsmanagement-System regelt die Planung und auch
die Ausführung der technischen Dokumentation. Sinnvoll eingesetzt,
kann ein QM-System die tägliche Arbeit des technischen Redakteurs
erleichtern und ihn unterstützen.
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