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Dokumenten- und Workflowmanagement: Stolperfallen bei der Systemeinführung

 

Artikel erschienen in
Ausgabe Dezember 1999

Von Mirjana Stanisic-Petrovic

Inhaltsübersicht:

In den Unternehmen türmt sich Papier, Archive wachsen ins Unermessliche. Akten versanden oder verschwinden gar im ständig wachsenden Papierberg. Mitarbeiter wünschen sich geregelte Abläufe für die Bearbeitung von Dokumenten. In den vergangenen Jahren hat sich in immer mehr Unternehmen die Erkenntnis durchgesetzt, dass im Bereich der Dokumentenverwaltung große Einsparpotentiale bestehen, die durch den geschickten Einsatz von Dokumenten- und Workflowmanagement-Systemen genutzt werden können. Dennoch wird oft nicht das gewünschte Ergebnis erzielt, weil wichtige Aspekte bei der Einführung nicht berücksichtigt wurden.

Bei der Systemeinführung gilt es, generelle Probleme aufzuarbeiten, die die Leistungsbilanz nachteilig beeinflussen können. Dazu gehören unter anderem mangelnde Prozessorientierung und ineffiziente Arbeitsabläufe. Die zielgerichtete und systematische Einführung von Dokumenten- und Workflowmanagement-Lösungen bietet dem Anwender einen Ausweg aus dieser Situation. Jedoch muss an die Beseitigung von Stolperfallen bereits in der Planungsphase gedacht werden, um den Erfolg einer solchen Einführung nicht zu gefährden.

In immer mehr Unternehmen wird die funktionale, aufgabenteilige Organisation von administrativen Vorgängen durch eine prozessorientierte, ganzheitliche Organisation ersetzt. Motivation für diese Neuorientierung ist, dass die Arbeitsorganisation optimiert, die Kommunikation erhöht und ein besseres Zeitmanagement durch eine stärker an den Prozessen ausgerichtete Organisation erreicht werden kann. Ferner erwartet man positive Auswirkungen auf alle Prozessbeteiligten, also auf Kunden, Mitarbeiter und Eigentümer, hinsichtlich Qualität, Preis, Service, persönlichem Weiterkommen, Gewinn und Wachstum.

Häufig herrschen jedoch noch ineffiziente Arbeitsabläufe und Doppelarbeit vor. Zeitaufwendiges Suchen nach Dokumenten, lange Durchlaufzeiten, Mehrfachablage, mangelnde Transparenz der Systeme und Abläufe, Medienbrüche und Inkompatibilitäten der Teilsysteme machen ein integriertes, kundenorientiertes und reibungsloses Arbeiten im Sinne einer prozessorientierten Organisation unmöglich. Dies führt letztlich dazu, dass zwar ein großer Teil der Dokumente im Büro mittels entsprechender Werkzeuge am Computer erstellt wird, zur Archivierung aber überwiegend auf die ausgedruckten Papierversionen zurückgegriffen wird. Hinzu kommt das ständige Wachstum des Dokumentenaufkommens. Ebenso steigt die Durchdringungsrate der Büros mit modernen EDV-Systemen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder E-Mail). In dieser Situation liegt der Einsatz eines computerunterstützten Dokumenten- oder Workflowmanagement-Systems nahe.

Um die genannten Nachteile zu verhindern, werden Dokumente digitalisiert und in elektronisch gestützte Prozesse eingebunden. Dabei sind jedoch verschiedene organisatorische, prozessorientierte und technische Aspekte zu berücksichtigen. Ein ganzheitliches Konzept, das die gesamte Wertschöpfungskette umfasst und auf klar definierten Zielen beruht, ist eine der Voraussetzungen, die vor dem Einsatz eines Dokumenten- und Workflowmanagement-Systems erfüllt sein muß. Die richtige Einführung, verbunden mit einer vorherigen Auswahl der sinnvollen Prozesse und der Schaffung von Akzeptanz bei den Mitarbeitern, sind weitere Erfolgsbedingungen. Vor allem muss die angedachte Lösung auch in die vorhandene Systemumgebung eingebunden werden können und in die strategische Ausrichtung der Prozesse passen. Die sinnvolle und möglichst direkte Integration auch hinsichtlich der Oberfläche ist ein entscheidender Faktor für die spätere Benutzerakzeptanz.

Die grundlegenden Phasen der Systemeinführung


Sensibilisierung der Beteiligten und Vermitteln der Zielsetzung

Zunächst ist es erforderlich, die beteiligten Personen und insbesondere die Entscheidungsträger für das Problem zu sensibilisieren. Ohne die feste Einsicht, dass die Einführung eines Dokumenten- und Workflowmanagement-Systems in der eigenen Organisation sinnvoll und nützlich ist, werden die notwendigen Entscheidungen nicht oder nur sehr zögerlich getroffen, wodurch der Erfolg der Einführung von vornherein in Frage gestellt ist.

Des weiteren gilt es in dieser Phase festzustellen, ob eigene Mitarbeiter über die nötige fachliche Qualifikation verfügen, um die Systemeinführung durchführen und begleiten zu können. Die gestellten Anforderungen lassen dabei den Einsatz externer Berater in vielen Fällen als die beste Lösung erscheinen. Trotzdem sollten auch in diesem Fall ausgesuchte Mitarbeiter vor Beginn der eigentlichen Analyse und Systemauswahl durch die externen Berater qualifiziert werden, um die Implementation des Systems seitens der einführenden Organisation effizient unterstützen zu können.

Ebenso muss an dieser Stelle die Zielsetzung, also die Beantwortung der Frage “Worin soll uns das System unterstützen?”, definiert werden. Bereits jetzt sollte der Dialog mit den betroffenen Mitarbeitern aufgenommen werden, um Ängste und Vorurteile so früh wie möglich abzubauen und möglichst viele Mitarbeiter zur Teilnahme an der Konzeption und Einführung des Systems zu motivieren.


Sorgfältige Analyse als Fundament der Implementierung

Die erste Phase der Einführung eines Dokumenten- und Workflowmanagement-Systems besteht in der Analyse der Ist-Situation. Diese Analyse bildet das Fundament für alle weiteren Schritte, weshalb sie sorgfältig durchgeführt werden muss. Zu diesem Schritt gehört die Analyse

  • des Dokumenten-Altbestands einschließlich der Überlegungen bezüglich einer Notwendigkeit zur Übernahme ins neue System
  • der Dokumentenerzeugung und -generierung
  • des Dokumentenflusses durch das Unternehmen
  • der bereits bestehenden Infrastruktur (Hard- und Software) sowie
  • der existierenden Geschäftsprozesse

Es ist darauf zu achten, dass die organisatorischen Aspekte korrekt erhoben und mögliche Optimierungspotentiale aufgezeigt werden. Denn die alleinige Einführung eines Dokumenten- oder Workflowmanagement-Systems zur Überwindung organisatorischer Schwächen führt in der Praxis zu keinerlei Erfolg. Hier ist das Aufzeigen organisatorischer Schwachstellen und deren Umgestaltung im Rahmen der Soll-Konzeption unabdingbare Voraussetzung für eine effiziente Realisierung.


Soll-Konzeption mit Lastenheft und Kriterienkatalog

Basierend auf den Ergebnissen der Ist-Analyse geht es im nächsten Schritt um die Soll-Konzeption, zu der unter anderem das Erstellen eines Lastenhefts gehört. Hierbei ist darauf zu achten, dass die gewünschten Eigenschaften des zu konzipierenden Systems objektiv dargelegt werden. Wünsche einzelner Mitarbeiter, die sich nicht unmittelbar aus der Ist-Analyse ergeben, sollten nur dann in die Soll-Konzeption aufgenommen werden, wenn sie einer objektiven Betrachtung standhalten. Die Integration von Privilegien für bestimmte, meist leitende Mitarbeiter hinsichtlich Ausstattung oder Funktionalität stellen dabei ein Problem dar, das einer unternehmenspolitischen Lösung bedarf.

Im Rahmen der Soll-Konzeption wird zudem ein Kriterienkatalog erstellt, um nachfolgend den qualitativen Vergleich zwischen unterschiedlichen Systemen zu vereinfachen. Dies unterstützt die Systemauswahl, da somit ein optimaler Abgleich der ausgewählten Systeme mit den aufgestellten Anforderungen möglich ist. Ein weiterer Nutzen eines möglichst vollständigen Kriterienkatalogs ergibt sich auch aus seiner leichten Handhabbarkeit, denn ein Teil der Kriterien wird in die Benutzungsanleitung einfließen. Die Benutzer sind hierbei einerseits Anwender, die aufgrund bestehender Anforderungen eine Systemauswahl treffen wollen, und andererseits Systemhersteller, die ihre Systeme den gegebenen Kriterien zuordnen müssen.

Auswahlkriterien für ein Dokumentenmanagement-System

 

Auswahlkriterien für ein Workflowmanagement-System



Systemauswahl: keine Lösung von der Stange

Ist die Soll-Konzeption abgeschlossen, kann mit der Auswahl des zu realisierenden Systems begonnen werden. In Deutschland gibt es zur Zeit über 200 Produkte, die sich im Bereich des Dokumenten- und Workflowmanagements positionieren, weshalb ein Überblick bezüglich der am Markt befindlichen Produkte unabdingbar ist.

Zunächst wird anhand der Kriterien des Soll-Konzepts eine Vorauswahl getroffen. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass es trotz der großen Anzahl verfügbarer Systeme keine Lösung von der Stange geben wird: Jede Systemimplementation findet in einem spezifischen Umfeld statt, das in dieser Konstellation wahrscheinlich kein zweites Mal existiert. Aus diesem Grund ist die Integrationsfähigkeit des Systems ein wesentlicher Aspekt; auch die Integration in die bestehende DV-Landschaft und die Ankopplung an Systeme wie SAP R/3 oder CAD-Systeme muss entsprechende Berücksichtigung finden.

Im Anschluss an die Vorauswahl, die in der Regel in der Qualifikation von etwa fünf Systemen mündet, legt man den betroffenen Firmen das erstellte Lastenheft vor. So kann die Fähigkeit der Anbieter überprüft werden, auf die konkret gestellten Anforderungen zu reagieren und die dargelegten Aufgaben lösen zu können. Ferner können die Herstellerfirmen den konkreten Umfang der Integrations- und Implementierungsarbeiten, der zur Einführung des Systems notwendig ist, anhand der Anforderungen des Lastenhefts exakter abgeschätzen, als dies im Rahmen der Vorauswahl möglich ist. Einen weiteren Aspekt bildet der Kontakt zwischen den Anwendern und den Herstellern der Produkte, etwa durch Produktvorführungen im Unternehmen. Aus dem dabei entstehenden Dialog lassen sich wertvolle Schlüsse ziehen, sowohl auf die Kompetenz und Problemlösungsbereitschaft der Hersteller als auch auf eventuell bisher übersehene Anforderungen oder Probleme seitens der späteren Anwender. Auch der Besuch bei Referenzkunden stellt einen äußerst nützlichen Baustein der Systemauswahl dar.


Piloteinführung und Evaluation

Nach der Auswahl des Systems kann die Einführung im Unternehmen erfolgen, die wiederum in mehreren Phasen ablaufen sollte, um die Umstellungs- und Integrationsprobleme leichter lösen zu können. Die genaue Planung der Einführungsstrategie ist daher ein erster und zugleich wesentlicher Schritt. So sollte zunächst an speziell ausgesuchten Stellen im Unternehmen eine Piloteinführung vorgenommen werden.

Anschließend ist eine Evaluationsphase angezeigt, um festzustellen, ob die gesetzten Ziele mit der Einführung erreicht wurden. Diese Untersuchung sollte sich zum einen auf eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und zum anderen auf eine Analyse der arbeitsorganisatorischen Faktoren beziehen. Diese Wirtschaftlichkeitsbetrachtung basiert dabei nicht mehr, wie vor Einführung eines Systems, auf Annahmen, sondern auf konkreten Zahlen, die nach der Piloteinführung ermittelt werden können. Auch lässt sich nun feststellen, ob die prognostizierten Effizienzsteigerungen erreichbar sind und wie aufwendig die Integration des Systems in die betrieblichen Abläufe ist.


Komplette Systemeinführung und Schulung

Nach erfolgreicher Piloteinführung kann das System sukzessive in vollem Umfang in der Organisation implementiert werden. Parallel dazu ist es erforderlich, die Mitarbeiter gründlich zu schulen, um Fehlbedienungen zu vermeiden und die Akzeptanz zu fördern oder sicherzustellen.

Eine mögliche Reorganisation der Geschäftsprozesse sollte gleichzeitig mit der Implementierung erfolgen. Auch hier ist mit Anpassungsschwierigkeiten und Widerständen seitens der betroffenen Mitarbeiter zu rechnen. Die Tatsache, dass die Einführung eines neuen Dokumenten- und Workflowmanagement-Systems im allgemeinen schrittweise geschieht, lässt die Umstellungsprobleme umgänglicher erscheinen.

Dennoch sollte die Einführung so schnell und zügig wie möglich durchgeführt werden, um Effizienzverluste, beispielsweise durch fallweise notwendige Doppelarbeit während der Einführungsphase oder in der Übergangsphase notwendige Medienbrüche, so gering wie möglich zu halten.


Fehlende Bereitschaft zu Prozessänderungen

Bei den Stolperfallen, die einer erfolgreichen Einführung von Dokumenten- und Workflowmanagement-Systemen hinderlich sind, ist ein wesentlicher Gesichtspunkt die oftmals fehlende Bereitschaft zu Veränderungen im Prozessablauf. Die isolierte Implementierung von technischen Lösungen ohne eine Reorganisation der Geschäftsprozesse digitalisiert nur die gegebenen Vorgänge. Ein solcher Ansatz kann zwar zu Verbesserungen führen, weil beispielsweise der Dokumententransport beschleunigt wird; aber durch den Verzicht auf ein umfassendes Business Reengineering verpasst man die Chance für eine durchschlagende Verbesserung der Effizienz.

An dieser Stelle ist beispielsweise die Möglichkeit der Parallelisierung von Abläufen zu nennen, wie sie bei der Begutachtung von Schriftstücken möglich, bei einer papierbasierten Dokumentenverwaltung jedoch nur schwer zu realisieren ist. Dokumenten- und Workflowmanagement-Systeme ermöglichen eine Kontrolle über die Dokumente, so dass auf einfache Weise Duplikate hergestellt werden können, die mehreren Sachbearbeitern gleichzeitig zur Verfügung stehen.

Auch die Einhaltung bestehender Sicherheitsregelungen, die nur ausgewählten Bearbeitern den Zugriff auf bestimmte Dokumentenklassen erlauben, kann durch ein Dokumenten- und Workflowmanagement-System sinnvoll unterstützt werden. Dabei sollte man die Neueinführung zum Anlass nehmen, die bestehenden organisatorischen Strukturen im Unternehmen zu hinterfragen. Bei objektiver Betrachtung erscheinen manche herkömmliche Hierarchiestrukturen zu unflexibel und erweisen sich damit eher als ein Hemmnis, um auf die jeweiligen Herausforderungen des Marktes reagieren zu können. Hier können Dokumenten- und Workflowmanagement-Systeme einen wertvollen Beitrag zu einer Dynamisierung der Organisationsstrukturen liefern.


Paralleles Management von Papier und Elektronik

Wird versucht, im operativen Betrieb parallel mit papierbasierten und elektronischen Dokumenten zu arbeiten, baut sich ebenfalls ein Hindernis für die erfolgreiche Einführung eines Dokumenten- und Workflowmanagement-Systems auf. Eine getrennte Verwaltung von Dokumenten auf unterschiedlichen Medien ist nur unter großem Aufwand realisierbar, wobei Fehlergefahr, Wartungsaufwand und Zugriffszeiten bei der Suche ansteigen.

Dabei ist es nicht zwingend, dass alle Dokumente des Altbestands, auf den nur noch selten zugegriffen wird, in das elektronische System migriert werden müssen. Medienbrüche bedeuten zwar Mehraufwand sowohl bei der Verwaltung als auch bei der Bearbeitung der betreffenden Vorgänge; dieser Mehraufwand kann jedoch vertretbar sein im Verhältnis zu dem Aufwand, der bei der Migration entsteht. Daher ist es empfehlenswert, während der Ist-Analyse eine objektive Bewertung aus wirtschaftlicher Sicht durchzuführen.

Tritt der Medienbruch jedoch in der täglichen Vorgangsbearbeitung auf, liegen also die zu einem Vorgang gehörenden Dokumente teilweise in Papierform und teilweise in elektronischer Form vor, vermindert dies die Wirtschaftlichkeit des Dokumenten- und Workflowmanagement-Systems erheblich. Eine solche Form des Medienbruchs ist unter allen Umständen zu vermeiden.


Mangelhafte Kommunikation mit den Anwendern

Eine weitere Stolperfalle liegt in der unzureichenden Kommunikation mit den Anwendern. Es ist unbedingt erforderlich, so früh wie möglich einen Dialog mit den Endanwendern, die letztlich mit dem neu einzuführenden System arbeiten müssen, zu beginnen. Viele Ängste und Befürchtungen der Mitarbeiter können so bereits frühzeitig ausgeräumt werden. Diese Problemfelder, die sich von

  • weitergehender Kontrolle durch Vorgesetzte (“Der Abteilungsleiter kann jederzeit auf Knopfdruck sehen, wer was arbeitet”)
  • Überlastung (“Der Rechner knallt einem die zu erledigenden Aufgaben ohne Rücksicht auf die bestehende Arbeitsbelastung auf den Bildschirm”) und
  • Verlust von Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten (“Ich muß machen, was der Computer will”) bis hin
  • zur Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes

erstrecken, müssen ernsthaft angegangen und im Dialog gelöst werden.

Dabei sollten insbesondere auch die Vorteile der neuen Arbeitsweise wie beispielsweise Entlastung von Routineaufgaben und schnellerer Dokumentenzugriff und damit zügigere Bearbeitung von Vorgängen deutlich herausgestellt werden. Eine offene und auf die Sorgen des Mitarbeiters ausgerichtete Informationspolitik bildet eine wesentliche Grundlage für die Akzeptanz des einzuführenden Systems im Unternehmen.


Auswahl eines ungeeigneten Produkts

Erfolgt die Produktauswahl unter falschen Voraussetzungen, etwa weil die Ist-Analyse nicht gründlich genug war, kann ein Fehlschlag bei der Einführung eines Dokumenten- und Workflowmanagement-Systems die Folge sein. Im realen Betrieb werden Mängel und Unzulänglichkeiten schnell offenbar. Nachbesserungen sind meist nur unter erheblichem finanziellen Aufwand möglich, und in vielen Fällen werden die getätigten Investitionen bei weitem nicht den erhofften Ertrag bringen.

Im Sinne der Absicherung des Investitionsrisikos, ist es daher von großer Wichtigkeit, bei der Systemauswahl große Sorgfalt walten zu lassen. Maßgeblich ist die Berücksichtigung von Interoperabilität mit bereits bestehenden Anwendungen. Können die bestehenden Applikationen nicht ausreichend und stabil mit dem zu installierenden System zusammenarbeiten, wird die Einführung eines Dokumenten- und Workflowmanagement-Systems beträchtlich behindert.


Nichtbeachtung der Ordnungsmäßigkeit

Oft fällt erst nach der Einführungsphase die fehlende Berücksichtigung der Ordnungsmäßigkeit des Systems auf. So dürfen bestehende Datenschutz-Richtlinien durch die Einführung eines Dokumenten- und Workflowmanagement-Systems natürlich nicht außer Kraft gesetzt werden, und auch die Bestimmungen des Betriebsverfassungsgesetzes gilt es einzuhalten. In der betrieblichen Praxis finden sich immer wieder Systeme im Einsatz, die gegen die genannten Rechtsgrundlagen verstoßen und im Rahmen einer Überprüfung durch Gutachter beanstandet und aufwendig verändert werden müssen.


Technokratische Lösungsansätze

Die Praktikabilität der gewählten Lösung darf ebenfalls nicht unterschätzt werden. Allzu technokratische Lösungsansätze, die von ihrem theoretischen Ansatz her vielleicht die an sie gestellten Anforderungen erfüllen mögen, können in ein System münden, das an den Anforderungen der Mitarbeiter schlicht vorbeigeht. Bezüglich einer ansprechend gestalteten Bedienungsoberfläche, der Robustheit gegenüber Fehlbedienungen oder der richtigen Auswahl der notwendigen Funktionen ist es angezeigt, bei der Konzeption des einzuführenden Dokumenten- und Workflowmanagement-Systems die Anforderungen der Benutzer ausreichend zu berücksichtigen, was durch sorgfältige Analysen sichergestellt werden kann.

 

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Letzte Änderung: 31.10.2005 | Presse-Service | Disclaimer
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