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Online-Dokumentation:
Acrobat-Präsentationen planen
Artikel
erschienen in
Ausgabe Juli/August
1999
Von
Rainer Scheunemann
Inhaltsübersicht:
Häufig
lassen sich komplizierte Sachverhalte wie z.B. Handlungsanleitungen
besser durch einfache Animationen verdeutlichen als mit
einer schriftlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung. Besonders
effektiv kann dies etwa in einer Software-Dokumentation geschehen,
die dem Anwender in einer kurzen Video-Sequenz zeigt, welche Menüpunkte
und Schaltflächen er anklicken muß, um ein bestimmtes
Ergebnis zu erreichen.
Das
von Adobe Systems entwickelte PDF-Format eignet sich hervorragend,
um Informationen online zu verteilen, ohne daß man Rücksicht
auf die verschiedenen Betriebssysteme und Plattformen der Anwender
nehmen müßte. Mit dem Acrobat-Paket lassen sich Hypertext-Anwendungen
erstellen, die mit multimedialen und interaktiven Elementen ausgestattet
sind. Mögliche Einsatzgebiete hierfür sind:
- Produktpräsentationen
- Firmenvorstellungen
- Schulungsunterlagen
oder
- Lernprogramme
Die
Integration von Multimedia und Interaktion gestaltet sich mit
Hilfe des Programmes Acrobat Exchange recht einfach, setzt aber
eine sorgfältige Planung voraus.

Ohne Planung geht es
nicht!
Die Möglichkeiten
von Acrobat-Präsentationen sind nicht vergleichbar mit denen
professioneller Autorensoftware, wie z.B. Macromedia Director
oder Toolbook. Allerdings läßt sich die Nutzung des
Acrobat-Paketes in relativ kurzer Zeit erlernen, während
die Verwendung von Autorensystemen eine lange Einarbeitungszeit
und auch ein gewisses Verständnis auf dem Gebiet der Programmierung
erfordert.
Ein
Nachteil bei der Herstellung von Acrobat-Präsentationen ist,
daß das grundlegende Layout der Dokumente in anderen Anwendungen
erstellt werden muß. Hierbei können jedoch alle gängigen
Anwendungen genutzt werden. Egal, ob die Dateien aus einem Grafikprogramm,
einer Textverarbeitung oder einem DTP-Programm stammen: Die Umwandlung
in ein PDF-Dokument ist aus jeder Anwendung möglich, die
über die Funktion Drucken verfügt.
Diese
Vorgehensweise erfordert eine sorgfältige Planung des Dokumentes,
da nachträgliche Änderungen am Layout in Acrobat Exchange
schwierig oder gar unmöglich sind. Sonst gilt: Zurück
zur Erzeugeranwendung und noch einmal von vorn.
Die Unterschiede
zur Print-Dokumentation
Online-Dokumente
folgen anderen Richtlinien als die Aufbereitung von Informationen
für gedruckte Medien:
- Ein Bildschirm
ist anders aufgeteilt als eine Buchseite.
- Die Lesbarkeit
folgt anderen Kriterien.
- Grafiken
müssen anders vorbereitet werden.
Und: In der
Online-Dokumentation sind andere mediale Möglichkeiten verfügbar.
Wichtig
ist dabei stets, daß multimediale Effekte nicht Selbstzweck
sind, sondern den Erfordernissen des jeweiligen Dokumentes folgen.
Insbesondere sollte der Autor hier auch immer die Rechnerausstattung
der Zielgruppe im Auge haben: Grafisch anspruchsvolle und mit
Multimedia-Elementen gespickte Acrobat-Dokumente benötigen
eine erhebliche Grafik- und Rechenleistung, wenn der Anwender
Freude an diesen Dokumenten haben soll.
Auswahl der Basis-Software
Da
das Basis-Dokument in einer anderen Anwendung vorbereitet werden
muß, ist eine exakte Planung vor dem Arbeitsbeginn unumgänglich.
Die erste Frage, die sich stellt, lautet: Welche Software
nutze ich als Ausgangspunkt für meine Präsentation?
Handelt
es sich um ein eher repräsentatives Online-Dokument, ist
eine Vektorgrafik-Software (z.B. CorelDraw oder Freehand) oder
ein auf Kreativsatz ausgelegtes DTP-Programm (z.B. PageMaker)
die richtige Wahl.
Möchte
man dem Anwender eher informative Inhalte vermitteln, kann in
der Regel auf ein besonders originelles oder verspieltes Layout
verzichtet werden. Das trifft z.B. auf Informationen zu einzelnen
Produkten, Preisinformationen oder multimediale Produktkataloge
zu. In diesem Fall kann man auf gängige DTP-Programme (z.B.
FrameMaker, PageMaker, Quark XPress) oder auch auf eine Textverarbeitung
zurückgreifen.
Besonders
wichtig bei grafiklastigen Präsentationen ist, daß
die verwendeten Grafiken für den Online-Einsatz optimiert
werden.
Tip:
Verzichten Sie auf spektakuläre Farbverläufe, wie sie
etwa die Fülleffekte von CorelDraw erzeugen. Soll eine solche
Grafik als Hintergrund verwendet werden, läßt sich
die Dateigröße auf kein sinnvolles Maß reduzieren.
Einfache Farbverläufe hingegen sind meist kein Problem.
Layout-Planung
Je nach Anwendungsbereich
sind verschiedene Kriterien bei der Planung des Layouts und der
Gestaltung des Dokumentes zu berücksichtigen. Die folgende
Checkliste bietet Hinweise und Vorschläge für den Umgang
mit Schriften, Grafiken, Navigationsmitteln, multimedialen Elementen
sowie Dateigrößen:
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Checkliste
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Kriterium
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Hinweise
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Vorschläge
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Schriftarten
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Im
Gegensatz zu Print-Dokumenten sind am Bildschirm serifenlose
Schriften besser zu lesen.
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Arial,
Helvetica (PC) oder Geneva (Mac)
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Grafiken
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Grafiken
müssen für die Bildschirmpräsentation speziell
aufbereitet werden.
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Auflösung
96 dpi, Anti-Aliasing, keine zu komplexen Farbverläufe
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Orientierung,
anklickbare Elemente
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Sollen
grafische Elemente die Orientierung des Anwenders unterstützen,
müssen diese Grafiken bereits in der Vorlage vorhanden
sein. Dasselbe gilt für Elemente, hinter denen sich
später ein anklickbares Ereignis befinden soll (wie
z.B. eine Sound- oder Video-Sequenz).
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Planen
Sie die Orientierungsmöglichkeiten vorab und sehr genau.
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Multimedia-Elemente
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An
den Stellen, an denen multimediale Elemente eingebaut werden
sollen, muß genügend Platz gelassen werden.
Bei
Videos besteht auch die Möglichkeit, sie nur dann in
das Dokument einzublenden, wenn sie abgespielt werden. Überlegen
Sie aber in jedem Fall vorher, wo diese Videos erscheinen
sollen.
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Testen
Sie vorher, wieviel Platz bestimmte Videos benötigen.
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Dateigrößen
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Prinzipiell
sollte der gesamte Umfang der Dateien nicht relevant sein.
Multimediale Anwendungen nehmen in der Regel viel Speicherplatz
in Anspruch und sind gewöhnlich nur auf CD-ROM zu veröffentlichen.
Allerdings
sollten verwendete Grafiken auch hinsichtlich der Dateigröße
optimiert werden, da sonst mit einem sehr langsamen Bildaufbau
gerechnet werden muß.
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Um
lange Ladezeiten zu vermeiden, können Sie Ihre Präsentation
auch in mehrere Dateien aufteilen.
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Checkliste
für die Planung einer Acrobat-Präsentation
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Multimedia-Planung
Wenn
Sie Effekte nutzen, die eigene Programme benötigen (z.B.
Filme im RealMedia-Format), liefern Sie das benötigte Programm
mit. Falls es sich bei dem Programm nicht um frei verfügbare,
sondern lizenzpflichtige Software handelt, weisen Sie den Anwender
darauf hin. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf lizenzpflichtige
Programme, Sie ärgern damit nur den Anwender. Versuchen Sie
stattdessen, Ihre Dateien in ein anderes Format umzuwandeln.
Sound-Dateien
werden grundsätzlich in das Dokument eingebunden; alle anderen
Multimedia-Dateien müssen auf dem Datenträger mitgeliefert
werden. Da diese Dateien per Referenz aufgerufen werden, müssen
Sie auch auf der CD-ROM in der gleichen Verzeichnisstruktur liegen,
wie bei der Entwicklung der Anwendung.
Legen Sie
sich am besten vor Beginn der Arbeit ein Verzeichnis an, in dem
Sie alle Dateien ablegen, die später auch auf die CD-ROM
gebrannt werden müssen. Die Verzeichnisstruktur könnte
z.B. so aussehen:
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- Im Verzeichnis
pdf-dateien legen Sie alle Acrobat-Dateien Ihrer
Präsentation ab. Allein die erste aufzurufende Datei (z.B.
start.pdf) speichern Sie am besten im Hauptverzeichnis.
- Unter
videos speichern Sie unabhängig vom
Format die benötigten Filme.
- Im Verzeichnis
daten speichern Sie alle weiteren Dateien, die Sie
aus Ihrer Präsentation heraus aufrufen wollen. Dies können
beliebige Dateien sein (z.B. eine Word-Datei, die dem Anwender
als Fax-Vorlage für eine Bestellung angeboten wird). Beachten
Sie aber, daß der Anwender auch über die entsprechenden
Programme verfügen muß, um diese Dateien nutzen zu
können.
- Unter
installationsdateien werden die zusätzlich
benötigten Programme abgelegt, die der Anwender braucht,
um die Präsentation vollständig nutzen zu können.
In jedem Fall sollten Sie den Acrobat Reader in der neuesten
Version (aktuell 4.0) mitliefern.
Eine Übersicht
über die wichtigsten Multimedia-Formate, ihre Besonderheiten
und möglichen Einsatzbereiche zeigt die folgende Tabelle:
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Dateiformate
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Video
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Anmerkungen
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AVI
(Video für Windows)
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Das
Standard-Videoformat unter Windows. Mittlerweile ist es,
wenn auch noch im Einsatz, von anderen und besseren Dateiformaten
überholt worden. Geeignet für Kleinst-Animationen
ohne Sound (z.B. Menü-Animationen).
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MOV
(Apple QuickTime-Movie)
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Wurde
ursprünglich für den Macintosh entwickelt, ist
mittlerweile aber auf allen Plattformen verfügbar.
Bessere Kompression als das AVI-Format. Geeignet für
alle Videos.
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MPEG
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Ein
stark komprimierbares Videoformat. Allerdings treten je
nach Kompressionsrate Bildverluste auf (vergleichbar mit
stark komprimierten JPEG-Grafiken). Geeignet für alle
Videos; bevorzugt einzusetzen, wenn Speicherplatz gespart
werden muß.
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RealMedia
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Wurde
speziell für das Publizieren über das Internet
entwickelt. Ermöglicht die Echtzeit-Ansicht während
der Datenübertragung. Geeignet für Videos, die
über das Internet angeboten werden oder Videos, bei
denen die Qualitätsverluste nicht sonderlich relevant
sind.
Ist
(noch) nicht in die Betriebssysteme (Windows, MacOS) implementiert,
d.h. zum Abspielen der Dateien werden zusätzliche Programme
benötigt!(www.real.com)
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Sound
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Anmerkungen
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WAV
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Das
Standard-Soundformat unter Windows. Mittlerweile ist es,
wenn auch noch im Einsatz, von anderen und besseren Dateiformaten
überholt worden. Eine Kompression der Dateien ist nicht
möglich. Geeignet für kurze Sound-Ereignisse.
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AIFF
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Wurde
ursprünglich für den Macintosh entwickelt, ist
mittlerweile aber auf allen Plattformen verfügbar.
Besitzt im wesentlichen die gleichen Eigenschaften wie das
WAV-Format. Geeignet für kurze Sound-Ereignisse.
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MP3
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Relativ
neues Format für Sounddateien. Sehr starke Kompression
möglich. Qualität von Radio bis CD
einstellbar. Benötigt nur etwa 1/12 des Speicherplatzes
von WAV bzw. AIFF. Geeignet für Musikstücke und
andere lange Sounddateien.
Ist
(noch) nicht in die Betriebssysteme (Windows, MacOS) implementiert,
d.h. zum Abspielen der Dateien werden zusätzliche Programme
benötigt! Der neue Multimedia-Player, der mit dem Internet
Explorer 5 (Windows) installiert wird, beherrscht dieses
Dateiformat bereits. (oder: www.mp3.com)
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RealAudio
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Wurde
speziell für das Publizieren über das Internet
entwickelt. Ermöglicht das Abspielen in Echtzeit während
der Datenübertragung. Geeignet für Sounds, die
über das Internet angeboten werden.
Ist
(noch) nicht in die Betriebssysteme (Windows, MacOS) implementiert,
d.h. zum Abspielen der Dateien werden zusätzliche Programme
benötigt! (www.real.com)
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Die
wichtigsten Multimedia-Formate im Überblick
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