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Forum für Online-Hilfe:
Dritte europäische Online Help Conference in London

 

Artikel erschienen in
Ausgabe Juli/August 1999

Von Ansgar Knauf

Vom 2.-4. Juni 1999 fand in London die Online Help Conference Europe statt, eine der wichtigsten europäischen Veranstaltungen für technische Redakteure. Diese nunmehr zum dritten Mal abgehaltene Konferenz hat inzwischen globale Ausmaße angenommen, wie man dem Teilnehmerfeld entnehmen konnte: Rund 400 Besucher aus über 21 Ländern einschließlich Japan, Rußland, Australien und Nordamerika hatten sich diesmal im Olympia Conference Centre im Londoner Westend eingefunden – über 30% mehr Teilnehmer als im Vorjahr, wie der Organisator verlauten ließ.

Die jährlich stattfindende Konferenz wurde von digitext, einem führenden Anbieter von Dokumentationslösungen für den englischsprachigen Markt, organisiert und bestand aus mehreren Teilen: Einerseits gab es über drei Tage hinweg ein umfangreiches Seminarangebot, das sich vor allem an Autoren und technische Redakteure richtete. In diese eigentliche Konferenz, auf der sich die Teilnehmer ihr individuelles Programm zusammenstellen konnten, war andererseits eine halbtägige Messe eingebunden, bei der die Softwarehersteller ihre Hilfe-Tools vorstellten.

Zu den eher allgemein orientierten Seminaren z.B. über Nutzungsstrategien EDV-basierter Hilfesysteme, über Einsparungspotentiale bei der Erstellung von Dokumenten, die sowohl klassisch als auch online publiziert werden, oder über intelligentes Schreiben kamen software-spezifische Themengebiete: Die Programmierung und Verwendung von Java, JavaScript, XML, DHTML, Active X oder Cascading Style Sheets standen dabei im Vordergrund. Im Gegensatz zum Schwerpunkt des vergangenen Jahres (HTML) hat sich hier eine deutliche Erweiterung des Themenbereichs abgezeichnet, welche die technische Weiterentwicklung reflektiert.

Diesmal traten auch die Hersteller eigener Online-Help-Systeme mit Seminaren zu ihren Produkten stärker in Erscheinung, so z.B. Forefront mit Fore Help, Blue Sky Software mit RoboHelp oder Microsoft mit HTML Help.

Der Trend hin zu einer strikten Aufgabentrennung zwischen Programmierung und Autorenarbeit beim Online-Publishing bestätigt sich hierbei mehr und mehr. Moderne Online-Redaktion besteht dementsprechend aus drei Arbeitsschritten, die meist auch von verschiedenen Personen übernommen werden:

  1. Vorbereitung des Layouts (z.B. durch CSS )
  2. Programmierung der Funktionen (z.B. in JavaScript)
  3. Verwendung der Vorgaben aus 1 und 2 per Cut and Paste durch den Autor

Programmierung wird also zur Vorarbeit der eigentlichen Autorenarbeit, nicht deren zeitraubende Folge. Der Redakteur wird somit immer unabhängiger von technischen Entwicklungen, was nicht zuletzt eine Konsequenz der verbesserten Benutzerfreundlichkeit aktueller Redaktionssysteme ist.

Mit der interaktiven Seite von Redaktionssystemen beschäftigte sich dann auch der dritte große Themenkomplex der Online Help Conference: Eine Reihe von Seminaren behandelte die Gestaltung intelligenter Navigation und Benutzerinterfaces. Zudem wurde ein Blick in die Zukunft des Online-Publishing gewagt.

Hier wäre insbesondere die von allen Seiten immer wieder betonte Notwendigkeit zur Internationalisierung zu nennen. So war es nur konsequent, daß mit transline, Übersetzungsdienst für technische Übersetzung, dieses Jahr zum ersten Mal auch ein Sprachdienstleister als Aussteller vertreten war, der sowohl bei herkömmlichen als auch bei Online-Dokumentationen ein umfangreiches Übersetzungs- und Lokalisierungsangebot anbietet.

Als Fazit läßt sich sagen, daß die Konferenz sowohl inhaltlich als auch organisatorisch einen sehr guten Eindruck machte. Laut Marie Kendall und Matthew Ellison, den Organisationsleitern von digitext, ist für nächstes Jahr eine noch größere Teilnehmerzahl angestrebt, gegebenenfalls auch ein anderer Konferenzort, was man anhand des Feedbacks der Teilnehmer noch entscheiden wolle.

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Letzte Änderung: 31.10.2005 | Presse-Service | Disclaimer
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