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Perspektivische
technische Illustration:
Ein Bild sagt mehr als 12 000 Worte
Artikel
erschienen in
Ausgabe März 1999
Von
Ulrich Thiele
Inhaltsübersicht:
Die einschlägigen
Richtlinien und Normen zur technischen Dokumentation verlangen
zwingend den Einsatz von bildlichen Darstellungen zur Ergänzung
oder als Ersatz von Textabschnitten. Neue Medien, wie Multimedia-Dokumentationen
oder Online-Dokumente, leben sogar ausschließlich von der
Visualisierung, wenn sie effizient kommuniziert werden sollen.
In der
Praxis beschränkte sich der technische Autor in der Vergangenheit
vornehmlich auf zweidimensionale Strichzeichnungen. Doch moderne
Software zur Erstellung anspruchsvollerer sprich realitätsnäherer
technischer Illustration erlaubt in Kombination mit leistungsfähiger
gewordener Rechner-Hardware heute schon am Redaktionsarbeitsplatz
die bildliche Umsetzung in die dritte Dimension.
Rücksicht
nehmen auf den Anwender
Postuliert
man eine für den Anwender einer Betriebsanleitung möglichst
unmittelbar verständliche Abbildung von Gerätedetails
oder Handlungsschritten, so kommt nur eine perspektivische Darstellung
infrage. Alles andere auf zwei Dimensionen beschränkte
erfordert vom Betrachter die Fähigkeit, abstrakte
Darstellungen in sein Vorstellungsvermögen umzusetzen.
Ein
gezeichnetes Rechteck stellt sich erst im Kontext einer Betriebsanleitung
als Rohr heraus. Hier muß der Anwender im vorhinein wissen,
was das Bild zeigt. Und er muß einen Teil seiner Konzentration
der mentalen Umsetzung des Gesehenen widmen, sozusagen der Projektion
der Grafik in seine visuelle Welt; dieser zusätzliche Denkvorgang
lenkt von den eigentlich wesentlichen Inhalten der Dokumentation
ab. 
Rücksicht
nehmen auf den Hersteller
Die
Verwendung anschaulicher und zweckorientierter Visualisierungsmittel
dient nicht allein der Zielgruppe, sondern ist aus Sicht des Dokumentationserstellers
auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu bewerten. Zunächst
scheint es kostengünstiger zu sein, einige Textabsätze
zu tippen, anstatt Bilder zu verwenden. Insbesondere die Ausdehnung
auf globale Zielmärkte hat jedoch zur Folge, daß heute
ein Löwenanteil der Aufwendungen für eine Betriebsanleitung
in die Mehrsprachigkeit zu investieren ist.
Bild
1 zeigt im Vergleich zwei Kurzanleitungen für Medizinprodukte,
beide für zwölf Sprachen. Das linke Beispiel erfordert
wie man sich leicht vorstellen kann einen erheblichen
Zusatzaufwand für Übersetzung, Satz, Druck und Logistik
(beim Beilegen der geeigneten Sprachvariante zum Produkt). Das
rechte Beispiel kommt ohne Text aus, es gibt nur eine einzige
Ausführung. Welche Variante ist wohl die wirtschaftlichere?
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Abb.
1: Die fotografische Visualisierung von Handlungsschritten
kann den beschreibenden Text vollständig ersetzen.
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Viele Wege führen nach Rom
Im
folgenden werden die Visualisierungsmethoden betrachtet, die der
technische Redakteur selbst zur Umsetzung bildlicher Darstellungen
nutzen kann:
- perspektivische
Strichgrafik
- Technikfotografie
- fotorealistische
Computergrafik und
- Stereoskopie
Um
sich für das geeignete Mittel zur Visualisierung entscheiden
zu können, bedarf es einiger Vorüberlegungen. Tabelle
1 gibt einen Überblick über die Vor- und Nachteile der
unterschiedlichen Visualisierungsmethoden und kann als Entscheidungshilfe
dienen:
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Strichgrafik |
Fotografie
(digital und chemisch)
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fotorealistische
Computergrafik
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Zeit-
aufwand
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für
jede Grafik einer Betriebs-
anleitung ähnlich hoher zusätzlicher Zeitaufwand
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Das
erste Foto ist das teuerste, Folgeaufnahmen (andere Ansichten,
Detailaufnahmen) verteilen den Grundaufwand für Beleuchtung
Belichtung, Objektvorbereitung. Bei der Digitalfotografie
entfallen die Zeitverzögerungen durch den Entwicklungs-
und Vergrößerungs-
aufwand.
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Die
Erstellung der 3D-Grund-
konstruktion ist zeitaufwendig und verlangt Konstruktions-erfahrung.
Aber das einfache Generieren von Detailansichten aus verschiedenen
Blickwinkeln macht diese Form der Visualisierung wirtschaftlich.
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Verar-
beitung |
unproblematische
Übernahme in alle Arten von Dokumentations-
programmen
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Erfahrung
beim Scannen von Papierbildern und beim Nachbearbeiten digital
aufgenommener Fotos ist Voraussetzung. Hinzu kommt der Umgang
mit der elektronischen Bildverarbeitung und der anspruchsvollen
Computer-
ausrüstung. Zum Teil ist die Nachbearbeitung digital
mit billigen Kameras aufgenommener Fotos aufwendig.
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Unproblematische
Übernahme in alle Arten von Dokumentations-
programmen
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Reprodu-
zierbarkeit |
Bestens
für Fotokopien, Digitaldruck und Offsetdruck geeignet.
Aber: Treppenstufen in Linien bei geringer Druckauflösung
(Laserdrucker).
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Schlecht
geeignet für Fotokopien, es sei denn, es werden grobe
Raster verwendet (20 Linien/cm). Gut geeignet für Laserdrucker
mit Auflösungen ab 600 dpi. Optimal für Digitaldruck
in Kleinauflagen und Offsetdruck.
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Schlecht
geeignet für Fotokopien, es sei denn, es werden grobe
Raster verwendet (20 Linien/cm). Gut geeignet für Laserdrucker
mit Auflösungen ab 600 dpi. Optimal für Digitaldruck
in Kleinauflagen und Offsetdruck. Hervorragend
geeignet für Bildschirm-
darstellungen, dort ergibt sich ein Zusatznutzen durch den
Einsatz von Animationen.
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Ausrüstung
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durchschnittlich
ausgestatteter Rechner, zum Teil hohe Investion in Illustrations-
software
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vor
allem bei Digitalkameras hohe Investitionen, Kosten für
Beleuchtung, Lichtmessung und Digitalisierung, leistungsfähiger
Rechner für die Bildnach-bearbeitung
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leistungsfähiger
Rechner, hohe Investition in Renderingsoftware
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Änderungs-
dienst
|
einfach
|
erfordert
Aufwand in der elektronischen Bildverarbeitung
|
einfach
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| Aussage |
Details
können nach Wunsch herausgearbeitet werden.
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Genereller
Vorteil: Das gesamte Umfeld kann im Detailbereich gezeigt
werden. Realitätsnahe Darstellung.
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Details
können nach Wunsch herausgearbeitet werden. Genereller
Vorteil: Das gesamte Umfeld kann im Detailbereich gezeigt
werden.
Realitätsnahe Darstellung.
Visualisierung und Simulation von Prozeßschritten
und -abläufen.
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| Image
und Verbreitung |
sehr
technisch und abstrakt auf den ersten Blick, geringe Akzeptanz
insbesondere im Consumer-
bereich
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hohes
Image, einfachere Verständlichkeit auch für Laien,
durch Einführung der Digitalfotografie in Zukunft weiter
verbreitet
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hohes
Image, einfachste Verständlichkeit auch für Laien,
geringe Verbreitung
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Tab.
1: Gegenüberstellung verschiedener Visualisierungsmethoden
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Perspektivische Strichgrafik
Diese
Art der Visualisierung lehnt sich in der Reduktion auf die wesentlichen
Umrisse eines technischen Objektes eng an die Konstruktionszeichnung
an. Eine Methode, die dann auch am ehesten die Zielgruppe des
technisch geschulten Installations- und Servicepersonals anspricht.
Auf
kaum einem Gebiet der Illustration sind die Strategien der Software
zur Erzeugung so vielfältig wie bei der perspektivischen
Strichgrafik:
-
Erweiterungen
der eingeführten 2D-Konstruktionsprogramme durch intelligente
Verknüpfung der standardisierten Objektansichten (Front-,
Auf- und Seitenansicht), die mit geringstem Mehraufwand zur
Perspektive führen
-
eigenständige
Illustrationsprogramme zum direkten Zeichnen im isometrischen
Raum
-
Bibliothekssammlungen
isometrisch gezeichneter Grundkörper zur Plazierung in
Standard-2D-Grafikprogrammen
Gerade
die letzte Variante verspricht dem illustrierenden technischen
Autor einen besonders effizienten Weg zur eigenen perspektivischen
Grafik. Ist die Auswahl an Bibliotheken und vorgefertigten Grundkörpern
hinreichend groß, gibt es kaum eine schnellere Möglichkeit.
Attraktiv
sind hier z.B. die Low-Cost-Lösungen des amerikanischen Ingenieurbüros
INVOTECH. Eine Vielzahl von Symbolbibliotheken aus allen Bereichen
der mechanischen Konstruktion kann als Symbolzeichensätze
einfach in das verbreitete Illustrationsprogramm CorelDraw eingeklinkt
werden. Jede Symbolbibliothek besteht aus bis zu 255 Einzelsymbolen
in isometrischer Darstellung. Das INVOTECH-Programm bietet darüberhinaus
Menüerweiterungen zu CorelDraw, die selbst komplexe Bilder
ermöglichen.
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Abb
2: Fortgeschrittene Illustrationsprogramme ermöglichen
auch komplexe perspektivische Abbildungen.
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Technikfotografie im Digitalzeitalter
Gerade
Fotos liegen im Zeitalter digitaler Kameras im Trend. Knipsen
kann schließlich jeder, also rüsten sich viele Dokumentationsabteilungen
mehr oder weniger wahllos mit den neuen Billigkameras aus. Es
gehört aber etwas mehr dazu, zweckorientierte Technikfotos
herzustellen, wenn auch nur wenige grundsätzliche Überlegungen
und Tricks schon hervorragende Ergebnisse liefern können.
So
führt der zunächst euphorische Einsatz digitaler Kameras
schnell zur Ernüchterung, wenn die Aufnahmen durch Artefakte
verfälscht sind, die gerade für die Technikfotografie
untragbar sind:
-
Durch
die zwangsläufig hohe Komprimierung der Aufnahmen innerhalb
der Kamera ergeben sich Randunschärfen an Gerätekanten,
die eine Freistellung vom Hintergrund stark erschweren.
Scharfkantige Objektdetails wirken durch die Komprimierungseffekte
verwaschen, insbesondere Skalenaufschriften und Bedienungsbeschriftungen
auf Frontplatten werden häufig trotz ausreichender
Kameraauflösung unleserlich.
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Abb.
3: Aufgrund von Artefakten der internen Kamerakomprimierung
sind Beschriftungen auf technischen Geräten schwer
wiederzugeben.
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-
Das
sogenannte Farbrauschen überzieht vor allem dunklere
Aufnahmestellen mit einem Mosaik, welches an die Grobkörnigkeit
hochempfindlicher Filme erinnert. Bei der elektronischen Nachbearbeitung
werden hier automatisierte Maskenfunktionen, Schärfekorrekturen
und Tonabstimmungen erschwert.
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Abb.
4: Farbrauschen bei digitalen Kameras führt zu körnigen
Oberflächen, insbesondere in dunklen Bildpartien
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Hinzu
kommen noch Nachteile der Digitaltechnik, die die Handhabung erschweren:
-
Die
Archivierung digitaler Fotos wird mit steigender Auflösung
(= wachsender Dateigröße) zum Problem.
-
Welches
Dateiformat für die Archivierung ist anzuraten, wenn
die Fotos noch in 10 oder 20 Jahren lesbar sein sollen? Bei
der Vergänglichkeit von Betriebssystemen und Anwendersoftware
fallen hier zukunftssichere Entscheidungen schwer.
Fotorealistische Computergrafik
Dieses
Verfahren nutzt die Vorteile sowohl der perspektivischen Illustration
als auch der Technikfotografie. Im Gegensatz zur herkömmlichen
Grafik, bei der die Projektion eines dreidimensionalen technischen
Gegenstandes im Kopf des Grafikers erzeugt werden muß, bevor
er sie zweidimensional auf die Computerarbeitsfläche bringt,
arbeitet die 3D-Grafik mit einem dreidimensionalen volumetrischen
Modell des Gegenstandes im virtuellen Arbeitsraum des Rechners.
Kompliziertere Geometrien werden
- durch
Zusammensetzen von Grundkörpern erzeugt
- durch
Verzerrungen oder Verdrehungen von Grundkörpern erreicht
oder
- durch
Freiform- und Gitterform-Module erstellt
Die
Vorteile der 3D-Computergrafik in der Praxis:
- Formänderungen
des Objektes werden am virtuellen Modell einfach numerisch eingegeben;
alle von der Änderung beeinflußten Darstellungselemente
in der zweidimensionalen Darstellung werden automatisch ohne
weiteren Eingriff angepaßt.
- Licht-
und Schattenverläufe werden für die virtuelle Szene
im 3D-Arbeitsraum durch Versetzen oder Hinzufügen virtueller
Lichtquellen für alle Objekte der Grafik gemeinsam automatisch
erstellt.
-
Veränderte
Perspektiven z.B. verschiedene Ansichten, Detaildarstellungen
oder Betrachtungswinkel erfordern kein Neuzeichnen
aller Objekte, sondern lediglich eine (numerische) Verschiebung
der virtuellen Aufnahmekamera. So ist die zusätzliche
Rückansicht einer Maschinenbaugruppe die Sache eines
Mausklicks; mit herkömmlicher 2D-Grafik müßte
die Darstellung völlig neu erstellt werden.
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Abb.
5: Verschiedene Perspektiven schnell erzeugen per Mausklick:
Vorteile fotorealistischer 3D-Grafik anhand der Grundelemente
einer Peristaltikpumpe.
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Auch
auf durchschnittlich bestückten Grafik-PCs ist die Erstellung
fotorealistischer 3D-Grafiken sinnvoll durchführbar. Ergonomisch
verbesserte Benutzeroberflächen stellen keine so hohen Ansprüche
mehr an die Einarbeitung der Anwender. Aus diesem Fortschritt
heraus erobert sich die 3D-Grafik zunehmend neue Einsatzgebiete:
- Produktentwicklung:
Industrie-Design als Vorstufe zum Modellbau, Überprüfung
ergonomischer Eigenschaften von Benutzerschnittstellen, Hilfsmittel
für die Prototypfertigung.
- Illustrationen
in der technischen Dokumentation: Müssen Handlungsabläufe
unter verschiedenen Perspektiven visualisiert werden, so ist
der Einsatz besonders wirtschaftlich. Dies gilt vor allem dann,
wenn Fotografie anstelle der Grafik nicht infrage kommt. Ein
besonders erwähnenswerter Vorteil der 3D-Grafik ist der
hohe Wiedererkennungsgrad durch beliebige Detaillierung der
wesentlichen herauszustellenden Komponenten.
- Demonstrieren
von Montage- oder Wartungsabläufen: Im virtuellen 3D-Arbeitsraum
kann man eine Kamera auf vorgegebener Bahn verfahren und aus
dieser Bewegung heraus Einzelbildfolgen aufnehmen.
-
Visualisierung
von mechanischen Abläufen in Maschinen: Animationen und
Filme vermitteln im Bereich der Technik sehr anschauliche
Ansichten auch von größeren Objekten. Zunehmend
werden solche Filme zur Visualisierung in Multimedia-Dokumentationen
eingesetzt. Bild 6 zeigt ein Beispiel zur Simulation der Funktionsweise
einer Peristaltikpumpe: rechts im Bild die einströmende
Flüssigkeitssäule, unter der Exzenterwelle der flexible
Schlauch, auf der linken Seite die Druckseite der Pumpe mit
austretender Flüssigkeit.
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Abb.
6: Die Simulation dynamischer Prozesse durch Animationen
ist ein ideales
Anwendungsgebiet von 3D-Grafiken.
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Stereoskopie
Durch
die Jahrhunderte hat sich die Menschheit daran gewöhnt, daß
Malerei die dreidimensionale Realität auf zwei Dimensionen
reduziert. Perspektive schafft man auch in der Fotografie seither
künstlich, durch
- stürzende
Linien
- Spiel
mit der Tiefenschärfe und
- bewußte
Verfälschung von Objektproportionen
Gerade
in der Technikfotografie fehlt zur realitätsnahen Darstellung
komplexer Objektstrukturen die Tiefenstaffelung. Auf einem Foto
ist kaum die Kabelführung eines Kabelschachtes oder der Verlauf
einer automatischen Montagestrecke zu entwirren.
Mit
einigen wenigen Grundüberlegungen
- zur
Funktionsweise der menschlichen Augen
- ihrer
von der Natur ideal gewählten Position und
- der
Verarbeitung der Sehreize im Gehirn
läßt
sich ein Konzept umsetzen, das sich in der Visualisierung technisch
komplexer Anordnungen optimal einsetzen läßt.
Dabei
werden zwei Einzelfotos aufgenommen, wobei die Kamera(s) in definiertem
Abstand und Winkel zueinander stehen. Die beiden Fotos werden
in bestimmter Weise im Rechner miteinander verknüpft und
schließlich im Augenabstand ausgedruckt. Die Kunst für
den Betrachter liegt jetzt darin, sein Sehvermögen so zu
manipulieren, daß er jedes der beiden Bilder mit je einem
Auge getrennt anschaut. Dann ergibt sich ein unglaubliches Seherlebnis,
mit einer nie erlebten Tiefenstaffelung. Bild 7 zeigt eine Skelettuhr,
bei der sich korrekte Betrachtung vorausgesetzt
die räumliche Anordnung der Werkplatinen eindrucksvoll entfaltet.
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Abb.
7: Stereoskopische
Darstellung einer Taschenuhr: Können Sie jedes der
beiden Bilder getrennt mit jeweils einem Auge betrachten?
Zwischen den beiden Bildern errechnet Ihr Gehirn dann ein
drittes Bild, das sogenannte Scheinbild, welches die Tiefenstaffelung
des natürlichen Sehens wiedergibt.
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Der
Betrachter benötigt für eine bewußte Lenkung der
Augen eine gewisse Veranlagung, aber auch etwas Übung ist
hilfreich. Eine billige Spezialbrille aus Kunststoff erleichtert
das dreidimensionale Sehen; sie kann einer Papier- oder Bildschirmdokumentation
ohne weiteres beigelegt werden.
Fazit
Moderne
technische Hilfsmittel erlauben anspruchsvolle perspektivische
Produktdarstellungen, die dank benutzerfreundlicher Soft- und
Hardware auch von technischen Autoren erstellt werden können.
Bezüglich
der Wirtschaftlichkeit ist die Fotografie immer dann preisgünstiger
als die Strichgrafik, wenn an gleichem Ort und zur gleichen Zeit
komplette Fotoserien aufgenommen werden. Der Vorteil digitaler
Kameras wird sich erhöhen, sobald deren Auflösung steigt
und gleichzeitig die Investitionskosten sinken.
Die
Verwendung von fotorealistischen Computergrafiken setzt sich nur
langsam durch, auch wenn diese gerade bei der Bildschirmdarstellung
durch Bewegtbilder einen Zusatznutzen bei der Simulation bieten.
Die
Stereoskopie stellt einen Sonderfall dar; sie ist prädestiniert
für die visuelle Herausarbeitung besonders komplex aufgebauter
Produkte.
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