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Information
und Wissen (Teil 4): Wissensmanagement
Artikel
erschienen in
Ausgabe September 1999
Von
Annelyse Forst
Inhaltsübersicht:
Immer
mehr Unternehmen erkennen den Wert von Information und Wissen
als wichtige betriebliche Ressourcen; Schlagworte wie Daten-,
Informations- und Wissensmanagement sind derzeit in aller Munde.
Technische Redakteure sind aufgrund ihrer Fähigkeiten prädestiniert
dazu, aktiv am Prozess der Strukturierung, Dokumentation und Verbreitung
des im Unternehmen vorhandenen Wissens mitzuwirken. Doch was verbirgt
sich hinter diesen neuen Managementkonzepten?
Dieser
Beitrag befasst sich als letzter Teil einer vierteiligen Beitragsreihe
mit den Zielen, Aufgaben und Konzepten des Wissensmanagements.
Lesen Sie auch Teil 1: Die neuen
betrieblichen Ressourcen, Teil 2: Datenmanagement
und Teil 3: Informationsmanagement.

Alter Wein
in neuen Schläuchen?
Wissensmanagement
ist das Schlagwort der 90er Jahre. Es wird als Antwort auf die
"Datenbank-Euphorie und die Begeisterung für den grenzen-
und maßlosen Informationsfluss in den frühen 90er Jahren"
[1] bzw. als Reaktion auf die
hohen Anforderungen aus der Wissensgesellschaft gedeutet. Betrachtet
man Wissen als den wichtigsten Produktions-
und Wettbewerbsfaktor, ergibt sich die Notwendigkeit,
Wissensmanagement im Unternehmen einzurichten. Bedeutsam ist in
diesem Zusammenhang insbesondere auch die Globalisierung des Wissens,
die immer weiter voranschreitet. Freilich ist der große
Durchbruch in den Unternehmen noch nicht geglückt.
Die Bedeutung
von Wissen bzw. die Notwendigkeit Wissen zu managen wurde schon
vor langer Zeit erkannt. In der Antike hatten die Berater, die
ja von ihrem Wissen lebten, einen hohen Stellenwert. Der Spruch
Wissen ist Macht" stammt von dem englischen Philosophen
und Staatsmann Sir Francis Bacon (1561-1626). Anfang des 19. Jahrhunderts
tauchten die ersten Abstraktionsdienste auf, und die ersten Knowledge
Networks in Form von Fachgesellschaften wurden gegründet:
Naturforscher und Ärzte (1822) oder klassische Philologen
(1828) [2]. Frederick Winslow
Taylor (1856-1915) betonte in seinem Buch Grundsätze
wissenschaftlicher Betriebsführung" (1919) die Bedeutung
des Wissens: Bei der tayloristischen Arbeitsteilung ging es um
nichts anderes als um Wissensteilung.
Wissensmanagement
als Managementkonzept gewinnt immer mehr an Bedeutung: Zur Zeit
gibt es etwa 38.000 Web Sites und 266 Bücher zum Thema Wissensmanagement.
Hinzu kommen Artikel in Zeitschriften (z.B. eine Serie in der
Süddeutschen Zeitung 1997 oder in der Zeitschrift für
Organisation 1998) sowie Kongresse. Nach einer Untersuchung der
Zeitschrift Information Management & Consulting"
gehört Wissensmanagement zu den wichtigsten Führungsthemen
nach Electronic Commerce. Das Marktforschungsunternehmen Ovum
rechnet mit einem jährlichen Wachstum für Wissensmanagement-Software
und -Dienstleistungen von ca. 60% zwischen 1998 (1,8 Mrd. $) und
2002 (11,6 Mrd. $). [3]
Wissensmanagement-Konzepte
Bisher
gibt es keinen einheitlichen Begriffsstandard für Wissensmanagement.
Eine unter vielen möglichen Definitionen: erfolgsrelevantes
Wissen zu identifizieren, zu erzeugen bzw. zu entwickeln, in Verhalten
umzusetzen, wobei dieses Wissen der Organisation durch geeignete
Diffusions- und Integrations- bzw. Modifikationsprozesse verfügbar
und somit nutzbar gemacht wird" [4].
Als besonders wichtig wird bei Konzepten zum Wissensmanagement
die Optimierung der Rahmenbedingungen erachtet: Diese müssen
den Aufbau und die Nutzung des Wissens auf allen Hierarchieebenen
des Unternehmens begünstigen.
Wissensmanagement
zielt auf Wachstums- und Ertragsvorteile, richtet sich also primär
auf die wertschöpfenden Kernprozesse eines Unternehmens;
bei den unterstützenden Prozessen spielt das Wissensmanagement
eine untergeordnete Rolle.
Weitere
Ziele von Wissensmanagement sind:
- effektive
Weiterbildung der Mitarbeiter
- bessere
Entscheidungsfindung bei Make-or-Buy-Entscheidungen
- Verbesserung
der Mitarbeiterkommunikation
Da es weder
eine einheitliche Definition noch ein einheitliches Konzept für
Wissensmanagement gibt, seien im folgenden aus der Fülle
der Ansätze vier grundlegende Wissensmanagement-Konzepte
vorgestellt.
Genova
Knowledge Group
Die Genova
Knowledge Group ist am Lehrstuhl für Management und Organisation
der Universität Genf angesiedelt, den Professor Gilbert Probst
innehat. Die Gruppe arbeitet im Rahmen des Forums für
organisationales Lernen und Wissensmanagement" mit vielen
Unternehmen zusammen.
Nach dem
Konzept der Genova Knowledge Group [5]
werden zwei Kreisläufe des Wissensmanagements unterschieden:
- auf der
operativen Ebene ein innerer Kreislauf bestehend aus sechs Bausteinen,
die miteinander vernetzt sind und die Kernprozesse des Wissensmanagements
bilden
- auf
der strategischen Ebene ein äußerer Kreislauf bestehend
aus den beiden pragmatischen Bausteinen Wissensziele und Wissensbewertung
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Bausteine
des Wissensmanagements (Quelle: [5])
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Die sechs
Bausteine der operativen Ebene gestalten sich im einzelnen wie
folgt:
- Unter
Wissenserwerb versteht man den Erwerb von Wissen externer Wissensträger,
den Erwerb von Wissen anderer Unternehmen (z.B. durch Benchmarking,
Kooperation etc.) und den Erwerb von Wissensprodukten.
- Gegenstand
der Wissensidentifikation ist eine Aufstellung der externen
und internen Daten, der Informationen und des Wissens im Unternehmen.
- Zur Wissensbewahrung
gehören in einer Wissensbank die Auswahl, die Speicherung
und die regelmäßige Aktualisierung des Wissens.
- Wissensentwicklung
ergänzt den Wissenserwerb und nimmt eine zentrale Bedeutung
im Wissensmanagement ein. Im Mittelpunkt dieses Bausteines steht
die Entwicklung neuer Fähigkeiten, neuer Produkte und Dienstleistungen.
- Wissensverteilung
ist die Voraussetzung für Wissensnutzung. Dieser Baustein
enthält alle Methoden, die sowohl die Verteilung als auch
die Teilung des Wissens fördern, ohne die Wirtschaftlichkeit
außer Acht zu lassen.
- Wissensnutzung
bedeutet den konkreten Einsatz des Unternehmenswissens zum Wohl
des Unternehmens. Diese Nutzungsorientierung steht im Vordergrund
des Wissensmanagements: Wissen nutzen" ist nicht
gleichbedeutend mit Wissen besitzen".
Den
roten Faden für alle Wissensmanagement-Aktivitäten bilden
die Wissensziele, die sich wiederum in drei Ebenen gliedern:
- Normative
Wissensziele richten sich auf die Schaffung einer wissensbewussten
Unternehmenskultur.
- Strategische
Wissensziele beschreiben den zukünftigen Wissensbedarf
des Unternehmens.
- Operative
Wissensziele konkretisieren die normativen und strategischen
Wissensziele.
Gemäß
der Wissensziele werden anschließend in der Wissensbewertung
die Maßnahmen des Wissensmanagements beurteilt. Die größte
Schwierigkeit stellt hierbei die Frage, wie Wissen gemessen werden
soll; es fehlt an allgemein gültigen Bewertungsprinzipien.
Die Wissensbilanzierungen einzelner Pionier-Firmen können
dabei eine erste Hilfe leisten. Eine weitere Möglichkeit
bietet die sogenannte Balanced Scorecard [6],
ein Controlling-Instrument, mit dem sich sowohl materielle als
auch immaterielle Güter darstellen und bewerten lassen.
Das Konzept
der Genova Knowledge Group hat sich in der Praxis bewährt.
Die Definition von Bausteinen im Wissensmanagement bietet folgende
Vorteile:
- Strukturierung
in logische Phasen
- Ansätze
für Interventionen
- ein Raster
für die Suche nach den Ursachen von Wissensproblemen [7]
Krcmar und Rehäuser
Die
beiden Wirtschaftsinformatiker Krcmar und Rehäuser verstehen
Wissensmanagement als Querschnittsfunktion, die sich aus den Grundfunktionen
Führung, Planung und Organisation ableiten lässt; Wissensmanagement
durchdringt demnach die gesamte Organisation des Unternehmens
[8; 9].
In ihrem
Ansatz unterscheiden Krcmar und Rehäuser drei Ebenen des
Wissensmanagements:
- Wissens-
und Informationseinsatz
- Wissensträger-,
Informations- und Kommunikationssysteme
- Infrastrukturen
der Wissens- und Informationsverarbeitung und Kommunikation
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Drei
Ebenen von Wissensmanagement (Quelle: nach [8])
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Aus diesen
Ebenen leiten die beiden Forscher konkrete Aufgaben ab, die ein
optimales Wissensmanagement zu erfüllen hat:
- Management
des Wissensbedarfs: Die Mitarbeiter vergleichen laufend das
von ihnen benötigte Wissen mit dem tatsächlich angebotenen.
Die Ergebnisse dieser Wissensbedarfsanalysen fließen in
eine Optimierung des Wissensangebotes ein.
- Management
des Wissensangebots: Das im Unternehmen verfügbare Wissen
wird aufbereitet und erfährt durch Analysieren, Umordnen,
Verdichten etc. eine Wertsteigerung. Das Wissensangebot muss
stets an den Bedürfnissen der Benutzer ausgerichtet werden.
- Management
der Wissens- und Informationsquellen: Zunächst gilt es,
das Wissen, das noch nicht als Wissensträger- oder Informationsquelle
ermittelt wurde, zu erkennen und zu erheben. Wird dabei ein
Mensch als Wissensquelle identifiziert, muss das Wissen expliziert
werden. Anschließend wird dieses Wissen gesammelt und
erfasst. Verbesserte Zugriffsmöglichkeiten auf die Informations-
und Wissensquellen runden diese Aufgaben ab.
- Management
der Wissensträger- und Informationsressourcen: Damit eine
Wissensquelle auch genutzt werden kann, gilt es, sie in eine
Wissensträger- oder Informationsressource zu überführen:
Zuerst wird die Quelle überprüft und anschließend
das Wissen auf elektronischen Datenträgern (z.B. CD-ROM,
Datenbank, Intranet) gespeichert. Wichtig dabei ist die Präsentation
des Wissens; zu diesen Aufgaben gehören also die Pflege
des Wissens (aktualisieren oder löschen) sowie die Instandhaltung
der Datenträger.
- Management
der Infrastrukturen von Wissens- und Informationsverarbeitung
und Kommunikation:
Da das Wissen an einen physischen Träger gebunden ist,
spielt die Infrastruktur von Wissens- und Informationsverarbeitung
und Kommunikation eine wichtige Rolle. Diese Infrastruktur enthält
sowohl Telekommunikationsanlagen als auch die unternehmensweite
Vernetzung der elektronischen Datenträger und ihrer Benutzer.
In der Betonung dieser Aufgaben zeigt sich deutlich der Bezug
dieses Konzeptes zur Wirtschaftsinformatik.
Fraunhofer
Institut Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO)
Nach dem
Ansatz des Fraunhofer Instituts Arbeitswirtschaft und Organisation
(IAO) [10; 11]
werden drei Dimensionen von Wissensmanagement unterschieden:
- Informations-
und Kommunikationstechnologien
- Organisation
- Human
Resources
Die
Informations- und Kommunikationstechnologien sind eine wichtige
Dimension flexiblen Wissensmanagements. Wissensmanagement umfasst
jedoch weit mehr als die Einführung von Netzen und Datenbanksystemen;
die anderen Dimensionen sind genauso unabdingbar für ein
erfolgreiches Wissensmanagement.
In
der Dimension der Organisation spielen neben der Entwicklung von
Methoden für Wissenserwerb, -speicherung und -transfer die
Prozessorientierung sowie eine eindeutige Zuordnung von Aufgaben,
Verantwortung und Kompetenz eine wichtige Rolle.
Bei
der Dimension der Human Resources geht es darum, durch eine entsprechende
Unternehmenskultur und materielle bzw. immaterielle Anreize die
Mitarbeiter dazu zu veranlassen, ihr Wissen zu (ver)teilen.
Aus
diesen drei Dimensionen werden unterschiedliche Wissensbarrieren
abgeleitet, die Wissensmanagement beheben soll:
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Informations-
und Kommunikations-technologien
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Organisation
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Human
Resources
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-
inkonsistente Daten
-
starre Wissensaufbereitung
-
mangelhafte Informations- und Kommunikationsflüsse
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-
fehlender Wissensaustausch innerhalb und zwischen Unternehmen
-
fehlende Mechanismen für Wissenserwerb, -speicherung
und -transfer
- fehlendes Schnittstellenmanagement
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-
Wissensverlust durch Personalfluktuation
-
Wissen als persönliches Eigentum
-
ungeeignete Unternehmenskultur für Wissensaustausch
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Durch
Wissensmanagement zu überwindende Barrieren
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Fraunhofer
Institut Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK)
Das Fraunhofer
Institut Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) versteht
unter Wissensmanagement kein Managementkonzept, sondern die Methoden
und Abläufe eines Unternehmens betrachtet durch die Brille
des Wissensmanagements. Dementsprechend stehen im Zentrum dieses
Ansatzes die wertschöpfenden Geschäftsprozesse. Diese
werden daraufhin untersucht, ob sie zu den Kernaktivitäten
des Wissensmanagements beitragen. [12;
13]
Kernaktivitäten
des Wissensmanagements sind nach dem IPK-Ansatz:
- Erzeugen
von Wissen
- Speichern
von Wissen
- Verteilen
von Wissen
- Anwenden
von Wissen
Diese Kernaktivitäten
sind auf die wertschöpfenden Prozesse auszurichten. Wichtige
Erfolgsfaktoren sind dabei: Prozessorganisation, Informationstechnologien,
Führung, Unternehmenskultur, Personalmanagement und Controlling.
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Kernaktivitäten
des Wissensmanagements und Geschäftsprozesse (Quelle:
[12])
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Instrumente des Wissensmanagements
Das Internationale
Institut für Lernende Organisationen und Innovation (ILOI)
hat einen Überblick über die Instrumente des Wissensmanagements
zusammengestellt. Dabei wird nach den Arten von Wissen unterschieden
in Instrumente zum Management von:
- internem
und externem Wissen
- aktuellem
und zukünftig erforderlichem Wissen
- implizitem
und explizitem Wissen
- Erfahrungswissen
und Rationalitätswissen [14]
Im Unterschied
zu den anderen Wissensarten ist Rationalitätswissen ein weniger
geläufiger Begriff; darunter versteht man die Fähigkeit
von einzelnen Mitarbeitern und Mitarbeitergruppen, die durch Erfahrung
gewonnenen, neuen Wissenselemente kritisch zu reflektieren"
[15].
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Internes
Wissen
- Erhöhung
des Handlungspielraumes
- Vorschlagswesen/Ideenwettbewerbe
- Wissenskarten
- Wissensbranchenbücher
- Wissensbroker
- Projektgruppen,
wie z.B. Qualitätszirkel
- Handbücher
und interne Weisungen
- Online-Foren
- Anreizsysteme
für Know-how-Träger
- Entlohnung
nach Wissensumschlag
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externes
Wissen
- Benchmarking
- Zusammenschlüsse
- Fremddienstleistungen
- Einstellung
neuer Mitarbeiter
- Speichermedien
- Lizenzen
und Franchising
- Kooperation
mit Kunden, Lieferanten etc. (Stakeholder-Management)
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aktuelles
Wissen
- Bündelung
des Erfolgswissens in Kompetenzzentren
- wissensbasierte
Computersysteme
- standardisierte
Handlungsroutinen
- Erstellung
von Ist-Wissensprofilen
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zukünftig
erforderliches Wissen
- Personal-
und Teamentwicklung
- Kaizen
- Freiräume
für Experimente
- externe
Wissensträger einbinden
- Simulation
von Zukunftswelten
- Erstellung
von Soll-Wissensprofilen
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implizites
Wissen
- Erfahrungsbildung
in Gruppen
- Beobachtungs-
und Modell-Lernen
- bildhafte
Artikulation impliziten Wissens
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explizites
Wissen
- Materialisierung
in Dokumenten
- standardisierte
Handlungsroutinen
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Erfahrungswissen
- Weiterbildung
- Gruppen-
und Projektarbeit
- Job
Rotation
- Neustrukturierung
des Aufgabengebietes
- dezentrale,
autonome Organisation
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Rationalitätswissen
- Coaching
- gezielte,
konstruktive Konfrontation
- Betrachtung
des Unternehmens im gesellschaftlichen Umfeld
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Instrumente
des Wissensmanagements
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Erfolgskriterien
für Wissensmanagement-Projekte
Wissensmanagement
als strategisches Unternehmenskonzept lässt sich nicht von
heute auf morgen einführen. Wie aus den unterschiedlichen
Wissensmanagement-Konzepten zu ersehen ist, sind zahlreiche unterschiedliche
Bausteine erforderlich. Wissensmanagement ist also vielmehr als
kontinuierlicher Prozess zu verstehen; die Einführung von
Wissensmanagement ist nicht in wenigen Wochen oder Monaten umsetzbar,
sondern nimmt in der Regel mehrere Jahre in Anspruch.
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Wissensmanagement
ist ein kontinuierlicher Prozess
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Für
den Erfolg eines Wissensmanagement-Projektes sind dabei mehrere
Faktoren maßgeblich:
- Geschäftsführung
und Führungspolitik fördern das Projekt.
Die Geschäftsführung versteht die Förderung von
Wissensmanagement-Projekten als eine ihrer wichtigsten Aufgaben,
weil Wissensmanagement eine Kernkompetenz und einen kritischen
Erfolgsfaktor für das Unternehmen darstellt. Die Beteiligung
der Mitarbeiter am Wissensaustausch wird materiell und immateriell
belohnt.
- Die Mitarbeiter
sind bereit, ihr verborgenes Wissen mitzuteilen und sich am
Wissensaustausch zu beteiligen.
Diese Bereitschaft setzt voraus, dass das Unternehmen den Wissensaustausch
belohnt. Die Angst von Mitarbeitern, nicht mehr gebraucht zu
werden, wenn sie ihr Wissen preisgeben, darf in keinem Fall
heruntergespielt werden!
- Wissensmanagement
braucht Menschen als Prozess-Owner.
Die Informationstechnologie bildet nur das Fundament des Wissensmanagements.
Unternehmen, die allein die Informationstechnologie in den Vordergrund
stellen, haben wenig Erfolg mit Wissensmanagement-Projekten:
40 bis 60% der Projekte scheitern an der Dominanz der Informationstechnologie
[16].
- Statt
Quantität ist die Qualität der Wissensinhalte ausschlaggebend.
Das Internet ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine bloße
Menge an Information nicht das Ziel sein darf. Firmen, die Wissensinhalte
ohne die nötige Strukturierung anbieten, beklagen, dass
der Nutzen des Intranets geringer sei als erhofft [3].
In einem Intranet mit qualitativ hochwertigen Inhalten sollten
die Kosten wie folgt verteilt sein: 70% für das Informationsmanagement,
10% für Hard- und Software, 10% für die Software-Entwicklung
und jeweils 5% für Beratung und Schulung.
- Die Umwandlung
von Wissen in Fertigkeiten wird gefördert.
Wissen über ein bestimmtes Gebiet (wie z.B. Sport, Malerei)
bedeutet nicht automatisch, dass man auch die nötigen Fertigkeiten
besitzt, um Überragendes auf diesem Wissensgebiet leisten
zu können. Daher ist die Umsetzung des Wissens in Fertigkeiten
durch geeignete Instrumente zu fördern.
Wie sehen
nun die einzelnen Schritte zur Umsetzung aus? Nach Sommerlatte
[17] gliedert sich ein erfolgreiches
Wissensmanagement-Projekt in fünf Hauptschritte:
- Das
Unternehmenswissen wird expliziert und allen zugänglich
gemacht.
- Die typischen
Entscheidungs- und Innovationssituationen des Unternehmens und
ihre Wissensanforderungen werden erfasst.
- Die Wissensspeicherung
und das Online-Retrieval werden verbessert.
- Das neue
Wissen wird sofort an die Interessenten verteilt.
- Das Wissen
wird für Innovationen genutzt, wobei Informieren
vor Innovieren" steht.
Literaturhinweise
und Quellennachweise
[1]
Schmidt, R.: Aufbruch ins Wissensmanagement eine Einführung.
In: DGI (Hrsg.): Proccedings der 21. Online-Tagung der DGI Aufbruch
ins Wissensmanagement" in Frankfurt/Main vom 18. bis 20.
Mai 1999.
[2]
Hauer, M.: Corporate Campus eine Vision. In: Information
Wissenschaft und Praxis 5 (1999), S. 295-298.
[3]
Servatius, H.-G.: Wertsteigerung durch neue Wissensinfrastrukturen.
In: DGI (Hrsg.): Proccedings der 21. Online-Tagung der DGI Aufbruch
ins Wissensmanagement" in Frankfurt/Main vom 18. bis 20.
Mai 1999.
[4]
Reinhardt, R./Pawlowsky, P.: Wissensmanagement: Ein integrativer
Ansatz zur Gestaltung organisationaler Lernprozesse. In: Dr. Wieselhuber
& Partner (Hrsg.): Handbuch Lernende Organisation. Wiesbaden:
Gabler 1998.
[5]
Probst, G./Raub, S./Romhardt, K.: Wissen managen. Wie Unternehmen
ihre wertvollste Ressource optimal nutzen. 3. Aufl. Wiesbaden:
Gabler 1999.
[6]
Kaplan, R./Norton, D.: The Balanced Scorecard. Strategien erfolgreich
umsetzen. Stuttgart: Schäffer Pöschel 1997.
[7]
Probst, G./ Romhardt, K.: Bausteine des Wissensmanagements
ein praxisorientierter Ansatz. In: Dr. Wieselhuber & Partner
(Hrsg.): Handbuch Lernende Organisation. Wiesbaden: Gabler 1998.
[8]
Krcmar, H./Rehäuser, J.: Die Ressource Wissen im Betrieb.
In: Deutsches Institut für Fernstudienforschung an der Universität
Tübingen (Hrsg.): Weiterbildung Wissensmanagement
Studienbriefe 02282. Tübingen 1995.
[9]
Krcmar, H./Rehäuser, J.: Wissensmanagement im Unternehmen.
In: Schreyögg, G./Conrad, P. (Hrsg.): Managementforschung
6: Wissensmanagement. Berlin: de Gruyter 1996.
[10]
Bullinger, H.-J./Wörner, K./Prieto, J.: Wissensmanagement
Modelle und Strategien für die Praxis. In: Burgel,
H.-D. (Hrsg.): Wissensmanagement Schritte zum intelligenten
Unternehmen. Berlin: Springer 1998.
[11]
Bullinger, H.-J./Prieto, J.: Wissensmanagement: Paradigma des
intelligenten Wachstums Ergebnisse einer Unternehmensstudie
in Deutschland. In: Pawlowsky, P. (Hrsg.): Wissensmanagement
Erfahrungen und Perspektiven. Wiesbaden: Gabler 1998.
[12]
Heisig, P.: Wissensmanagement in Deutschland und Europa
Stand und Entwicklungen. Ergebnisse der Befragung der TOP 1000
deutschen und TOP 200 europäischen Unternehmen. In: DGI (Hrsg.):
Proccedings der 21. Online-Tagung der DGI Aufbruch ins Wissensmanagement"
in Frankfurt/Main vom 18. bis 20. Mai 1999.
[13]
Heisig, P.: Die ersten Schritte zum professionellen Wissensmanagement.
In: Barske, H. u.a.: Das innovative Unternehmen. Teil 99.01: Spezialreport
Wissensmanagement. Loseblattsammlung, Stand Juni 1999. Wiesbaden:
Gabler 1999.
[14]
Internationales Institut für Lernende Organisation und Innovation
(ILOI): Knowledge Management Ein empirisch gestützter
Leitfaden zum Management des Produktionsfaktors Wissen. München
1998.
[15]
Felbert, D. von: Unternehmerisches Wissensmanagement. In: Hill,
H. (Hrsg.): Wissensmanagement. Köln: Heymanns 1997.
[16]
Klinger, H.: Der Wissensmanager. In: Barske, H. u.a.: Das innovative
Unternehmen. Teil 99.01: Spezialreport Wissensmanagement. Loseblattsammlung,
Stand Juni 1999. Wiesbaden: Gabler 1999.
[17]
Sommerlatte, T.: Marktrelevantes Wissen im Zeitalter der Informationsflut.
In: Barske, H. u.a.: Das innovative Unternehmen. Teil 99.01: Spezialreport
Wissensmanagement. Loseblattsammlung, Stand Juni 1999. Wiesbaden:
Gabler 1999.
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