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Gefahrenanalyse
für prozessbezogene Anlagen
Artikel
erschienen in
Ausgabe Februar 2001
In
der Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin ist ein neuer Forschungsbericht zum Thema "Gefahrenanalyse
zur Bewertung des Gefahrenpotenzials von prozessbezogenen Anlagen"
erschienen.
Für
den sicheren Betrieb einer verfahrenstechnischen Anlage fordert
die "Technische Regel für Gefahrstoffe Sicherheitstechnik"
(TRGS 300) eine systematische Sicherheitsbetrachtung zum Schutz
der Beschäftigten. Diese Betrachtung wird um so wichtiger,
je komplexer die Anlage ist. Aus der Ermittlung und Bewertung
des Gefahrenpotenzials im Rahmen der Betrachtung ergeben sich
anschließend die Sicherheitsmaßnahmen. Während
die TRGS 300 detaillierte Angaben zur Ermittlung des Gefahrenpotenzials
macht, gibt sie hinsichtlich der Bewertung nur allgemeine Hinweise.
Ein
früheres Forschungsprojekt der Bundesanstalt
für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Forschungsbericht
Fb 820 "Methoden zur Bewertung des Gefahrenpotenzials von verfahrenstechnischen
Anlagen und Verfahren") untersuchte mehrere bereits entwickelte
Methoden zur Ermittlung und Bewertung des Gefahrenpotenzials.
Das Projekt kam zu dem Schluss, dass die von der früheren
Hoechst AG entwickelte Gefahrenanalyse besonders für prozessbezogene
Anlagen zu empfehlen ist, um eine Sicherheitsbetrachtung nach
TRGS 300 vorzunehmen.
Bislang
war diese Gefahrenanalyse nur firmenintern verfügbar. Deshalb
hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
mit ihrem Forschungsbericht Fb 895 "Gefahrenanalyse zur Bewertung
des Gefahrenpotenzials von prozessbezogenen Anlagen" einen praxisbezogenen
Leitfaden veröffentlicht, um die Methode allgemein zugänglich
zu machen. Nutzern, denen diese Methode bisher unbekannt war,
ermöglicht der Leitfaden eine leichte Anwendung in einem
vertretbaren Zeitrahmen.
Die
Gefahrenanalyse ist eine deterministische Methode. Dem Verfahrensablauf
folgend werden systematisch Gefahrenquellen identifiziert und
Risikobereichen zugeordnet bzw. nach Risikobereichen (thermische
Zersetzung, oxidative Selbstentzündung etc.) gegliedert.
Bereits in einem frühen Stadium der Anwendung dieser Methode
werden so Gefahrenquellen ausgeschlossen, die in der zu untersuchenden
Anlage offensichtlich nicht wirksam werden können. Entscheidungshilfen
erleichtern dem Anwender diesen Schritt, der die Gefährdungsermittlung
praxisnah vereinfacht. Danach erfolgt eine Risikobewertung mit
dem Ziel, angemessene Sicherheitsmaßnahmen festzulegen.
Ein Praxisbeispiel verdeutlicht die Anwendung der Gefahrenanalyse.
Diese
Gefahrenanalyse hat sich über viele Jahre in der Praxis bewährt.
Zwar berücksichtigt der Leitfaden die im Bericht Fb 820 gemachten
Modifizierungsvorschläge, aber bei der Überarbeitung
der Methode wurde Wert darauf gelegt, das Prinzip der Vorgehensweise
und den sachlichen Inhalt soweit wie möglich unverändert
zu lassen.
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Jochum,
J.: Forschungsbericht Fb 895 "Gefahrenanalyse zur Bewertung
des Gefahrenpotenzials von prozessbezogenen Anlagen". Schriftenreihe
der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
Dortmund/Berlin 2000.
(ISBN 3-89701-572-2, 85 Seiten, 20 DM)
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