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Kein Ärger mit dem Trouble Ticket?

 

Artikel erschienen in
Ausgabe Juli/August 2001

Von Gabriele Vollmar

Inhaltsübersicht:

Um schnell die richtige Information zum Lösen eines aktuell gegebenen Problems zu erhalten, bedarf es nicht unbedingt ausgeklügelter teurer Software-Tools. Manchmal genügen auch einfache Mittel, die intelligent und konsequent zum Einsatz gebracht werden.


Die Ausgangssituation

Die Marketing Service Süd-West GmbH, ein Tochterunternehmen der Bertelsmann Service Group, hat sich als Dienstleister auf Kundenbindungssysteme spezialisiert. Dazu gehören das Call Center ebenso wie z.B. die Postein- und -ausgangsbearbeitung oder – für den Kunden Bosch – die Technische Hotline für Bosch Reparaturwerkstätten und Partnerunternehmen.

Stößt ein Kfz-Meister in einer der Werkstätten auf ein für ihn unlösbares Problem bei der Reparatur eines Bosch-Bauteils, so kann er sich an einen der fünf Kfz-Meister der Technischen Hotline wenden. Kann auch dieser ihm nicht weiterhelfen, wird das Problem vom so genannten First Level Support zum Second Level Support direkt bei Bosch eskaliert. Oft entsteht also für fachlich aufwendige Lösungen ein erheblicher Rechercheaufwand. Wie schade, wenn dann die nach langem Kopfzerbrechen gefundene Lösung nur den direkt Beteiligten bekannt ist und bei einem ähnlich gelagerten Fall das ganze zeit- und kostenintensive Szenario an anderer Stelle noch einmal durchlaufen wird.


Das Trouble-Ticket-System

Deshalb sollen einmal gefundene Lösungen in das kollektive Gedächtnis des Hotline-Services übergehen. Dazu werden sie vom involvierten Kfz-Meister zeitnah, wenn möglich direkt bei der Auftragsbearbeitung, in einer Datenbank dokumentiert.

Auf diese Datenbank greifen über das Extranet auch die Mitarbeiter des Second Level Supports bei Bosch über das Extranet zu. Sie sind verpflichtet, die Neuzugänge an so genannten Trouble Tickets in ihren Fachgebieten zu überwachen und sich gegebenenfalls proaktiv einzuschalten, noch bevor der Meister des First Levels eine entsprechende Anfrage per E-Mail oder Telefon tätigen muss. "Den größten Mehrwert sehen unsere Hotline-Mitarbeiter in der Vereinfachung des Workflows bei der Zusammenarbeit mit der nächsten Eskalationsstufe", weiß Stefan Fisahn, Leiter IT-Service der Marketing Service Süd-West GmbH. "Nur wenn die Mitarbeiter sehen, dass sich die durch die Eingabe entstandene Mehrarbeit an anderer Stelle auszahlt, wird das System akzeptiert und konsequent gepflegt."


Ein offenes System

Eine frühe Akzeptanz des Systems lässt sich auch darauf zurückführen, dass die betroffenen Mitarbeiter von Anfang an in die Entwicklung einbezogen wurden und das System somit nach ihren konkreten Arbeitsanforderungen gestaltet werden konnte. Möglich war dies, weil das Trouble-Ticket-System nicht auf einer professionellen Software basiert, sondern auf schlichten Open-Source-Produkten. "Professionelle Software-Tools sind wahre Monstersysteme und für unsere Zwecke überdimensioniert. Außerdem kennen diese ausgeklügelten Programme eines nicht, nämlich unsere konkreten Anforderungen," erläutert Stefan Fisahn die Entscheidung für Open-Source-Produkte. "Die mySQL-Datenbank, auf der alles basiert, ist dynamisch, schnell, sehr performant und kostet uns vor allem keinen Pfennig Lizenzgebühr."

Das Trouble-Ticket-System ist seit August 2000 im Einsatz. Ab April 2001 soll es darüber hinaus via Extranet für ca. 2.000 berechtigte Nutzer der Bosch-Partnerdienste und -Werkstätten zugänglich gemacht werden. Auch diese müssen dann nicht mehr zum Telefonhörer greifen, sondern können ihre Anfragen direkt eingeben bzw. direkt nach bereits vorhandenen Lösungen recherchieren.

Mit der Öffnung wird das System darüber hinaus mehrsprachig: Auch ein externer Übersetzungs-Dienstleister wird Zugang zum Extranet erhalten und möglichst zeitnah neue Anfragen und die dazugehörigen Lösungen übersetzen.


Und die Moral von der Geschicht?

Effizientes Informationsmanagement ist auch mit einfachen Mitteln zu realisieren.

Die Tatsache, dass dieser Service bei einer Firma mit Namen Marketing Service angesiedelt ist, zeigt aber noch einen weiteren wichtigen Trend auf: Gerade bei hochentwickelten und erklärungsbedürftigen Produkten spielen begleitender Service und dessen Voraussetzung, ein funktionierendes Informationsmanagement, eine immer wichtigere Rolle in der Kundenbindung.

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Letzte Änderung: Monday, 31-Oct-2005 17:27:58 CET | Presse-Service | Disclaimer
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