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Elektronisches Zeichnungsarchiv verhindert Wissensverlust

 

Artikel erschienen in
Ausgabe Dezember 2001

Von Thomas Hübner

Inhaltsübersicht:

Für alle Unternehmen der industriellen Fertigung gewinnt der Faktor der Produkthaftung eine immer größere Bedeutung. Und schließlich gibt es den riesigen Bereich des so genannten Wissensmanagements – im Klartext: Was nützt uns unser jahrzehntelang erarbeitetes Know-how, wenn wir jetzt nicht mehr wissen, wo was zu finden ist?

Tatsächlich stehen viele Industriefirmen nicht selten vor der Situation, ein bestimmtes Bauteil, in dessen Entwicklung vielleicht schon früher viele Stunden Arbeit geflossen waren, ganz von vorne noch einmal konstruieren zu müssen, weil niemand mehr weiß, wo die entsprechenden Pläne abgelegt worden sind. Umgekehrt haben viele Ingenieure in großen Firmen schon einmal erlebt, dass sich nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten für irgendein Teil herausstellte, dass dieselbe Aufgabe schon früher einmal vollständig gelöst worden war; leider war vor dem Start des Projekts das Vorhandensein dieser Daten nicht bekannt gewesen.


Informationsbeschaffung als zeitraubende Nebentätigkeit

Steht kein elektronisches Verzeichnis mit einer Suchfunktion nach der Zeichnungsnummer von Konstruktionsplänen zur Verfügung, können bisweilen nur ca. 30% der Arbeitszeit für die eigentliche Konstruktion verwendet werden; der Rest entfällt auf die zeitraubende Nebentätigkeit der Informationsbeschaffung. Auch eine reine Archivierung auf Mikrofilm genügt in diesem Falle nicht, da auf einer Mikrofilmrolle mehrere tausend Zeichnungen abgelichtet sein können, diese aber keinen maschinenlesbaren Index enthalten. Lediglich die klassische Methode des Filmens mit anschließendem Schnitt Zeichnung für Zeichnung und Indexierung mittels einer Papierlochkarte bietet hier eine Abhilfe.

Ein weiterer Aspekt hierbei ist die gängige Praxis der Archivierung "unter der Hand": Sind Konstruktionspläne in einem Zentralarchiv untergebracht, werden aber von einer Unternehmenszweigstelle gebraucht, muss die Zeichnung zur Informationsbeschaffung aus dem Zentralarchiv angefordert werden. Um diesen langen Dienstweg zu umgehen, entstehen in den einzelnen Zweigstellen teilweise unkontrolliert aus reiner Not der Verzweiflung heraus Abteilungsarchive, von denen die Zentralverwaltung keine Kenntnis hat. Damit ist aber eine Revisionskontrolle der Zeichnungen völlig unmöglich; Konstruktionsfehler sind die Folge.


Abhilfe schafft ein elektronisches Zeichnungsarchiv

Ein vorbildliches Anwendungsbeispiel aus der Praxis ist die Zeichnungsarchivierung in der Firma Widia-Heinlein Werkzeugtechnik GmbH, Produktionsstätte Lichtenau bei Ansbach. Das Unternehmen stellt modulare Werkzeugsysteme für Zerspanungsmaschinen her. Bis 1999 mussten die noch vorhandenen analogen, von Hand auf Transparentpapier erstellten Zeichnungen mühsam herausgesucht, auf DIN A0 reprographiert, gefaltet und versandt werden. Diese unproduktive Arbeit blockierte die wertvolle Arbeitszeit der Konstrukteure so sehr, dass personelle Engpässe im eigentlichen Konstruktionsprozess entstanden.

Somit ergaben sich folgende Vorgaben für ein übersichtliches Zeichnungsmanagement:

  • Archivierung sämtlicher analogen Zeichnungen, Mikrofilm-Lochkarten und vorhandener CAD-Konstruktionen in einem System
  • integrierte Stammdatenverwaltung der enthaltenen Zeichnungen und Verknüpfung zum Zeichnungsarchiv mit einer automatischen Suchfunktion
  • schneller Zugriff aller berechtigten Mitarbeiter auf Konstruktionspläne
  • Ersatz der raumfressenden Zeichnungsschränke durch ein platzsparendes CD-ROM-Archiv
  • Dokumentation von Änderungsständen
  • unternehmensweiter Zugriff aller Abteilungen wie Ersatzteilwesen, Arbeitsvorbereitung, Dokumentation, zentrale Vervielfältigung online am PC auf alle Zeichnungen

Durch den Systemdienstleister mdn Hübner GmbH aus Nürnberg wurden in wenigen Manntagen Arbeit die oben genannten Forderungen umgesetzt: Unter der Software DocuWare wurden von den Spezialisten bei mdn Hübner die Netzwerke, die Struktur der Archive und die Organisation der automatischen Indexierung aufgebaut. Die alten DIN-A0-Reißbrettzeichnungen wurden im Hause Hübner gescannt und je nach Erfordernissen nachbearbeitet, d.h. entfleckt, gerichtet, beschnitten und in die DocuWare-Archive importiert. Scandateien von 30 MB schrumpften dabei auf ca. 0,5 MB herunter, so dass ca. 1.000 größere Konstruktionszeichnungen nun auf eine CD-ROM passen. Neu erstellte CAD-Zeichnungen lassen sich in TIFF-Dateien umwandeln und in das System importieren.

Somit bietet das Zeichnungsarchiv immer einen aktuellen Überblick über tatsächlich vorhandene Projektlösungen, welche vorher mühevoll gesucht oder gar neu erstellt werden mussten. Einmal erarbeitetes Wissen bleibt damit ständig verfügbar – es besteht ja schließlich keine Notwendigkeit, das Rad immer wieder neu zu erfinden.



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Letzte Änderung: Monday, 31-Oct-2005 17:27:58 CET | Presse-Service | Disclaimer
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