|
Aktuelle Artikel und Nachrichten rund um die technische Dokumentation finden Sie im Nachfolgemagazin der doculine news, den transline tecNews
Professionelles Korrekturmanagement in der technischen
Redaktion
Technische
Französisch Übersetzung? Bei unserem Schwesterunternehmen
transline!
Artikel erschienen in
Ausgabe Mai 2002
Von Gernot
Kohlmann
Inhaltsübersicht:
Die korrekte Rechtschreibung und eine
einheitlich verwendete Terminologie sind für jede Dokumentation
ein ebenso wichtiges Qualitätsmerkmal wie die sachliche Richtigkeit.
Mit der Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung, die von
den meisten Tageszeitungen und Magazinen im August 1999 umgesetzt
wurde, hat sich diese Problematik verschärft. Zum einen haben
nicht alle Zeitungen und Redaktionen die neue Rechtschreibung als
verbindliche Schreibweise anerkannt (siehe F.A.Z.), zum anderen sind
nach der neuen Rechtschreibung durchaus alternative Schreibweisen
für ein Wort erlaubt. Die Fragestellung lautet also nicht mehr
ausschließlich "Welche Schreibweise ist die richtige?",
sondern auch "Welche der richtigen Schreibweisen soll verwendet
werden?".
Die integrierten Rechtschreibkontrollen
der gängigen Textverarbeitungs- und DTP-Programme schon
bei der herkömmlichen Korrektur schnell überfordert
liefern hier kaum Hilfestellung. Alternativen für ein professionelles
Korrekturmanagement sind gefragt. Eine solche Alternative, der Primus
Korrektur-Manager der Saarbrücker Softex GmbH, soll im Folgenden
vorgestellt werden.

Herkömmliche oder neue Rechtschreibung
Eine professionelle Rechtschreibkontrolle sollte Texte wahlweise
nach den Regeln der herkömmlichen oder der neuen Rechtschreibung
prüfen können. Dabei ist die Mehrwortfähigkeit der
Rechtschreibkontrolle von großer Bedeutung, denn ist z.B. "sitzen
bleiben" in beiden Bedeutungen nur noch in getrennter Schreibweise
erlaubt, so gilt für "schwarzarbeiten" weiterhin im
Infinitiv und den beiden Partizipien die Zusammenschreibung, so dass
"schwarz arbeiten" korrigiert werden muss.
Die erwähnten Freiheiten der neuen Rechtschreibung machen weitere
Einstellmöglichkeiten notwendig, um den gewünschten Sprachstandard
genauer zu definieren. Soll nun "Delphin", die von der Rechtschreibkommission
vorgeschlagene Hauptvariante, verwendet werden oder doch die Nebenvariante
"Delfin"? Solche Fragen müssen geklärt werden,
damit unternehmensweit bei der Erstellung von Dokumentationen der
gewünschte Sprachstandard festgelegt und konsistent durchgehalten
wird.
Mit dem Primus Korrektur-Manager können Sie wahlweise nach herkömmlicher
oder neuer Rechtschreibung prüfen. Im letzteren Fall kann zusätzlich
die Hauptvariante der Rechtschreibkommission als Standard festgelegt
werden. Der Primus Korrektur-Manager ist natürlich mehrwortfähig.

Agenturen- und Hausschreibweisen
Wo immer die neue deutsche Rechtschreibung für die Schreibweise
von Wörtern Varianten zulässt, legten sich die deutschsprachigen
Nachrichtenagenturen auf eine einheitliche Schreibweise, die so genannte
Agenturenschreibweise, fest. Da diese Schreibvarianten dem Leser aus
den täglichen Medien bekannt sind, scheint es empfehlenswert,
diese auch in der Dokumentation zu verwenden, da man so sicherstellen
kann, dass die Aufnahme des Textes schneller und ohne Irritationen
erfolgt. Auch dem Verfasser des Textes wäre hiermit seine Aufgabe
wesentlich vereinfacht.
 |
Rechtschreibprüfung nach der
Agenturenschreibweise mit Primus Korrektur-Manager
(Zum Vergrößern auf das Bild klicken.) |
Sollten dennoch beispielsweise für unternehmensspezifische
Bezeichnungen abweichende Schreibweisen existieren, sollten
diese ebenfalls vereinheitlicht werden können. Eine gute Dokumentation
muss die Verwendung inkonsistenter Bezeichnungen ausschließen;
andernfalls wird auch ein daran anschließender Übersetzungsvorgang
unnötig erschwert.
Als Kooperationspartner der Deutschen
Presse-Agentur (dpa) kann die Softex GmbH als einziges Unternehmen
weltweit das von der dpa neu eingepflegte Wortmaterial kommerziell
nutzen. Der Primus Korrektur-Manager stellt somit immer die aktuelle
Agenturenschreibweise zur Verfügung.

Der richtige Stil
Bei der Textprüfung sollen vielfach nicht nur Schreibfehler
korrigiert, sondern auch stilistische Fragen berücksichtigt werden.
So sollte es zum Beispiel möglich sein, auf Wunsch Formulierungen
wie das "Vier-Augen-Gespräch" in das "Gespräch
unter vier Augen" oder das "Postwertzeichen" in die
"Briefmarke" umzuwandeln oder die "Aufgabenstellung"
auf die "Aufgabe" zu reduzieren. In ähnlicher Weise
sollte es möglich sein, vorhandene Stilbücher zu großen
Teilen in ein Rechtschreibsystem zu integrieren. Schließlich
ist eine Dokumentation ein Schriftstück, das als Visitenkarte
des Unternehmens zu betrachten ist.
Mit der Server-Lösung des Primus Korrektur-Manager können
Stilbücher problemlos unternehmensweit in die elektronische Textprüfung
integriert werden.

Silbentrennung
Die neuen Rechtschreibregeln erlauben bei der Silbentrennung die
Abtrennung einzelner Vokale wie z.B. in "O-fen" oder "A-bend".
Ebenso gibt es im Deutschen verwirrende Trennungen wie "Stiefel-tern".
Diese unästhetischen Worttrennungen stören den Lesefluss
und sollten deshalb vom Benutzer auf Wunsch unterdrückt werden
können. Da die Silbentrennung einen wesentlichen Teil der Rechtschreibung
ausmacht, muss diese ein zentraler Teil der Prüfung sein.
Zusätzlich zur Möglichkeit, unästhetische Silbentrennungen
zu unterdrücken, überlässt der Primus Korrektur-Manager
dem Anwender die Wahl zwischen "konservativer", "normaler"
und "progressiver" Silbentrennung. Die konservative Silbentrennung
orientiert sich so weit wie möglich an den herkömmlichen
Trennregeln (z.B. "Päd-ago-ge", "Lin-ole-um",
aber "In-dus-trie" wegen der neuen st-Regelung), die normale
Silbentrennung an den Sprechsilben ("Pä-da-go-ge",
"Li-no-le-um"). Die progressive Silbentrennung schließlich
erzeugt die Vortrennungen, die am stärksten von den herkömmlichen
abweichen ("zent-ral", "In-dust-rie").

Hohe Erkennungsraten zur Konsistenzsicherung
Ein weiteres Merkmal einer ausgereiften Rechtschreibkontrolle ist
eine hohe Erkennungsrate. Im Deutschen gibt es eine praktisch unbegrenzte
Zahl von Wortzusammensetzungen (Komposita). Ein Prüfvorgang,
der ständig unterbrochen wird, weil ein Kompositum nicht erkannt
wird, man dieses in ein Benutzerwörterbuch einträgt und
bei erneutem Auftauchen desselben Wortes in einer anderen Flexionsform
das Programm wieder hängen bleibt, ist Zeit raubend und damit
nicht effizient. Ist ein Bestandteil eines Komposizums von einer Umsetzung
oder Korrektur betroffen, bleiben diese Informationen auf der Strecke.
Konsistenz ist auch hier nicht gegeben. Ein intelligentes Prüfsystem
sollte diese Probleme meistern.
Der Primus Korrektur-Manager erkennt Komposita anhand eines linguistischen
Regelsystems; dadurch wird eine hohe Erkennungsrate erreicht, ohne
dass die Fehlererkennung beeinträchtigt wird.

Fremdsprachentauglichkeit
Ein professionelles Korrekturmanagement sollte neben den genannten
Merkmalen eine gleich bleibend hohe Qualität in der Korrektur
fremdsprachlicher Texte bieten. Das Englische ist hier besonders hervorzuheben
einerseits durch seine Wichtigkeit gerade für die technische
Dokumentation, andererseits aber auch durch die Schwierigkeiten, die
sich durch den Status des Englischen als Weltsprache ergeben.
Das amerikanische und das britische Englisch sind heute die am weitesten
verbreiteten Varianten des Englischen. Dabei weisen diese Varianten
durchaus signifikante Unterschiede in der Rechtschreibung auf; nicht
umsonst wird seit einigen Jahren verstärkt von Amerikanisch statt
von amerikanischem Englisch gesprochen. Bekannte Beispiele für
orthografische Unterschiede sind die Paare "color/colour"
und "theater/theatre" oder die Schreibweise der Endung "-ize/-ise"
("realize/realise"). Darüber hinaus weichen die Schreibungen
aber in einigen Tausend weiteren Fällen voneinander ab, einige
in der Grundform ("draft/draught", "appall/appal"),
andere nur in den konjugierten Formen ("leveled/levelled",
"worshiping/worshipping"). Je nach Zielregion muss der Schreiber
also zum Teil sehr feine Unterschiede in der Orthografie berücksichtigen.
Eine gute Rechtschreibkontrolle sollte hier kompetente Hilfe anbieten.
Auch wenn man strikt britische und amerikanische Schreibweisen trennt,
bleiben dennoch nicht selten mehrere korrekte Schreibweisen möglich.
So kann etwa das amerikanische Wort für Kriegsgericht im Plural
auf vier verschiedene Arten geschrieben werden: "courts martial",
"court martials", "court-martials" oder "courts-martial".
Alle diese Formen sind korrekt und können demnach auch nicht
mit Hilfe einer konventionellen Fehlerkorrektur auf eine konsistente
Schreibung zurückgeführt werden. Hier ist auch und
gerade im Englischen eine Stilkontrolle gefragt, die zusätzlich
zur bloßen Rechtschreibkorrektur beim Verfassen konsistent geschriebener
Texte Hilfe leistet.
Der Primus Korrektur-Manager Englisch liefert diese Hilfe. Neben
den Einstellungen für britisches und amerikanisches Englisch
kann für diese Sprachregionen auch jeweils eine Vorzugsschreibweise
aktiviert werden, die immer dann greift, wenn mehrere korrekte Schreibweisen
exstieren.

Konvertierung großer Textmengen
Müssen umfangreiche Dokumentationen aktualisiert und gleichzeitig
an die neue Rechtschreibung angepasst werden, so muss auch hier ein
verlässliches Werkzeug gefunden werden, das dem Verfasser einen
Teil der Arbeit abnimmt. Dazu braucht man eine automatische Prüfmaschine,
die zuverlässig ist und gleichzeitig über eine hohe Erkennungsrate
verfügt.
Konsistenz durch Client/Server-Architektur
Der Primus Korrektur-Manager ist für den Einsatz in Netzwerken
ausgelegt und basiert auf einer echten Client/Server-Architektur.
Der Datenaustausch zwischen Client und Server erfolgt über das
TCP/IP-Protokoll. Übertragen wird nur der zu prüfende und
korrigierte Text, wodurch eine hohe Netzbelastung vermieden wird.
Innerhalb des Firmennetzes werden die Texte aller Anwender zentral
vom Server unter Verwendung des Systemwörterbuchs geprüft.
So wird sicher gestellt, dass unternehmensweit eine einheitliche Schreibung
verwendet wird. Eine reine Einzelplatzlösung entspricht nicht
mehr den Anforderungen unserer Zeit. Wahlweise ist selbstverständlich
aber eine lokale Arbeitsweise als Einzelplatzanwendung möglich.

Verfügbarkeit
Primus Korrektur-Manager ist für verschiedene Plattformen verfügbar
(PC, Mac, UNIX, Linux). Die Windows-Version ist integriert in Microsoft
Word ab Version 97, Adobe FrameMaker ab Version 5.5, Adobe InDesign
ab Version 1.5 und QuarkXPress ab Version 3.31. Anbindungen an führende
Redaktionssysteme wurden bereits erfolgreich realisiert.
Eine englische Rechtschreibprüfung ist optional erhältlich;
Spanisch, Italienisch und Französisch befinden sich in der Entwicklung.
Literatur:
Brors, Dieter: Maschinelles Korrektorat. In: ct Heft 20/1999,
Seite 166-71.
Leserbrief schreiben
|