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Strukturiertes Erstellen von technischer Dokumentation auf Basis von Microsoft Word

 

Artikel erschienen in
Ausgabe September 2002

Von Ulrich Pelster

Inhaltsübersicht:

Die Office-Welt von Microsoft hat sich zum weltweiten Standard entwickelt und ist aus den Büros von heute nicht mehr wegzudenken. Wie aber sieht es im Bereich der technischen Dokumentation aus? Kann man auf Basis von Microsoft Word professionelle Dokumentationen erstellen und gleichzeitig effizient arbeiten?


Die Vorteile nutzen, die Probleme umgehen

Vielerorts kursiert die Überzeugung, dass eine professionelle Erstellung von technischer Dokumentation nur mit speziell für diese Anforderungen entwickelter Software zu bewerkstelligen ist. Anwender von Tools wie z.B. Framemaker oder Interleaf werden jede Behauptung, es ginge auch anders, zurückweisen.

In der Realität zeigt sich aber, dass immer mehr Unternehmen auch ihre technische Dokumentation mit Microsoft Word erstellen. Die direkten Vorteile liegen auf der Hand:

  • keine hohen Lizenzkosten für Spezialistensoftware, da die Office-Lizenzen in der Regel vorliegen
  • geringerer Schulungsaufwand
  • einfacher Austausch von Daten mit z.B. anderen Unternehmensbereichen oder Übersetzungsdienstleistern

Andererseits stellt Microsoft Word den technischen Redakteur allerdings auch vor einige Probleme – speziell, wenn es um die Verwaltung von Inhalten umfangreicher Dokumente geht. Somit stellt sich die Frage, wie sich die Vorteile optimal nutzen, aber gleichzeitig die Probleme umgehen lassen.

Vor dieser Frage stand auch der Geschäftsbereich docuglobe der technotrans AG. Als Dienstleister für technische Dokumentation entwickelte docuglobe das Redaktionssystem doculab, welches weitgehende Leistungsanforderungen des technischen Redakteurs abdeckt und als Bearbeitungssoftware Microsoft Word unterstützt.


So arbeitet das Redaktionssystem doculab

Das Redaktionssystem doculab zerlegt Dokumentationen prinzipiell in kleine Informationsmodule, die mit der visuellen Darstellung einer Baumstruktur verwaltet werden. Wie in einem Stücklistensystem werden auch die Dokumente, bestehend aus den einzelnen Informationsmodulen, in Form einer Stückliste erstellt. Hierbei ist ebenfalls, wie in den mechanischen Stücklisten, das Bilden von Baugruppen (Modulgruppen) möglich.

Aus der Dokumentations-Stückliste generiert doculab schließlich das Gesamt-Dokument. Dabei werden die im System verwalteten Eigenschaften zur automatischen Erstellung des Deckblattes herangezogen. Inhaltsverzeichnis, Index, Kopf- und Fußzeilen werden ebenfalls automatisch erzeugt.

Die Verwaltung von Modulen und Dokumentationen stellt ein offenes System dar. Das bedeutet, Ablagestrukturen, Eigenschaftenfelder, Benutzerverwaltung usw. können den unternehmensspezifischen Gegebenheiten entsprechend aufgebaut werden.

Dabei vermeidet doculab das Entstehen redundanter Daten: Jedes Informationsmodul ist nach dem Single-Source-Prinzip einmalig angelegt, kann aber in einer Vielzahl von Dokumentationen oder auch in verschiedensten Dokumentationstypen (Handbuch, Datenblatt, Servicehinweis usw.) vorkommen.

Die in der Vorlagenverwaltung erstellten Stylesheets ermöglichen es, gleiche Inhalte in verschiedenen Dokumenten unterschiedlich darzustellen. Die Vorlagen erlauben zudem ein einheitliches Erscheinungsbild – egal, wie viele verschiedene Redakteure an einer Dokumentation gearbeitet haben.

Mit Hilfe der Benutzerverwaltung lassen sich verschiedenen Personen unterschiedliche Rechte und Rollen zugweisen, ob Administrator, Redakteur, Sachbearbeiter oder Leseberechtigter. Für jeden Benutzer kann der Zugriff entsprechend verwaltet werden.

Eine integrierte Sprachenverwaltung vermeidet zudem Mehrfachübersetzungen. Dies erhöht die Qualität der Übersetzungen und senkt die Übersetzungskosten.

Strukturiertes Verwalten von Informationsmodulen und Dokumentationen
Strukturiertes Verwalten von Informationsmodulen und Dokumentationen


Informationsmodule erstellen

Um ein Informationsmodul anzulegen, startet man aus der hierarchischen Baumdarstellung heraus die Funktion "Neues Modul erstellen". Diese Funktion übergibt den Anwender automatisch an Microsoft Word und öffnet die entsprechende Modulvorlage. Ist das Modul fertig, wird es automatisch an doculab zurückgegeben. Nun können die entsprechenden Moduleigenschaften vergeben werden. Nach dem gleichen Prinzip kann man aus bereits existierenden Informationsmodulen neue Module erstellen oder bestehende Module ändern.


Komplexe Dokumentationen verwalten

Umfangreiche Dokumentationen verwaltet doculab wie Module in einer hierarchischen Baumdarstellung. Beim Erstellen einer neuen Dokumentation vergibt man zunächst die Dokumenteneigenschaften. Die Gesamt-Dokumentation wird in Form einer Stückliste, bestehend aus verschiedenen Einzelmodulen oder vorgefertigten Modulgruppen, zusammengestellt. Dabei kann man auch eine bereits bestehende Stückliste heranziehen und durch Austauschen bestimmter Module oder Modulgruppen zu einer neuen Dokumentation zusammenstellen. Beim Öffnen der Dokumentation übergibt die Stückliste alle Module nach Microsoft Word. Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Index, Layout usw. werden automatisch generiert. Das Öffnen der Dokumentation in Microsoft Word ist in der Regel jedoch nicht notwendig, da direkt aus dem System heraus die Dokumentation gedruckt oder auch beispielsweise als PDF ausgeben werden kann.

Mit Hilfe von Verwendungsnachweisen kann man feststellen, in welchen Dokumentationen oder Modulgruppen ein bestimmtes Modul vorkommt. So lassen sich Auswirkungen bei einer Änderung bzw. beim Löschen von Modulen beurteilen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, neben der Suche im Verzeichnisbaum über eine klassische Eigenschaftensuche Module oder Dokumentationen zu selektieren.

Dokumentationen werden in Form einer Stückliste zusammengestellt.
Dokumentationen werden in Form einer Stückliste zusammengestellt.


Sprachverwaltung

Mit doculab können beliebig viele Sprachen verwaltet werden. Jedes erstellte Modul ist automatisch in allen Sprachen angelegt. Solange ein Modul den Status "nicht übersetzt" hat, wird es im System rot dargestellt. Fertige, übersetzte Module werden grün dargestellt. Beim Übersetzen einer Dokumentation kopiert man die Stückliste der Ausgangssprache in den gewünschten Sprachenordner hinein. Das System sucht nun nach allen bereits übersetzten Modulen und filtert die nicht übersetzten Module heraus.


Fazit

Microsoft Word kann ein durchaus starkes und leistungsfähiges Werkzeug im Bereich der technischen Dokumentation sein. In Verbindung mit einem Redaktionssystem können wie dargestellt sämtliche Vorteile genutzt und die Dokumentationen dennoch auf professionelle und effiziente Art und Weise erstellt werden.


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Letzte Änderung: Monday, 31-Oct-2005 17:27:59 CET | Presse-Service | Disclaimer
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